Login




oder neu registrieren?


                                                        Coming soon: Die mobile Version von kath.net - Wir bitten noch um etwas Geduld! DANKE!

Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-10

meist-kommentiert

  1. Kardinal Koch möchte Versöhnung von Alter und Neuer Messe
  2. Kommt Corona-Impfpflicht?
  3. Der grosse Betrug
  4. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  5. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  6. Corona-Ausbruch in Frankfurter Baptistengemeinde
  7. Papst Franziskus in Geldnot!
  8. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  9. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  10. Österreichische Bischöfe bitten im Corona-Hirtenwort um Entschuldigung

Slowakei: Kirche enttäuscht nach 'Nein' zu Glücksspielverbot

28. Februar 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Abstimmung im Pressburger Rathaus brachte nicht das erwartete Verbot - Zuvor zwölfstündiger Verhandlungsmarathon


Bratislava (kath.net/KAP) Nach der völlig unerwarteten Ablehnung des Glücksspielverbots durch den Pressburger Gemeinderat herrscht über die Ursachen und Folgen dieser Entscheidung Unklarheit. Die Frontlinie verläuft dabei nicht zwischen den pauschalen Befürwortern und den Gegnern des Glücksspiels, sondern zwischen jenen Abgeordneten, die das Glücksspiel generell verbieten, und jenen, die es nur regulieren und damit eindämmen wollen. Eine große Rolle spielen die Vorgaben des Slowakischen Staates, der das Thema den Gemeinden überantwortet hat. Als Vorbedingung für ein Glücksspielverbot wird verlangt, dass eine Petition der Gemeindeeinwohner stattgefunden hat, die von 30 Prozent der Stimmberechtigten unterzeichnet wurde.

Die katholische Kirche enthält sich einer Beurteilung der rechtlichen Situation, lässt aber Sympathie für die Verbotsproponenten erkennen. Unter der Annahme einer definitiven Ablehnung des Glücksspielverbots hatte der Pressburger Erzbischof und Vorsitzende der Slowakischen Bischofskonferenz, Stanislav Zvolensky, am 18. Februar durch seinen Sprecher Martin Kramara die "Verwunderung und Enttäuschung" darüber ausgedrückt, dass sich das Stadtparlament über die Willenskundgebung von mehr als 100.000 Bürgern hinweggesetzt habe. Die "Ablehnung dieser Bürgerinitiative, die die Fortsetzung eines alarmierenden Zustandes zur Folge" haben werde, dürfe jedoch "nicht zu Resignation oder Untätigkeit führen". Im Gegenteil müsse man "jetzt mit noch größerer Aufmerksamkeit jene unterstützen, die sich jenen Menschen und Angehörigen widmen, die durch die Abhängigkeit von Hasardspielen verwundet sind, und in Richtung der jungen Menschen präventiv wirken", so Kramara.

Der Abstimmung im Pressburger Rathaus war ein zwölfstündiger Verhandlungsmarathon vorangegangen. Ein Polizeieinsatz sollte sicherstellen, dass die demonstrierenden Befürworter des Verbots nicht mit den Gegnern ins Gehege kommen. Die blau gekleideten Befürworter vertraten nach eigenen Angaben 14.000 Personen, die in der slowakischen Hauptstadt um ihre Arbeitsplätze bangen, die Gegner verwiesen auf die 136.139 Unterzeichner der bereits am 29. Juni 2016 eingereichten Petition, davon 98.118 amtlich beglaubigte Stimmen, die ein komplettes Verbot gefordert hatten. Ende 2016 hatte die slowakische Hauptstadt einschließlich der vor allem jugendlichen nicht Stimmberechtigen 422.932 Einwohner.

Beide Seiten wurden von prominenten Personen angeführt: die Gegner des Verbots von Dominika Lukacova, einer früheren Moderatorin der liberalen Fernsehstation "Markiza"; die Befürworter von Anton Chromik, der Gallionsfigur der "Allianz für die Familie", die 2015 das fehlgeschlagene "Referendum für die Familie" initiiert hatte. Setzten die Gegner des Verbots vor allem auf ein Bombardement der Abgeordneten mit Mails, Anrufen und Einladungen zu Gesprächen unter vier Augen, so die Befürworter unter anderem auf Gottesdienste.

Von den 45 Abgeordneten des Stadtparlaments waren 41 erschienen, von denen 17 gegen den Verbotsantrag stimmten. Infolgedessen reichten die 24 Abgeordneten, die für ein Verbot des Glücksspiels eintraten, nicht aus, um die erforderliche Dreifünftelmehrheit der Anwesenden zu erreichen.

Der parteiungebundene Primator (Oberbürgermeister) Ivo Nesrovnal, der zusammen mit den Bürgermeistern (Bezirksvorstehern) der slowakischen Hauptstadt den Antrag auf ein totales Glücksspielverbot eingebracht hatte, zeigte sich vom Abstimmungsausgang "verwundert und schockiert". Nesrovnal ist entschlossen, über den Antrag mit unverändertem Wortlaut in der nächsten Sitzung des Gemeinderats am 30. März erneut abstimmen zu lassen. Nesrovnal ist überzeugt, bei der neuerlichen Abstimmung das Verbot des Glücksspiels durchsetzen zu können.

Abgeordnete, die gegen das Totalverbot gestimmt hatten - überwiegend Mitglieder der linkspopulistischen Partei "Smer" von Ministerpräsident Robert Fico, aber auch der liberal-christdemokratischen Partei "Das Netz" (Siet) und der Partei "Der Sprung" (Skok) - haben hingegen in einer gemeinsamen Erklärung festgehalten, dass sie keineswegs für eine völlige Freigabe des Glücksspielbusiness eintreten, sondern nur für dessen Einschränkung, wie sie etwa in Wien und Budapest gehandhabt werde. Ein Totalverbot würde nur die Abwanderung in die Illegalität und ein Anwachsen der kriminellen Szene bewirken.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Slowakei

  1. Bratislava: Rosenkranzgebet gegen "Istanbul-Abkommen"
  2. Traditionelle Volksmissionen in der Slowakei starten
  3. Slowakei: Komplette Bischofskonferenz beim Marsch für das Leben!
  4. Slowakei: Regierung regelt Kirchenfinanzierung neu
  5. Slowakei vor Neuregelung der Priesterbesoldung
  6. Erzbischof begrüßt slowakisches Nein zu Istanbul-Konvention
  7. 25 Jahre Unabhängigkeit: Erzbischof lobt "Öffnung" der Slowakei
  8. Slowakei: Kirche feiert Seligsprechung von P. Titus Zeman
  9. Slowakischer Priester-Märtyrer Zeman wird seliggesprochen
  10. Slowakei: Verschleierte Puppe mit Waffe vor Dom gefunden








Top-10

meist-gelesen

  1. Bistum Trier: Klobürsten-Segen durch Pfarrer Leick
  2. Kardinal Müller warnt vor Unterdrückung der katholischen Kirche
  3. kfd: Maiandacht mit der Pachamama
  4. Papst Franziskus in Geldnot!
  5. Vom Lehramt längst beantwortet
  6. Gegen Anordnung des Bistums: Kommunion in Metalldose zum Mitnehmen
  7. Liturgieprofessoren schlagen Benediktion Homosexueller vor
  8. Der grosse Betrug
  9. Berlin: Muslime beten erstmals in evangelischer Kirche
  10. Corona-Krise ist für George Soros die Krise seines Lebens

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz