Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  8. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  9. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  10. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  11. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  12. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  13. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  14. Papst betont in Algier Gemeinsamkeit von Christen und Muslimen
  15. Viel Lärm um nichts?

‚Ein ignoranter, unmäßiger vatikanischer Angriff’

18. Juli 2017 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Antonio Spadaro SJ und Marcelo Figueroa kritisieren in einem Artikel für die Civilta Cattolica die politische Allianz zwischen Katholiken und evangelikalen Protestanten. Zu Unrecht, findet Phil Lawler.


Rom (kath.net/CWN/jg)
Als „ignoranten, unmäßigen Vatikanischen Angriff auf den Amerikanischen Konservativismus“ hat Phil Lawler, Gründer und Herausgeber des Catholic News Service (CWN), einen Essay von Antonio Spadaro SJ und Marcelo Figueroa in der Jesuitenzeitschrift Civilta Cattolica bezeichnet.

Spadaro, der Herausgeber von Civilta Cattolica, und Figueroa, ein argentinischer Presbyterianer, der von Papst Franziskus mit der Herausgabe des L’Osservatore Romano in seinem Heimatland beauftragt worden ist, hätten sich mit ihrem Artikel in die politische Debatte einer Gesellschaft eingemischt, die sie nicht verstehen würden und damit jene Amerikaner vor den Kopf gestoßen, welche am stärksten den Einfluss der katholischen Kirche in den USA unterstützen würden, schreibt Lawler.

Spadaro und Figueroa kritisieren eine „manichäische“ Schlagseite im politischen Konservativismus der USA und eine politische Allianz zwischen Katholiken und evangelikalen Protestanten. Konservative Politiker, darunter die Präsidenten Richard Nixon, Ronald Reagan, George W. Bush und Donald Trump seien stark vom fundamentalistischen protestantischen Denken beeinflusst. Dieser Einfluss zeige sich in einer Tendenz, die Wirklichkeit in Gut und absolut Böse einzuteilen. Diese Haltung, von den Autoren wiederholt als „manichäisch“ bezeichnet, ebne den Weg in die Konfrontation.


Viele katholische Amerikaner hätten diese Einstellung von den evangelikalen Protestanten übernommen. In ihrem Artikel äußern sich die beiden Autoren besorgt über eine Allianz aus Katholiken und evangelikalen Protestanten, die sie als „Wertewähler“ (engl. „value voters“) bezeichnen.

An dieser Stelle bringen sie die Ökumenebestrebungen von Papst Franziskus ins Spiel. Der Unterschied zwischen diesen beiden Konzepten sei enorm. Papst Franziskus wolle die Verbindung zwischen Kultur, Politik, Institution und Kirche durchbrechen. Er wolle im Bereich der Politik nicht der einen oder anderen Seite Recht geben, weil er wisse, dass an der Wurzel jedes politischen Konflikts der Kampf um Macht stehe, behaupten sie.

Lawler hält diese Kritik für verfehlt. Solle sich die Kirche nicht mehr in politische Debatten einmischen, in denen moralische Prinzipien auf dem Spiel stünden, nur um nicht in einen Machtkampf verwickelt zu werden? Solle die Kirche jetzt diejenigen verurteilen, die moralische Aspekte in die öffentliche Diskussion einbringen wollten, fragt er.

Der Artikel enthalte eine Reihe logischer und inhaltlicher Fehler, schreibt Lawler. Die Autoren würden einerseits behaupten, offen für die Ökumene zu sein, während sie andererseits nichts als Verachtung für eine Koalition zwischen Katholiken und evangelikalen Protestanten in den USA übrig hätten – und das in einer Zeit, in der Martin Luther vom Vatikan für seinen Wunsch nach Reformen gelobt werde. Die Autoren würden den amerikanischen Konservativen vorwerfen, politische Ereignisse als Kampf zwischen Gut und Böse zu sehen, während sie andererseits den politischen Konservativismus in den USA eindeutig als Kraft des Bösen darstellen würden, die es zu bekämpfen gelte, schreibt er.

Die Autoren würden sich ein Urteil über die amerikanische Politik zutrauen, obwohl ihr Artikel zeige, wie wenig sie die tatsächlichen Verhältnisse verstehen würden. Ein Amerikaner wäre höchst erstaunt, Politiker wie Nixon, Reagan, Bush und Trump in ein und derselben religiösen Schublade zu finden, die noch dazu von „fundamentalistischen“ Prinzipien bestimmt sei. Ebenso verwunderlich sei es, dass die Spadaro und Figueroa Personen wie Pfarrer Rousas Rushdoony und der Internetseite Church Militant breiten Raum geben würden. Diese seien wohl kaum Personen, die Einfluss auf die öffentliche Meinung der USA hätten. Der Artikel sei aus der Perspektive von Personen geschrieben, die ihre Informationen über die USA aus linken Journalen beziehen würden, kritisiert Lawler.

Der Artikel sei ums so bedenklicher, weil es sich bei den Autoren um Vertraute von Papst Franziskus handle. Antonio Spadaro sei ein Vertrauter von Papst Franziskus und gelte als dessen „Sprachrohr“. Marcelo Figueroa sei von Papst Franziskus persönlich ausgewählt worden, um die argentinische Ausgabe des „L’Osservatore Romano“ herauszugeben. Jede Ausgabe von „La Civilta Cattolica“ werde vor ihrer Veröffentlichung von der Pressestelle des Vatikans geprüft.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jesuiten

  1. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  2. Eklat durch NS-Vergleich gegenüber Israel bei interreligiösem Kongress in Rom
  3. Weniger Gläubige in der Münchner Jesuitenkirche
  4. Jesuitenorden erinnert an Bekehrung Ignatius von Loyolas
  5. USA: Pro-Abtreibungspolitiker wird Jesuit
  6. Jesuitengeneral Sosa: Es gibt einen Kampf in der Kirche
  7. Jesuitengeneral: Satan ist nur eine ‚symbolische Realität’
  8. Und wieder ein Jesuiten-Skandal
  9. US-Jesuitenschule möchte weiterhin katholisch sein
  10. Die Bekenntnisse des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius SJ







Top-15

meist-gelesen

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  4. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  5. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  6. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  7. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  8. "Derselbe Polarstern"
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  11. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  12. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  13. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  14. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  15. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz