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Luther-Jubiläum – Seit wann feiert man eine Scheidung?

6. November 2017 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
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„Mir fällt ein Widerspruch auf: In einem Konsenspapier zu diesem Gedenken heißt es, man sehne sich nach der Einheit – aber zugleich feiert man mit großem Aufwand die Trennung?“ kath.net-Klartext von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Liebe evangelische Freunde, verzeiht mir, dass ich angesichts Eurer Feierlichkeiten und Jubelstimmung nur traurig war. Das möchte ich euch erklären und hoffe, dass Ihr meine Trauer sogar teilen lernt:

Der Titel der Salzburger Kronenzeitung lautete groß und fett gedruckt: „Salzburg feiert ein großes Fest“, darüber hieß es erklärend 500 Jahre „nach Luthers Reformation“. Ich feierte nicht und verstehe auch nicht meine katholischen Mitbrüder, Bischöfe und Priester, die bei entsprechenden Gottesdiensten sogar Festpredigten hielten.

Ich frage mich bei solchen Meldungen: Seit wann feiert man eine Scheidung? Noch dazu eine, die viel mehr Elend in die Welt brachte als eine zwischen Mann und Frau, die Kinder mitgerechnet. Die Scheidung, die durch Luther entstand, auch wenn er das nicht wollte, führte zu grauenhaften Religionskriegen.

Auch verstehe ich nicht, warum in Salzburg von beiden Seiten ständig und schon wieder vor allem von der Vertreibung der Protestanten geredet wurde, obwohl dies doch längst besprochen worden ist und damals in ganz Europa der dumme und schlimme Satz galt: Der Landesfürst bestimmt die Religion der Untertanen. Damit will ich sagen: Der damalige Erzbischof hat gemacht, was man überall und auch von beiden Seiten her mehr oder weniger rigoros tat. Das macht es nicht besser, aber den geklärten Punkt könnte man endlich ruhen lassen und sich dem Heute zuwenden.


Und da fällt mir ein Widerspruch auf: In einem Konsenspapier zu diesem Gedenken heißt es, man sehne sich nach der Einheit – aber zugleich feiert man mit großem Aufwand die Trennung?

Und wenn man Einheit will – müsste man dann nicht Gräben zuschütten und nicht neue aufmachen durch Annahme von Positionen, die der katholischen Lehre radikal widersprechen? Positionen, die der öffentlichen Meinung schmeicheln, aber der doch gerühmten Bibel als absolutem Maßstab widersprechen?

Und, ich muss es sagen, ich habe von der angeblich so brennenden Sehnsucht nach Einheit noch wenig gespürt. Eine Merkwürdigkeit ist auch die behauptete Sehnsucht nach gemeinsamer Eucharistie: Wenn man bedenkt wie negativ und verächtlich Luther über die katholische Messe sprach, verstehe ich nicht, wie man sich zugleich nach ihr sehnen kann, ohne klar zu sagen, dass man sich von Luther trennt.

Und überhaupt, in der Berichterstattung habe ich eigentlich so gut wie nichts gehört von der unmenschlichen Stellungnahme Luthers gegen die nicht ohne Grund aufständischen Bauern und auch nichts von seinen bösartigen und ordinären Ausführungen gegen die Juden, die auch die Nazis noch für ihre anti-jüdische Propaganda nützen konnten. Wäre der Jahrestag nicht auch Gelegenheit gewesen, zu diesen „anderen“ Seiten Luthers klare Worte zu sagen?

Auch die Behauptung, dass Protestanten fester im Glauben seien, habe ich gelesen, aber wer solches sagt, weiß nichts von der heutigen Situation der evangelischen Christen, in der sogar manche evangelische Bischöfe und Pastoren elementare Inhalte der Bibel nicht mehr glauben und zum Beispiel behaupten, dass Jesus der Sohn von Josef gewesen und im Grab verwest sei, wie eben alle Toten verwesen.

Auch wäre es vernünftig gewesen, den historisch als Mythos erwiesenen Thesenanschlag Luthers dem Publikum nicht ständig als Tatsache zu präsentieren.

Unklar bleibt auch, wie ein prominenter Redner behaupten konnte, den „Rechtsstaat“ und die individuelle Menschenwürde hätten wir Luther zu verdanken. Natürlich ist so eine Zeit des Gedenkens nicht ein wissenschaftliches Symposion, und es ist richtig, Punkte zu nennen und zu würdigen, bezüglich derer Luther recht hatte und wo er Gutes tat. Aber dennoch sollte man Luther nicht gegen alle historische Wahrheit als einen Heiligen, Wohltäter der Welt und als Zeugen des Glaubens präsentieren, den er zugleich zerstörte.

Nach 500 Jahren Protest wäre es an der Zeit, den Protest endlich ruhen zu lassen, die Vergangenheit mit nüchterner Redlichkeit anzuschauen und wirklich aufeinander zuzugehen ohne der anderen Seite ständig alte Rechnungen hinzuhalten und zu streiten, wer damals mehr Unrecht tat. Das wäre passend, weil heute – schon wieder – vieles in der katholischen Kirche in Krise ist und es auch in der lutherischen Gemeinschaft wahrhaftig nicht besser ausschaut – wie damals, könnte man sagen, wo es unter den Christen viele Missstände gab, die man nicht der einen oder an anderen Seite zuordnen konnte, weil es diese Unterscheidung noch nicht gab.

Heute sollten wir alle getrieben von einer leidenschaftlichen, paulinischen Sehnsucht nach Einheit leben und denken, weil Jesus nicht Kirchen in der Mehrzahl gegründet hat und Ihm „versöhnte Verschiedenheit“ nicht genügt, sondern ER Seine Eine, Einzige Kirche auf dem Felsen Petri gebaut hat.

Angesichts der Menschlichkeit dieses Mannes und auch seiner Nachfolger, den Jesus trotzdem Petrus nannte, könnte man sagen: Nur Jesus konnte es gelingen, auf einem so brüchigem „Felsen“ eine unzerstörbare Kirche zu bauen. An uns liegt es, in dieser Kirche eins zu sein bzw. wieder zu werden und als Geeinte der Welt Zeugnis zu geben.

Wie sehr die Spaltung diesem Zeugnis geschadet hat und schadet, ist bis heute ein Grund zum Weinen, nicht zum Feiern!

Archivfoto: Weihbischof Laun predigt beim Requiem des Salzburger Alt-Erzbischofs Georg Eder



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Lesermeinungen

 Mr. Incredible 8. November 2017 
 

Bischof Laun = bester Mann


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 Tonika 7. November 2017 
 

Desolate Zustand der Evangelische Kirche heute würde Luther zum heulen bringen und nicht zum feiern


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 herzrosenduft 7. November 2017 

Wie kann man denn ein Schisma feiern?

Durch Luther kam es zur Kirchenspaltung mit bösen Folgen. Wie kann man Luther so hoch erheben? Ein Werk der Liebe sieht anders aus, Martin Luther!


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 Konrad Georg 7. November 2017 
 

Ich lebe mit meiner evangelischen Ehefrau

in Ökumene.
Aber Ökumenismus halte ich eher für eine Ideologie, die dazu dient, die Wahrheit zu schwächen.
Die Reformation war keine Reform, sondern eine Revolution, weil sie Neues gebracht und durchgesetzt hat. Die Protestanten sind nicht die Evangelischen, sondern Lutheristen, analog zu Christen. Luther ist ihr Papst, nominell wenigstens.
Das lutherische Dogma sola scriptura ist falsch, weil die Evangelien nur ein Teil der Überlieferung sind. Diese beginnt mit der Predigt Petri an Pfingsten. Lutherische Exegeten wollten die Niederschrift der Hl. Schrift sogar auf die Zeit nach 70 oder noch später verlegen. Auch dann sollte allein die Schrift gelten?


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 Kiuhu 7. November 2017 
 

Feiertag? Für wen?

Das Reformationsfest ist doch eigentlich ein Feiertag der Atheisten. Wenn sich 2 streiten freut sich der Dritte, der Antichrist!!!


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 Fides Mariae 7. November 2017 
 

Jemand, der sich so instrumentalisieren ließ wie Luther,

ist als Heiliger automatisch disqualifiziert. Kein Stehvermögen.
Wie Bischof Laun schreibt: Die ganze Sache ist einfach nur traurig.


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 Fides Mariae 7. November 2017 
 

Da spricht einer die Wahrheit....

... Die reine, ungeschminkte Wahrheit.
Die da katholischerseits Luther loben, wollen wahrscheinlich neue Religionskriege vermeiden, aber merken nicht, wie unwahrhaftig sie reden. Hauptsache politisch korrekt.


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 girsberg74 7. November 2017 
 

Vielleicht ...

@Waldi:
"Allein die Feierlichkeiten
und mit welchem Aufwand die größte Katastrophen der Christenheit auch noch jubilierend gefeiert wird, ist schon ein dicker Hund. Aber dass auch noch katholische Bischöfe und Kardinäle euphorisch mit feiern, grenzt schon an Verrücktheit höchsten Grades. Sogar der Papst zeigt großes Verständnis für Luther."

Vielleicht werden diese Leute bei ihren eigenen Leuten schon gar nicht mehr richtig wahrgenommen, sodass sie woanders hausieren gehen.


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 Kurti 6. November 2017 
 

Solange der Papst im Vatikan eine Lutherbüste

aufstellen lässt, braucht man sich nicht zu wundern, warum viele Katholiken ebenso meinen, Luther sei ein große Persönlichkeit der Kirchengeschichte gewesen. Bei dieser Art von Lutherverehrung werden alle negativen Seiten Luthers weggeräumt samt der Folgen der Reformation, die auch zum 30-jährigen Krieg beigetragen hat. Viele Protestanten meinen ja immer noch, Luther sei ein Glaubensverkündiger gewesen. Davon habe ich in Kirchengeschichtsbüchern, auch solchen von protestantischen Autoren bisher nichts gelesen. Luther war hauptsächlich Kirchen- und Weltpolitiker, dem es um die Abschaffung etlicher Mißbräuche in der Kirche ging. Dabei hat er, wenn auch nur für Ausnahmen, die Bigamie akzeptiert, ebenso den Ehebruch wie seine Äusserung "wenn die Frau nicht will, dann nimm die Magd" zeigt. http://www.spiegel.de/spiegelgeschichte/unter-todesstrafe-philipp-von-hessen-und-die-bigamie-a-1065512.html


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 Hibiskus 6. November 2017 
 

ein trauriges Jahr

Danke Bischof Laun, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ihre Worte habe ich schon ein Jahr lang durchdacht - jetzt schreiben Sie diese für alle so klar und liebevoll auf. Gott segne Sie.

Zu Luther kann ich nur sagen: Er war letzlich ein junger Mann mit gutem Willen, so stürmisch wie wir sie schon immer noch kennen. Aber das Wirre hat auch ihm den Blick getrübt.
Dann ließ er sich benutzen von denen, die nach Macht strebten. Wohl war er kurze Zeit erschrocken ob der Folgen. Dann hat er aber sich selbst und seinen guten Willen verraten. Er hat die Mächt und die Mächtigen genossen und unendliches Leid über 500 Jahre bis heute gebracht.
Geblieben ist seine Anpassungsneigung, die immer mehr das "Rückgrad" der evangelischen Gemeinden ist. Der Protest blieb als einziges "Ideal". Da schwillt die Brust bis zum Bersten
Die Katholiken, die den Davoneilenden ständig nachlaufen kann ich nicht verstehen. Die huldigenden Bischöfe liegen auf Luthers Endniveau. Achten kann ich sie schon lange nicht mehr.


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 Zeitzeuge 6. November 2017 
 

Weiterer Literaturhinweis zur kritischen Luther-Literatur

Am 29.05.2008 erschien in kath.net ein Artikel "Abschied von Luther".

Darin wurde das gleichnamige Büchlein von
Prof.Dr. Albert Mock, 120 S., besprochen.

Diese Studie ist heute noch lieferbar
für 9,50 EUR!

Auch als Abendlektüre für die hohe Geistlichkeit zu empfehlen!


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 Montfort 6. November 2017 

@Fink - Nach der Lektüre der Forschungen der Gustav-Siewerth-Akademie ...

... würde ich bezweifeln, ob Luther wirklich ein tiefgläubiger Mensch war. Wie es scheint, glaubte er vor allem an sich selbst, demontierte Schrift, Gottesglauben und Kirche und verzweifelte am Ende: an sich selbst - nicht von ungefähr hat er doch das deutsche Wort "Selbstmord" erfunden und wohl am Lebensende in die Tat umgesetzt.


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 Montfort 6. November 2017 

@hape - Luther als "hl. Deformator" zu benennen, ...

... ist aber such eine gelungene Weiterführung. ;-)

Ich sag's ja: Die Entmythologisierung der Re-(oder De-)formation in der neuerlichen Ausrichtung an der Hl. Schrift (nach dem von der Hl. Kirche, nicht bloß von Herrn Luther festgelegten Kanon) und an der apostolischen und katholischen Lehr- und Lebenstradition allein kann die geistgeführte Erneuerung der einen Kirche im Dienst an der Welt bringen.


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 sartone 6. November 2017 
 

@Fink

Sehr richtig! Die moralische Religion Kants ist schon längst Standard geworden. Weg mit mittelalterlichen Dogmen und barocken Messen! Es kommt nur darauf an, ob man sich bemüht, ein "okayer" Mensch zu sein. Möglichst viel politisches Engagement (und dann natürlich auch nur in der SPD, bei den Grünen oder in der LINKEN), und das reicht. Glauben, Kirche und Heilige Messe braucht doch heute kein Mensch mehr - das hatte ja auch Kant gesagt, der meinte, der "historische Glauben" oder "Kirchenglauben" müsse überwunden werden, damit die Menschen sich endlich in Wohltätigkeit entfalten können.


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 Federico R. 6. November 2017 
 

Erst für Einheit in den eigenen Reihen sorgen

Danke, verehrter Bischof Laun, für Ihre klaren Worte. Ich kann diese ewigen Floskeln wie „man leide unter der Trennung“ oder „man sehne sich nach Einheit, ... nach dem gemeinsamen Abendmahl“ und ähnlichem leeren Jubiläums-Stroh wirklich nicht mehr hören. Geht mir buchstäblich auf den Geist. Welcher Art ist denn die Sehnsucht der unzähligen protestantisch-lutherisch-evangelischen, anglikanischen, evangelikalen usw. Nominationen, die es gibt auf der Welt. Sollen die sich doch erst einmal selbst untereinander um Einheit bemühen, um erst dann, wenn ihnen das gelungen ist (woran ich starke Zweifel habe, denn die wollen das ja gar nicht), mit möglichst einer Stimme mit der katholischen, der Petrus-Kirche zu sprechen. Und diese wiederum sollte erst mal mit aller Kraft und mit Gottes und Mariens Hilfe in ihren eigenen Reihen den Verwirrtheits-Zustand beenden und für Einheit sorgen.


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 lesa 6. November 2017 

Danke Rosenzweig

Sehr geehrter Rosenzweig: Danke für Ihre Rückmeldung und all Ihr Mitdenken, -fühlen, -sorgen mit der Kirche! Mögen auch Sie uns erhalten bleiben! Und viel Kraft und Zuversicht in diesen stürmischen "Kirchenzeiten"! Es ist Allerheiligenmonat. Die Heiligen im Himmel, allen voran die hmmlische Mutter sind nahe!


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 Fink 6. November 2017 
 

Martin Luther und Immanuel Kant

Luther war immerhin "gläubig". Seit der Aufklärung vor 250 Jahren, seit dem Philosophen Kant, wird der Glaubenszweifel gepflegt und ist der Unglaube eingezogen. Die evangelischen Theologen heute sind ungläubig, wenn man genau hinschaut! Die Evangelischen heute haben nichts mehr mit Martin Luther zu tun. Doch das will keiner aussprechen.


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 Rosenzweig 6. November 2017 

Nochmals hier DANKE – werte @lesa -

für Ihre, für mich wertvollen Gedanken-
zum Thema - M.Luther...

“..es gibt sie doch im Leib Christi- die Sehnsucht nach Einheit (..)-
durch GELEBTE Nachfolge ohne viel Gerede, stattdessen mit viel Stille und Gebet..”!
--
Und ebenfalls DANKE unserem geschätzten Bf. LAUN- immer sind wir dankbar über IHRE Klartexte!
Mögen Sie uns weiterhin im zunehmenden “DUNKEL-werden” unserer Zeit-
im LICHT des Hl.GEISTES– für Kirche + Welt erhalten bleiben!

So GOTT bittend + dankend verbunden...


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 hape 6. November 2017 

Der hl. Deformator und der Applaus

@ Montfort: Klasse! Mit dieser Wortschöpfung ist eigentlich schon alles gesagt.

Irgendwie habe ich beim Luther-Jubiläum den Eindruck gewonnen, Luther sei für die Protestanten ein Heiliger.

Die katholische Heiligenverehrung zu kritisieren, dass gehört wohl zum protestantischen Selbstverständnis und bringt jede Menge Applaus. Wenn es sich aber um Martin Luther handelt, ist Heiligenverehrung offenbar auch den Protestanden erlaubt. Und auch das bringt jede Menge Applaus.

Applaus, Applaus. Hauptsache: Applaus. - Verstehen können das wohl nur die Protestanden selbst. Wie wohltuend klingt da Kardinal Brandmüller: "Das Christentum hechelt nicht nach Applaus." – Das wiederum versteht wohl nur einer, der katholisch ist.

Vermutlich ist das aber doch nur die Privatmeinung eines älteren Kirchenoberen, der etwas aus der Mode gekommen ist. Wir wollen es ihm nachsehen. Modern ist dagegen die Aktion Pro-Pope-Francis. Die hat richtig viel Applaus. – Wie schön kann doch Ökumene sein!


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 raph 6. November 2017 
 

feiern lieber Mutter statt Luther

Heuer können wir Fatima oder Luther gedenken - ein von mir geschätzter Priester hat dazu so schön gesagt:"Wir Katholiken brauchen mehr Mutter und weniger Luther!" :-)


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 Bethlehem333 6. November 2017 

Luther hin;Luther her !

Meist wird immer über die Kath.Kirche und die Evangelische Kirche gesprochen und wie sie sozusagen wieder zusammen kommen könnten.
Die Ökomene hat der katholischen Kirche bisher doch mehr geschadet als gut getan.
In den allermeissten Fällen ist doch die Katholische Kirche der Evangelischen Kirche entgegen gekommen.Gebracht hats nichts.Ausser dass sich die katholische Kirche in vielen teilen der Welt den Evangelischen "Traditionen" angepasst hat.Resultat >>> Die Kirchen und Beichtstühle der Katholischen Kirche werden immer leerer, u.s.w ,u.s.w.Von der um sich greiffenden Ehrfurchtslosigkeit in der Hl.messe ganz zu schweigen.
Warum wird (auch hier in Deutschland) nicht mehr, auf eine Zurückführung der Orthodoxen Kirche zur Katholischen Kirche getan(geredet)??? Im Gegensatz zur Evangelischen Kirche unterscheidet sich doch die Orthodoxe Kirche nur sehr wenig von der Katholischen Kirche.Von der Ehrfurcht ganz zu schweigen.Da können wir katholiken uns ein Beispiel nehmen.


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 Waldi 6. November 2017 
 

Allein die Feierlichkeiten

und mit welchem Aufwand die größte Katastrophen der Christenheit auch noch jubilierend gefeiert wird, ist schon ein dicker Hund. Aber dass auch noch katholische Bischöfe und Kardinäle euphorisch mit feiern, grenzt schon an Verrücktheit höchsten Grades. Sogar der Papst zeigt großes Verständnis für Luther. Für mich war Luther ein griesgrämiger Querulant mit einem Wortschatz aus der untersten Schublade. Als Katholik finde ich an Luther keinen einzigen Pluspunkt zum Nutzen der Christenheit. Schon Reinhold Schneider wusste: "...denn Täter werden nie den Himmel zwingen. Was sie vereinen wird sich wieder spalten, was sie erneuern, über Nacht veralten und was sie stiften Not und Unheil bringen"! Also dann, feiert schön weiter!


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 lesa 6. November 2017 

Wenn man Einheit will

Danke, Bischof Laun! Starker, aber notwendiger "Tobak". Klartext vom Heiligen Geist, die Dinge beim Namen nennen wie Bischof Laun, ist ein Gebot der Stunde. Ob Luther die Spaltung wollte oder nicht?
Nur eines ist sicher: Der Diabolos wollte sie und will immer mehr davon, und die alte Schlange versteht ihr Handwerk. Sie geht mit selbstverliebter Hybris vor und mit vernebelndem Blendwerk.
Aber in lichtvollem Gegensatz dazu gibt es sie doch im Leib Christi die Sehnsucht nach Einheit. Sie manifestiert sich und ist wirksam durch Demut, durch geduldige, ausdauernde Hingabe, durch Leidensbereitschaft, durch gelebte Nachfolge ohne viel Gerede, stattdessen mit viel Stille und Gebet. Ihr Blick ist auf Christus gerichtet, dessen Herz an der Kirchenspaltung leidet.


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 Rolando 6. November 2017 
 

Nur durch Annehnen des kath. Amtsverständnisses ist ein Fortschritt möglich

Die Heiligen bezeugen hib-und stichfest das die kath. Kirche die von Jesus gegründete Kitche ist. Die Aussagen der Muttergottes in Fatima ebenso,
Die Offenbarungen Jesu an die polnische Ordfnsschwester Faustina Kowalska ebenso, uva.
Auch in unserer Zeit, http://www.drevermann.de/UserFiles/File/buch_gloria.pdf , und auch durch Hostienwunder. Wodurch bestätigt Gott die Protestanten?
In der kath. Kirche gibt es das Hl. Meßopfer, nur dadurch wird der Mensch erlöst, das haben Protestanten auch nicht, eben wegen der Nichtakzeptanz des kath. Amtsverständnisses, welches direkt von Jesus kommt.
@Kurti, ja, Luther wollte die Spaltung, sonst hätte er auf Papst Hadrians Schuldbekenntnis nicht mit "Du Satan" geantwortet. Bei und sagte eine prot. Pastorin, "ich kann das kath. Amtsverständnis intellektuell nachvollziehen, teile es aber nicht", wo der Wille fehlt gibt es auch keinen Weg.


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 Montfort 6. November 2017 

Entmythologisierung der Reformation und Falsifizierung der Luther-Hagiographie

"Auch wäre es vernünftig gewesen, den historisch als Mythos erwiesenen Thesenanschlag Luthers dem Publikum nicht ständig als Tatsache zu präsentieren."

Danke für diese Klarstellungen!

Was es für eine echte Versöhnung und Einheit in der Wahrheit braucht, ist tatsächlich eine Entmythologisierung der Reformation und eine Falsifizierung der Luther-Hagiographie! Zudem kann sich ein "Rechtsstaat" wohl nicht auf das Werk eines Mannes stützen, der sich durch "Flucht ins Kloster" und die Berufung auf das Kirchenasyl als Totschläger (oder Doppel-Mörder im Affekt?) der ordentlichen Justiz entzogen und zur Lynchjustiz ohne Gerichtsprozess für Juden, Bauern, Wiedertäufer, Katholiken aufgerufen hat, was massenhaft befolgt wurde.

Da ist es wohl gut, für den "De-formator" und die von ihm irregeführten Menschen - bei allem Guten, das die Entwicklung auch gebracht hat - Maria um ihre Fürsprache für die Heilige Kirche anzurufen, nicht zuletzt im Gebet des Rosenkranzes für unsere Brüder und Schwestern.


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 Kurti 6. November 2017 
 

Ich habe den Text von Weihbischof Laun

erst jetzt genau gelesen. Ihm ist voll und ganz zuzustimmen.


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 Kurti 6. November 2017 
 

Luther wollte die Trennung. Das ist ganz eindeutig, auch wenn

immer wieder selbst auch vom Papst behauptet wird, er habe sie nicht gewollt. Ja, zu Anfang hat er sie nicht gewollt, das ist zutreffend. Aber der ältere Luther wollte sie ganz eindeutig, denn er hat den späteren Bemühungen beider Seiten um eine Annäherung und Einigung eine kompromisslose Absage erteilt. Vielleicht sollten einige Herren mal etwas Kirchengeschichte lernen, Papst Benedikt kannte diese und er hat auch die Gustav-Siewert-Akademie mitbegründet, wo auch Lutherforschung getrieben wird. Luther war theologisch und auch menschlich gesehen eine sehr zwiespältige Person. Die heutigen ev. Religionsführer sehen Luther nach wie vor zu einseitig auch als grossen Glaubenshelden an. Dabei war er ein schlimmer Antisemit, auf den sich sogar die Nazis berufen haben. Seine Ausfälle gegen Freund und Feind waren maßlos und sind nicht wie manche meinen mit dem Grobianismus seiner Zeit zu erklären. Selbst etliche seiner Mitreformatoren haben sich wegen seiner Maßlosigkeit in Worten empört.


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 sartone 6. November 2017 
 

Dogmatisch gesehen gibt es keine vernünftigen Gründe dafür, dem Glauben zu widersprechen. Aber natürlich gibt es gerade heute keinen Grund mehr dafür, Anstoß zu nehmen an den Themen, die Luther für problematisch hielt. Nennen wir Ablass und Heilige. Luther, und das ist bewiesen, hat die katholische Lehre komplett missverstanden. Er kannte Thomas von Aquin, hatte ihn aber missverstanden (Luther war Nominalist). Er kannte Augustinus, hat ihn aber missverstanden (z. B. Prädestination). Luther war ohnehin kein gebildeter Mann und kannte viele andere katholische Schriftsteller und Heilige nicht. Hätte er die katholische Lehre verstanden, hätte er niemals rebelliert. Die Missstände in der Kirche waren real, aber kein ausreichender Grund für ein Schisma. Und heute hat die Kirche daraus gelernt und ist in ihrer Theologie noch deutlicher geworden.
Der Protest der Protestanten hat keinen einzigen theologischen Grund mehr, sondern entspringt der puren Lust an Streit und Drama.


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 Kurti 6. November 2017 
 

Luther wollte die Trennung, das ist ganz eindeutig,


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 nurmut 6. November 2017 
 

Richtig, es ist zum Weinen

Satan hat verlangt, zu Sieben und es ist ihm gelungen.
Es wäre es besser in dem Zusammenhang die überaus vielen Fehler, Schwächen und Egoismen der damaligen Zeit aufzuarbeiten und Schuld einzugestehen anstatt zu feiern.


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