12 Februar 2017, 09:50
Papst: Mensch hat Würde von Empfängnis bis zum letzten Atemzug
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Menschenwürde'
Franziskus an Gesundheitskommission der Italienischen Bischofskonferenz: Werden Kranke und ihre Menschenwürde nicht geachtet, kommt es dazu, dass Entscheidungen "vom Geld geleitet" werden.

Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Papst Franziskus hat mangelnde Achtung der Menschenwürde im Gesundheitsbereich kritisiert. "Wenn es einen Bereich gibt, in dem die Wegwerfkultur deutlich ihre schmerzhaften Folgen zeigt, dann ist es gerade im Gesundheitswesen", sagte er am Freitag im Vatikan. Die "unverletzliche Würde jedes einzelnen" müsse "vom Beginn der Empfängnis bis zum letzten Atemzug" an erster Stelle stehen, sagte er der Gesundheitskommission der Italienischen Bischofskonferenz (CEI). Ressourcen müssten auf ethische und solidarische Weise genutzt werden und dürften nicht auf Kosten der Schwächsten gehen.

Werbung
christenverfolgung


Wenn Kranke und ihre Menschenwürde nicht geachtet würden, könne das sogar dazu führen, das mit ihrem Leid finanziell "spekuliert" werde. Politische und behördliche Entscheidungen dürften nicht nur "vom Geld geleitet" werden, mahnte der Papst.

Er forderte seine Zuhörer auf, das in der italienischen Verfassung verankerte Recht auf Gesundheit zu schützen. Alle müssten ihre Anstrengungen verstärken. Grade die schwächsten bekämen die wachsende Armut im Gesundheitsbereich zu spüren. Er betonte, Kranke seien "wertvolle Mitglieder" der Kirche.

Franziskus lobte zudem einige Fortschritte der Medizin, der Bereich von seltenen und vernachlässigten Krankheiten werde jedoch "nicht immer angemessen beachtet". Ausdrücklich dankte Franziskus allen im Gesundheitsbereich tätigen für ihre Arbeit. Den Einsatz vieler Freiwilliger für Kranke lobte er besonders. "Das ist für mich eine große Überraschung gewesen und ich danke Gott dafür".

Der Papst hatte die CEI-Gesundheitskommission anlässlich des 25. katholischen Welttags der Kranken im Vatikan zur Audienz empfangen. Die zentrale Feier zu dem weltweit begangenen Festtag findet am Samstag im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes statt. Der Welttag steht dieses Jahr unter dem Motto "Staunen über das, was Gott vollbringt - 'Der Mächtige hat Großes an mir getan'". Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin wird als Papstgesandter die Feiern in Lourdes leiten.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

"Das ist schon so eine Sonderwelt" (128)

Woelki kritisiert Mitbischöfe: 'Keine neue Kirche erfinden!' (70)

Deutscher Gesundheitsminister möchte Konversions-Therapien verbieten (56)

Müller: Missbrauchsgipfel greift Daten zum Grundproblem nicht auf (46)

Papst entlässt Ex-Kardinal McCarrick aus Klerikerstand! (42)

Kirchenaustritte 2018 in Bayern: Sprunghafter Anstieg (40)

Ermittlungen gegen Apostolischen Nuntius in Paris (39)

Liturgie: keine sterilen ideologischen Polarisierungen! (37)

Medien: Papst hebt Sanktionen gegen Ernesto Cardenal auf (32)

Kardinal Farrell neuer Camerlengo der katholischen Kirche (30)

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen „Nacktselfie-Bischof“ (30)

Die Missbrauchsproblematik und das eigentliche umfassende Übel (25)

Wo ist dein Bruder? (23)

Ungarische Regierung beschließt massive Familien-Förderung (20)

„Warum schwärzt Kasper jetzt Müller quasi als 'Luther redivivus' an?“ (20)