26 August 2003, 11:44
Laun: Über Häresien reden, nicht sie vertreten
 
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Demut heißt nicht, Fehler Gottes zu behaupten, meint der Salzburger Weihbischof Andreas Laun in einem Kommentar zur "Missions"-Debatte auf den Salzburger Hochschulwochen.

Salzburg (www.kath.net) Nach Auffassung von Perry Schmidt-Leukel, Professor für Systematische Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Glasgow, gehe es bei der pluralistischen Religionstheologie darum, dass es gegenüber den als gleichwertig eingeschätzten Religionen keinen Wunsch mehr nach "Überwindung durch Missionierung" geben kann. Es müsse erkannt werden, dass die Fülle der Heilsmittel durch nichtchristliche Religionen nicht weniger vermittelt werden kann als durch die christlichen Kirchen, lautete die These Schmidt-Leukels - so meldete vor kurzem die katholische Nachrichten-Agentur Kathpress. Prof. Schimdt-Leukel hatte dies im Rahmen seines Vortrags bei den Salzburger Hochschulwochen gesagt.

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Die These ist folgerichtig gedacht: Wenn das Heil gleich-gut bei anderen Religionen zu haben ist, warum sollte man jemand "bekehren" wollen? Wahrhaft überflüssig. Was Schmidt-Leukel hier vorgetragen hat, ist Häresie pur, allerdings Häresie von heute, dem Zeitgeist entsprechend. Das macht sie nicht besser, sondern wegen der Unterstützung durch die öffentliche Meinung nur noch verführerischer, maskiert mit einer hohlen "Demut", die nicht ist, was sie vorgibt zu sein. Demut gegenüber Nichtchristen heißt, die eigenen Sünden und Halbheiten bekennen, nicht, Fehler Gottes zu behaupten: als hätte Seine Offenbarung gar nicht stattgefunden und darum sei die jüdisch-christliche Religion auch nicht besser als "andere Religionen".

Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es gibt keine zwei oder mehr Wege, es gibt keine doppelte oder vielfältige Wahrheit, es gibt kein Doppelleben - es gibt nur einen Weg, eine Wahrheit, ein Leben. Jesus ist der Einzige, der vom Vater gekommen ist und wirklich Kunde gebracht hat. Die anderen Religionen suchen Gott, in Jesus hat Gott selbst die Initiative ergriffen. Dass das Leben, das vom Kreuz ausströmt, auch die Nicht-Christen erreicht, ist ebenso wahr wie dass auch in anderen Religionen Wahres zu finden ist. Das erkennt man, indem man sie mit der Lehre der heiligen, katholischen Kirche vergleicht.

Auf den Salzburger Hochschulwochen hat in den Jahren vor dem Anschluss sogar Bischof Alois Hudal gesprochen, jener unselig verblendete Bischof, der meinte, eine ideologische Brücke zu den Nazis schlagen zu müssen. Diese Peinlichkeit wird irgendwie aufgewogen dadurch, dass einmal auch Edith Stein Gast der Hochschulwochen war. Über Häresien sollte man auf den Salzburger Hochschulwochen reden, nicht aber sie vertreten.

Weihbischof Andreas Laun

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