21 Juni 2017, 08:00
Zentralrat der Juden: 'Es ist sehr enttäuschend…'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Antisemitismus'
Kritik des Zentralrats der Juden an bevorstehender Bundestagsdebatte über Antisemitismus: Befassung des Bundestags mit Antisemitismus-Bericht unzureichend

Berlin (kath.net/pm) „Es ist sehr enttäuschend, dass der Bundestag nicht einmal eine Beschlussfassung vorsieht.“ Dies erklärt gemäß Pressemeldung der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, zur für Mittwoch angesetzten Debatte im Deutschen Bundestag zu Antisemitismus. „Die Bekämpfung von Antisemitismus darf nicht von Wahlperioden abhängen. Es droht viel Zeit verloren zu gehen, bis die Handlungsempfehlungen des Expertenkreises von der Bundespolitik wieder in den Blick genommen werden. Daher bleibt zu hoffen, dass wenigstens die Bundesländer die Umsetzung der Empfehlungen umgehend in Angriff nehmen. Der Zentralrat der Juden wird auch nach der Wahl darauf pochen, den Bericht nicht in der Schublade verschwinden zu lassen. Antisemitismus erledigt sich nicht von selbst. Wir dürfen das Thema nicht zu den Akten legen, sondern müssen sämtliche Formen des Antisemitismus in unserer Gesellschaft aktiv bekämpfen.“

Werbung
irak


Der Deutsche Bundestag wird an diesem Mittwoch (21.06.) über den Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus debattieren. Rund eine Stunde ist für das Thema vorgesehen, das der Expertenkreis in zweijähriger Forschungsarbeit auf 300 Seiten aufbereitet hat. Am Ende der Parlamentsdebatte soll jedoch kein Beschluss gefasst werden.

Nach Auffassung des Zentralrats der Juden in Deutschland wird der Bundestag damit weder dem Thema noch der Arbeit des Expertenkreises gerecht. Gerade so kurz vor Ende der Legislaturperiode wäre es wichtig, Vorkehrungen zu treffen, damit die Empfehlungen der Experten nach der Bundestagswahl auch tatsächlich umgesetzt werden.

Noch in dieser Legislaturperiode sollten dafür erste konkrete Schritte erfolgen. Schon jetzt wäre es möglich, mit den Vorbereitungen für das neue Amt eines Antisemitismus-Beauftragten im Bundeskanzleramt zu beginnen, der ressortübergreifend und in Zusammenarbeit mit den Ländern agieren sollte. Ebenso könnte der Prozess eingeleitet werden, damit Deutschland möglichst bald die international vereinbarte Arbeitsdefinition von Antisemitismus annehmen kann.

ARD - Interview mit Josef Schuster (Zentralrat der Juden) über Juden und Muslime (Febr. 2015)








kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
meist kommentierte Artikel

Papst liest "zum Schutz seiner Gesundheit" keine kritischen Blogs (85)

Marx: „Von Segnung homosexueller Paare habe ich nicht gesprochen“ (62)

Kardinal Kasper: Franziskus ist ein prophetischer Papst (47)

Das Ärgernis der Vergeschichtlichung der Wahrheit (45)

Burger, Fürst widersprechen Marx: Keine Segnung für Homopaare! UPDATE! (33)

3 x Fake-News bei Spiegel-Bericht über Laun - Keine Schönborn-Antwort (27)

"Die Zulassung zur Kommunion wird zur Regel werden" (22)

Papst empfiehlt Priestern in Midlife-Crisis Buch von Anselm Grün (21)

„CDU braucht dringend inhaltliche und personelle Neuausrichtung“ (20)

Kardinal Schönborn: Kritik an Bischof Laun, Schweigen zu Homo-Segnung (19)

Junge Schänder einer Marienfigur müssen Mohammeds Marien-Lob lernen (19)

Viktor Orbán: "Das Christentum ist Europas letzte Hoffnung" (18)

Kardinal Cupichs Amoris-laetitia-Seminare mit umstrittenen Referenten (18)

Wegen Grippewelle: Kein Weihwasser, keinen Friedensgruß (16)

Kirche – das sind die Freundinnen und Freunde Jesu (15)