Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  8. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  11. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  12. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  13. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland

Moraltheologe: Verhütungsmittel unter Umständen sogar geboten

22. Jänner 2018 in Weltkirche, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Sinne von ‚Amoris laetitia’ seien die konkreten Umstände zu berücksichtigen. Falls die natürliche Empfängnisregelung nicht möglich sei, könne die Anwendung von Verhütungsmitteln die verantwortliche Entscheidung sein.


Rom (kath.net/LSN/jg)
Ein Ehepaar kann aus verantworteter Elternschaft verpflichtet sein, künstliche Verhütungsmittel zu verwenden. Das sagte der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi bei einem Vortrag an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Chiodi lehrt Moraltheologie an der katholischen Fakultät der Universität Mailand. Im Juni 2017 wurde er an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen. kath.net hat hier berichtet: Weitere fragwürdige Berufungen an Päpstliche Akademie für das Leben

Unter wörtlicher Bezugnahme auf das achte Kapitel des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“ vertrat er die Ansicht, es gebe Umstände, unter denen die Verwendung von Verhütungsmitteln geboten sei, wenn man verantwortlich handeln wolle. Falls „natürliche Methoden unmöglich oder unbrauchbar sind, müssen andere Wege gefunden werden“, um der Verantwortung gerecht zu werden.


Unter diesen Umständen könne die Anwendung einer künstlichen Methode der Geburtenregelung ein Ausdruck verantwortungsbewussten Handelns sein, nicht um „das Geschenk eines Kindes abzulehnen“, sondern weil das Ehepaar und die Familie zu „anderen Formen des Aufnehmens und der Gastlichkeit“ gerufen seien.

In seinem Vortrag „Humanae vitae (1968), gelesen im Licht von Amoris laetitia (2016)“ ging Chiodi auf grundlegende Fragen des Verhältnisses von Norm und Gewissen ein. Durch das Ostergeheimnis habe Jesus die Möglichkeit eröffnet, verantwortlich zu handeln. Darunter sei ein Handeln zu verstehen, das auf die Gnade antwortet, während man die Mühen der Geschichte und des Übels durchlaufe. In dieser Perspektive seien moralische Normen „nicht auf rationale Objektivität reduzierbar“. Sie gehörten „zum menschlichen Leben, verstanden als Geschichte der Erlösung und der Gnade. Die Normen bewahren das Gute und zeigen den Weg zum Guten. Aber sie sind geschichtlich“, sagte Chiodi wörtlich.

Gegen Ende seines Vortrages kam er auf „Humanae vitae“ zu sprechen. Er wolle die Anthropologie der Ehe neu durchdenken, sagte er. Die „Weisheit von Humanae vitae“ bestehe darin, die Verbindung zwischen der ehelichen Gemeinschaft und der Weitergabe des Lebens klar dargestellt zu haben. Die vorangegangenen Überlegungen seines Vortrages würden die Bedeutung der moralischen Norm von „Humanae vitae“ in neuem Licht erscheinen lassen. Sie würden es erlauben, nicht die objektive Wahrheit der Norm in den Mittelpunkt zu stellen, die dem Verstand gegenüber stehe, sagte Chiodi.

Anschließend entwickelte er seine „Anthropologie der Ehe“ anhand von vier Beziehungen: Sexualität und Verschiedenheit der Geschlechter, Sexualität und der eheliche Bund, eheliche Gemeinschaft und Fortpflanzung sowie verantwortliche Elternschaft. Diese vier Aspekte seien im Sinne von „Amoris laetitia“ als „Verheißungen des Guten“ zu verstehen, bei denen die Möglichkeit des Versagens bestehe. Daher sei auch hier nach dem Guten zu suchen, „das möglich ist“ und angesichts der verwirrenden und dramatischen Umstände des Lebens eine „absolute Gegensätzlichkeit von Gut und Böse, von weiß und schwarz“ zu vermeiden.

Zum Schluss seiner Ausführungen ging er auf die Frage der künstlichen Verhütungsmittel ein. Pius XII. und Paul VI. hätten Gründe angeführt, aus denen der Verzicht auf den Empfang eines weiteren Kindes zulässig sei. Künstliche Verhütungsmittel könnten nicht a priori ausgeschlossen werden. Über ihre Anwendung müsse anhand der Umstände entschieden werden. Wenn nun natürliche Methoden der Empfängnisverhütung nicht möglich seien, könne es unter bestimmten Voraussetzungen sogar geboten sein, künstliche Methoden anzuwenden, um der verantworteten Elternschaft zu entsprechen, sagte Chiodi.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  2. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  3. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  4. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  5. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  6. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"
  7. Roma locuta causa finita
  8. Es reicht
  9. Liebe kann wachsen
  10. Ratzinger-Preis 2021 für zwei in Österreich lehrende Theologen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz