Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  12. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Moraltheologe: Verhütungsmittel unter Umständen sogar geboten

22. Jänner 2018 in Weltkirche, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Sinne von ‚Amoris laetitia’ seien die konkreten Umstände zu berücksichtigen. Falls die natürliche Empfängnisregelung nicht möglich sei, könne die Anwendung von Verhütungsmitteln die verantwortliche Entscheidung sein.


Rom (kath.net/LSN/jg)
Ein Ehepaar kann aus verantworteter Elternschaft verpflichtet sein, künstliche Verhütungsmittel zu verwenden. Das sagte der italienische Moraltheologe Maurizio Chiodi bei einem Vortrag an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Chiodi lehrt Moraltheologie an der katholischen Fakultät der Universität Mailand. Im Juni 2017 wurde er an die Päpstliche Akademie für das Leben berufen. kath.net hat hier berichtet: Weitere fragwürdige Berufungen an Päpstliche Akademie für das Leben

Unter wörtlicher Bezugnahme auf das achte Kapitel des nachsynodalen Schreibens „Amoris laetitia“ vertrat er die Ansicht, es gebe Umstände, unter denen die Verwendung von Verhütungsmitteln geboten sei, wenn man verantwortlich handeln wolle. Falls „natürliche Methoden unmöglich oder unbrauchbar sind, müssen andere Wege gefunden werden“, um der Verantwortung gerecht zu werden.


Unter diesen Umständen könne die Anwendung einer künstlichen Methode der Geburtenregelung ein Ausdruck verantwortungsbewussten Handelns sein, nicht um „das Geschenk eines Kindes abzulehnen“, sondern weil das Ehepaar und die Familie zu „anderen Formen des Aufnehmens und der Gastlichkeit“ gerufen seien.

In seinem Vortrag „Humanae vitae (1968), gelesen im Licht von Amoris laetitia (2016)“ ging Chiodi auf grundlegende Fragen des Verhältnisses von Norm und Gewissen ein. Durch das Ostergeheimnis habe Jesus die Möglichkeit eröffnet, verantwortlich zu handeln. Darunter sei ein Handeln zu verstehen, das auf die Gnade antwortet, während man die Mühen der Geschichte und des Übels durchlaufe. In dieser Perspektive seien moralische Normen „nicht auf rationale Objektivität reduzierbar“. Sie gehörten „zum menschlichen Leben, verstanden als Geschichte der Erlösung und der Gnade. Die Normen bewahren das Gute und zeigen den Weg zum Guten. Aber sie sind geschichtlich“, sagte Chiodi wörtlich.

Gegen Ende seines Vortrages kam er auf „Humanae vitae“ zu sprechen. Er wolle die Anthropologie der Ehe neu durchdenken, sagte er. Die „Weisheit von Humanae vitae“ bestehe darin, die Verbindung zwischen der ehelichen Gemeinschaft und der Weitergabe des Lebens klar dargestellt zu haben. Die vorangegangenen Überlegungen seines Vortrages würden die Bedeutung der moralischen Norm von „Humanae vitae“ in neuem Licht erscheinen lassen. Sie würden es erlauben, nicht die objektive Wahrheit der Norm in den Mittelpunkt zu stellen, die dem Verstand gegenüber stehe, sagte Chiodi.

Anschließend entwickelte er seine „Anthropologie der Ehe“ anhand von vier Beziehungen: Sexualität und Verschiedenheit der Geschlechter, Sexualität und der eheliche Bund, eheliche Gemeinschaft und Fortpflanzung sowie verantwortliche Elternschaft. Diese vier Aspekte seien im Sinne von „Amoris laetitia“ als „Verheißungen des Guten“ zu verstehen, bei denen die Möglichkeit des Versagens bestehe. Daher sei auch hier nach dem Guten zu suchen, „das möglich ist“ und angesichts der verwirrenden und dramatischen Umstände des Lebens eine „absolute Gegensätzlichkeit von Gut und Böse, von weiß und schwarz“ zu vermeiden.

Zum Schluss seiner Ausführungen ging er auf die Frage der künstlichen Verhütungsmittel ein. Pius XII. und Paul VI. hätten Gründe angeführt, aus denen der Verzicht auf den Empfang eines weiteren Kindes zulässig sei. Künstliche Verhütungsmittel könnten nicht a priori ausgeschlossen werden. Über ihre Anwendung müsse anhand der Umstände entschieden werden. Wenn nun natürliche Methoden der Empfängnisverhütung nicht möglich seien, könne es unter bestimmten Voraussetzungen sogar geboten sein, künstliche Methoden anzuwenden, um der verantworteten Elternschaft zu entsprechen, sagte Chiodi.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Bischof Barron warnt vor postmoderner Umdeutung des Naturrechts in der katholischen Moraltheologie
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  4. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  7. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  8. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  9. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  10. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz