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Theologe: Jägerstätter hat Verhältnis Gehorsam-Gewissen revidiert

10. August 2017 in Österreich, 16 Lesermeinungen
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Innsbrucker Dogmatiker Prof. Niewiadomski bei Jägerstätter-Gedenken in St. Radegund: Ein "Herzensanliegen" sei diese "Wolke der Märtyrer der Gegenwart" Papst Johannes Paul II. gewesen.


Linz (kath.net/KAP) Laut dem Innsbrucker Dogmatiker Prof. Josef Niewiadomski hat der Selige Franz Jägerstätter beträchtlich zur Revision des Verhältnisses von Gehorsam und Gewissen beigetragen. "Nicht nur dem Erschrecken über die Folgen einer allzu formalen Auffassung des Gehorsams im Nationalsozialismus, sondern auch der Entscheidung eines Jägerstätters ist diese Revision in den ethischen Reflexionen der Nachkriegsphilosophie und -theologie zu verdanken", so Niewiadomski beim Internationalen Jägerstätter-Gedenken am Mittwoch in Tarsdorf und St. Radegund.

Die Hochschätzung des Gewissens, die Anerkennung der Menschenrechte und der Mündigkeit jedes einzelnen Menschen habe für die Frage nach dem Gehorsam unverrückbare neue Referenzpunkte geschaffen und so den Gehorsam ungefragt "vom Podest der Mutter und Wächterin aller Tugenden gestürzt". Gehorsam sei damit, so der Dogmatiker, begründungspflichtig geworden und könne deshalb nur noch gefordert werden, "wenn er als Dienst am Lebensrecht der Menschen verstanden wird; und Jägerstätter ist eine der Ikonen, die diesen Wandel mit dem Preis ihres Lebens bezahlt haben".

Jägerstätter wurde am 9. August 1943 hingerichtet. Die geschichtlichen Rahmenbedingungen hätten dabei Jägerstätters Gewissensentscheidung noch einmal mehr an Brisanz verliehen, betonte Niewiadomski. Anders als viele Märtyrer sei er nämlich nicht von einer "Wolke von Zeugen", wie sie im Hebräerbrief beschrieben wird, umgeben gewesen; wohl aber stehe er mit anderen Märtyrern wie etwa Josef Mayr-Nusser und Pater Franz Reinisch für eine "überdimensionale Wolke der Märtyrer unserer Gegenwart". Es seien dies jene Heiligen, "die durch ihre Gewissensentscheidung der kirchlichen Tradition und auch dem theologischen Nachdenken über das christliche Gottesbild neue Wege gewiesen haben".

Ein "Herzensanliegen" sei diese "Wolke der Märtyrer der Gegenwart" Papst Johannes Paul II. gewesen. Überall - auch in Österreich - sei nicht zuletzt auf seinen Appell hin "unheimlich viel an Dokumentationsarbeit geleistet worden" und die Martyrologien des 20. Jahrhunderts verzeichneten Tausende und Abertausende von Namen. Sie zeigten, "dass der Widerstand auf religiöser Ebene und auch das Glaubenszeugnis vielschichtige Formen angenommen haben".

Nicht unterschätzt werden dürfe auch das Ausmaß des inneren Kampfes Jägerstätters. "Der gläubige Laie, der ja der Kirche gegenüber im geradezu kindlichen Gehorsam ergeben war, stellt sich in seiner Entscheidung dem Ratschlag des Bischof Josef Fließer entgegen." Schlussendlich habe die Kirche mit seiner Seligsprechung seinem Handeln aber das Gütesiegel der Heiligkeit verliehen: "Weil er wegen des Hasses gegen den christlichen Glauben in der Haltung der Hingab gestorben ist, wird er als Märtyrer in der Katholischen Kirche verehrt".

Ambivalenz des "Martyriums"

Mir religiös faszinierter Gewalt, wie das etwa bei Selbstmordattentätern der Fall sei, habe die Entscheidung Jägerstätters aber nichts zu tun, hielt Prof. Niewiadomski fest. Denn trotz formaler Parallelen müsse durch den Inhalt dessen, was der Wille Gottes sei, radikal zwischen diesen unterschieden werden. Die im Zentrum stehenden Märtyrer und Attentäter blieben zwar in ihrem Leben und Sterben beide der Wahrheit verpflichtet, der Gott der Islamisten verpflichte aber zu töten.

Das Gewissen Jägerstätters, Reinischs und Mayr-Nussers seien hingegen an den Willen jenes Gottes gebunden gewesen, "der ein Freund, ja ein Liebhaber des Lebens ist. Die Ehre dieses Gottes erweist sich nämlich nicht dadurch, dass er Menschen in ihrem Gewissen zum Töten verpflichtet". Beim Gottesbild also, so der Dogmatiker, von dem das Gewissen des gläubigen Menschen den Willen Gottes für die jeweils konkrete Situation des Lebens ableitet, liege ein nicht zu nivellierender Unterschied zwischen den Märtyrern und den Selbstmordattentätern.

Noch bis zum Abend des 9. August gedenkt die Diözese Linz auch heuer wieder des Märtyreres und Seligen Franz Jägerstätters. Höhepunkt ist am 9. August um 19.30 Uhr eine Eucharistiefeier mit Bischof Manfred Scheuer in St. Radegund. Im Anschluss findet eine Lichterprozession zur Jägerstätter-Grabstätte statt.

Seliger Bauer und Mesner

Franz Jägerstätter war Bauer, Mesner und Familienvater in St. Radegund (Oberösterreich). Er verweigerte die Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus, da ihm dieser mit dem Christentum völlig unvereinbar erschien. Nachdem er 1940 zum Militärdienst einberufen und zweimal unabkömmlich gestellt wurde, leistete er einer weiteren Einberufung nicht mehr Folge, da er den Kampf für Hitler als Sünde ansah. Für seine Erklärung, aus religiösen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe abzulehnen und nicht gleichzeitig Nationalsozialist und Katholik sein zu können, wurde er verhaftet, wegen "Wehrkraftzersetzung" verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg an der Havel enthauptet.

Ab 1989 wurden im Auftrag des damaligen Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern Personen, die Franz Jägerstätter gekannt haben, als Zeugen einvernommen. Der Seligsprechungsprozess wurde 1997 offiziell eröffnet und ab 1998 vom heutigen Linzer Bischof Manfred Scheuer als Postulator geleitet. Am 1. Juni 2007 bestätigte Papst Benedikt XVI. das Martyrium, woraufhin die Seligsprechung am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom stattfinden konnte. Als Gedenktag wurde der 21. Mai festgesetzt. Jägerstätters Ehefrau Franziska, die für seinen religiösen Glauben eine große Rolle spielte, verstarb am 16. März 2013, wenige Tage nach ihrem 100. Geburtstag.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


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Lesermeinungen

 girsberg74 12. August 2017 
 

@Stefan Fleischer an @girsberg74, zum Zweiten

Danke für Ihre Antwort!


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 Stefan Fleischer 12. August 2017 

@ girsberg74

Ich verstehe Sie durchaus. Es gibt Fälle, in denen der Gehorsam begründet werden muss, aber eben nicht in erster Linie vor den Menschen oder gar vor dem eigenen Ich, sondern vor Gott und seinem (gut geschulten Gewissen). Was wir aber heute erleben ist, dass der Ungehorsam zur Tugend empor stilisiert wird, dass das man sich praktisch nur dann auf das Gewissen beruft wenn es gilt, den eigenen Ungehorsam zu rechtfertigen. Auch hier glaube ich: "Wehre den Anfängen!"


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 girsberg74 12. August 2017 
 

@Stefan Fleischer an @girsberg74

Sehr geehrter Herr Fleischer,

ich kann Ihre Sorgen nachvollziehen. Dass Gehorsam begründungspflichtig ist, halte ich mit N. dennoch für normal. In der Regel ergeben sich Probleme nur, wenn etwas fragwürdig ist.

[Dass N. im zweiten Glied seiner Rede ein bestreitbares „Wofür“ setzt und Jägerstätter vielleicht für seine Zwecke instrumentalisiert, das ist nicht meine Sache.]

Beim „Gehorsam“ handelt es sich um einen Anspruch in einer formalisierten Beziehung, die ursprünglich mit Autorität („auctoritas“, nicht „potestas“) zu tun hat; mit „Autorität“ verstanden als freiwilliger Anerkennung eines Mehrs in einer Eigenschaft (einer Führung) wo gemeinsam für ein Drittes eingestanden wird.

Wenn dieser gemeinsame Einsatz fragwürdig geworden ist, sei es, dass das Dritte nicht (mehr) klar ist, sei es, dass das Vertrauen unter den Handelnden Schaden genommen hat, dann muss Gehorsam (insbesondere als Forderung) begründet werden oder die Beziehung löst sich auf.


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 Stefan Fleischer 11. August 2017 

Im Übrigen glaube ich

Ungehorsam kann unter Umständen notwendig sein, aber niemals eine Tugend!


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 Diasporakatholik 11. August 2017 
 

Es ging bei Jägerstätter ausschließlich um den Gehorsam gegenüber der weltlichen Obrigkeit

Nicht um Gehorsam gegenüber der Kirche.

Er war sogar bereit, Wehrdienst ohne Waffeneinsatz z.B. als Sanitäter in der Wehrmacht zu leisten.

Aber das hat man ihm verwehrt.

Für mich ist er ein großes Vorbild als Wehrdienstverweigerer mit Waffe aus Gewissensgründen.


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 zweifelTom 11. August 2017 
 

Schäbig

Es ist schäbig, wenn der Gedenktag des Laienmärtyrers Franz Jägerstätter von einem Dogmatikprofessor dazu missbraucht wird, das Gewissen gegen den Gehorsam in der Kirche auszuspielen, um so – in durchsichtiger Absicht – Legitimationsspielraum für die heute massenhafte Glaubensverweigerung und Missachtung von Glaubenslehren zu schaffen.
Viel wichtiger wäre es an diesem Gedenktag, den bei Jägerstätter durchgängigen Gedanken der „Beleidigung Gottes“ durch die Sünde wieder aufzugreifen und zu einem Leitfaden des täglichen Handelns zu machen.
Aber welcher Pfarrer traut sich heute noch, von der Sünde als einer Beleidigung Gottes zu sprechen?


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 Zeitzeuge 11. August 2017 
 

Prof. Niewiadowski übertreibt, die Ursache habe ich wohl genannt,

gewaltig, wenn er den sel. F.Jägerstätter als Mit-Urheber einer Revision des Gehorsamsbegriffs bezeichnet!

Bei F. Jägerstätter ging es ganz gewiss NICHT um den Gehorsam gegenüber dem kirchlichen Lehramt, der in Luk. 10,16 begründet ist.

Hier ging es eindeutig um den Gehorsam gegenüber der weltl. Obrigkeit dessen Grenzen uns z.B. bereits im Mittelalter der hl. Thomas von Aquin wie folgt aufgezeigt hat:

"Wenn die Fürsten ( die weltl. Obrigkeit) über die Macht nicht rechtmäßig, sondern angemaßt verfügen, oder wenn sie Ungerechtes befehlen, sind ihre Untertanen nicht verpflichtet, ihnen zu gehorchen!"

Im übrigen hat Franz Jägerstätter ja 1940 den Fahneneid auf Hitler abgelegt und erst später dann nicht den Wehr/Kriegsdienst per se, sondern speziell für den NS-Staat, den er als Unrechtssystem erkannt hatte, unter Berufung auf sein Gewissen, J. war inzwischen Mitglied im dritten Orden des hl. Franziskus geworden, abgelehnt, nicht mehr u. nicht weniger!

Das sollte auch Prof.N. wissen!!


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 girsberg74 11. August 2017 
 

Nicht zu schnell, bitte!

@Stefan Fleischer @Zeitzeuge

Ganz gleich, was Josef Niewiadomski sonst erzählt und tut, seine Rede, dass Gehorsam begründungspflichtig sei und nur deshalb gefordert werden, "wenn er als Dienst am Lebensrecht der Menschen verstanden wird“, ist nicht einfach wegzuwischen.

Jeder Gehorsam, sei es die Forderung, sei es die Befolgung, ist begründungspflichtig; die Ausnahme das Verhältnis zu Gott.

[Die Schwierigkeit des Gehorsams gegenüber Gott, ist die Erkenntnis des Willens Gottes, die selbst bei ehrlichem Bemühen vage sein kann, oft auch ist.]

Die Problematik der Rede Niewiadomskis, man kann dazu auch „Fehler“ sagen, liegt im zweiten Teil seiner Rede, nämlich was jeweils „als Dienst am Lebensrecht der Menschen verstanden wird“.

Darüber mag man sich auseinandersetzen.

- - -

Das Problem das Niewiadomski anspricht. ist auch innerkirchlich bedeutsam, wenn gute Leute ohne jegliche Begründung (Anhörung) geschasst werden.


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 Diasporakatholik 10. August 2017 
 

@mphc

Sie haben recht.
Auch in dem von mir angegebenen biographischen Buch wird das eindrucksvoll beschrieben, dass Pater Reinischs Glaubenszeugnis als Märtyrer Franz Jägerstätter von der Richtigkeit seiner Entscheidung der Verweigerung des Kriegsdienstes mit der Waffe überzeugte und bestärkte.


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 mphc 10. August 2017 

Einen Eid auf Hitler? – Nie!

P. Franz Reinisch (1.3.1903 – 21.8.1942) war der einzige Priester, der den Fahneneid auf Hitler verweigert hat.
Der Tiroler, ein Priester der Schönstattbewegung, wurde vor 75 Jahren, am 21.8.1942, hingerichtet. Derselbe Gefängnisgeistliche, Pfarrer Heinrich Kreutzberg, betreute ein Jahr später Franz Jägerstätter, welcher durch das Beispiel von P. Reinisch in seinem Weg bestärkt wurde.
Inzwischen wurde von der Diözese Trier auch für P.Reinisch ein Seligsprechungsprozess eröffnet.


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 Stefan Fleischer 10. August 2017 

Also doch

Ich hatte sofort den leisen Verdacht, Prof. Niewiadomski würde versuchen den Ungehorsam des Seligen gegenüber einer gottlosen Staatsmacht zu instrumentalisieren um seinen eigenen Ungehorsam gegenüber dem Lehramt der Kirche zu legitimieren.


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 Zeitzeuge 10. August 2017 
 

Dieser merkwürdige Dogmatiker und Papstbewunderer Berichtigung!

Leider Tippfehler beim "Zitat"!

Richtig: "Ich glaube aber nicht, d a s s
sie (die Familie) dadurch gestärkt wird...."


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 Diasporakatholik 10. August 2017 
 

Zur rechten Anwendung des Gehorsams genügt ein Blick in die Apostelgeschichte

Auf ein vom Hohen Rat ausgesprochenes Verbot der öffentlichen Zeugnisgabe für Jesus Christus antworteten und verhielten sich die Apostel wie folgt:

Apg 5,29: Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: 

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Franz Jägerstätter stand somit mit seinem Verhalten voll in biblischer Tradition und es ist damit keineswegs so neuartig, wie es der Herr Professor der Theologie hier weismachen will.

Franz Jägerstätter hat sich seine Entscheidung auch gewiß nicht leicht gemacht gerade auch im Hinblick auf seine Frau und die 3 noch unmündigen Kinder.

Wer da sich in sein Denken und Handeln tieferen Einblick verschaffen möchte, dem kann ich nur wärmstens die Lektüre des autobiographischen Romans "Die Suche nach Jägerstätter" von Kurt Benesch empfehlen.

Ich habe das Buch vor vielen Jahren im Schriftenstand der katholischen Wallfahrtskirche von Waghäusel vorgefunden, käuflich erworben und seither mehrfach gelesen.
.


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 Zeitzeuge 10. August 2017 
 

Dieser merkwürdige Dogmatiker und Papstbewunderer

hat offensichtlich den seligen Franz Jägerstätter für seine "narrative Theologie" instrumentalisiert!

Lt. religion.ORF.at vom 14.8.2014 hat dieser "Professor" der kath. Kirche in einem Interview "neurotische Fixierung" in Fragen der Sexualmoral und der Ehe- und Familienpastoral vorgeworfen!

Zitat: "Ich glaube aber nicht, da sie(die Familie) dadurch gestärkt wird, dass wir den bisherigen Umgang mit
"wiederverh.Geschiedenen" oder den bisherigen Umgang im Hinblick auf die Empfängnisverhütung beibehalten."

Weiterhin sagte er sinngemäß, daß die Zeit jetzt für jene vorbei sei, die unter Benedikt XVI. allein auf die päpstliche Autorität pochten, diese müssten nun Inhalte liefern, diese seien jedoch oftmals wörtlich "so dürftig, daß sie in der heutigen Welt davonschwimmen".

Das scheint dieser Herr unter "Lebensrecht der Menschen" zu verstehen,
wieder einmal, die Lehre ist den Menschen "von heute" anzupassen, weil dieser Menschentyp sich nicht im Gehorsam der Lehre unterordnen will!


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 Stefan Fleischer 10. August 2017 

Damit habe ich Mühe

"Gehorsam sei damit, so der Dogmatiker, begründungspflichtig geworden und könne deshalb nur noch gefordert werden, "wenn er als Dienst am Lebensrecht der Menschen verstanden wird."
Zum einen ist, nach meinem Empfinden, nicht der Gehorsam begründungspflichtig, sondern der Ungehorsam. Sonst wäre ja der Gehorsam Gott gegenüber ebenfalls begründungspflichtig. Und die meist allein gültige Begründung für den Ungehorsam ist immer der Gehorsam Gott gegenüber. Zum anderen ist der Dienst am Lebensrecht des Menschen nur dann eine gültige Begründung, wenn dieses Lebensrecht in Gott begründet ist. Sonst entbehrt dieses Lebensrecht der tragenden Grundlage und kann somit beliebig zu- oder aberkannt werden. Die entscheidende Frage ist also immer, im Alltag wie in den schwierigsten Momenten des Lebens: Ist es das, was Gott will oder ist es das, was sich will, was die Menschen wollen? Hier braucht es ein in einer bewussten Gottesbeziehung geschultes Gewissen.


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 Stefan Fleischer 10. August 2017 

Gehorsam und Gewissen

"Gehorsam sei damit, so der Dogmatiker, begründungspflichtig geworden und könne deshalb nur noch gefordert werden, "wenn er als Dienst am Lebensrecht der Menschen verstanden wird."


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