08 November 2016, 10:30
Berlin: Linksextreme Szene hat Zulauf
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Extremismus'
Politologe: Handelte es sich um Rechtsextreme, gäbe es Lichterketten um Berlin

Berlin (kath.net/idea) In Berlin hat die linksextreme Szene Zulauf. Ihre Gewalttaten sind oft von zynischem Spott begleitet. Dieser Ansicht ist der Politikwissenschaftler Klaus Schroeder von der Freien Universität Berlin. Er sagte gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“: „Die machen sich über uns lustig, aber kaum jemand regt sich darüber auf. Man stelle sich vor, Rechtsextremisten würden das Gleiche tun: Wir hätten eine doppelte Lichterkette um Berlin.“ Laut Schroeder wird das Verhalten der Linksextremen nach wie vor nicht generell geächtet: „Noch immer wird im gemäßigten linken Lager linksextreme Gewalt mitunter als gute Gewalt angesehen nach dem Motto: Wenn der AfD-Politiker auf die Fresse kriegt, trifft es den Richtigen.“ Laut dem Leiter des Berliner Verfassungsschutzes, Bernd Palenda, sinkt von Jahr zu Jahr die Hemmschwelle, mit Gewalt gegen Polizisten und vermeintliche „Faschisten“ vorzugehen. Das belegten mehrere Ermittlungsverfahren wegen versuchter Tötungsdelikte. Der größte Teil der Bewegung lehne zwar weiterhin gezielte Gewalt gegen Personen ab, aber die Diskussion werde „deutlich emotionaler“ geführt. Ein Beispiel sei die Parole „Henkel töten“ – bezogen auf den Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU). Von 2014 auf 2015 stieg die Zahl der vom Verfassungsschutz registrierten Linksextremisten in Berlin von 2.560 auf 2.640. Laut einer Anfang 2016 veröffentlichten Studie des Verfassungsschutzes gab es für die Jahre 2009 bis 2013 in der Hauptstadt durchschnittlich 305 Gewalttaten pro Jahr. Die vorherige Statistik, die den Zeitraum von 2003 bis 2008 umfasste, war noch auf 139 Delikte von Linksextremen pro Jahr gekommen. Von Januar bis Ende September 2016 gab es ferner Polizeiangaben zufolge 32 Fälle von politisch motivierter Kriminalität gegen Parteieinrichtungen – für 22 waren Linksextreme verantwortlich, für sechs Rechtsextreme. Vier weitere Fälle waren den Ermittlern zufolge politisch nicht zuzuordnen.

Werbung
ninive 4







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Wiederverheiratete und 'Pathologie schismatischer Zustände' (91)

Kardinal Ouellet verteidigt "Amoris laetitia" in Vatikanzeitung (74)

„Kanzlerin Merkel ist doppelt geschwächt, aber noch alternativlos“ (32)

Papst Johannes Paul II. warnte 1992 vor einer „Invasion des Islams“ (26)

Limburg: „Bischof und Bistum werben nicht für Abtreibung“ (23)

Deutsche Ärztin verurteilt wegen Werbung für Abtreibung (22)

Vatikan-Kulturrat für Rehabilitation von Teilhard de Chardin (17)

'Weihnachtsblut. Warte...' (15)

Angst und Unsicherheit führen zu einem falschen Gottesbild (15)

Kardinal Marx gegen bedingungsloses Grundeinkommen (15)

Deutscher Konvertit: "2050 ist Deutschland ein islamischer Staat" (13)

Schavan: Papst überfordert nicht bei Migration, er ermutigt (11)

Kanada: Diskriminierung von Christen bei der Adoption (10)

Unsere Liebe Frau in Jerusalem (10)

Papst predigt gegen Abtreibung – und niemand berichtet (10)