02 November 2016, 09:45
Ismail Tipi: Kinderehen ohne Wenn und Aber verbieten
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Gesellschaft'
Landtagsabgeordneter kritisiert Bundesjustizminister Heiko Maas: „Mit seinem Vorschlag handelt er gegen unsere Werteordnung. Wir dürfen hier in Deutschland kein Auge zudrücken beim Thema Kinderehe.“

Wiesbaden (kath.net/pm) „Das Wohl der Kinder sollte in unserem Land oberste Priorität haben. Deshalb müssen wir endlich Schritte einleiten, die Ehen mit Kindern unter 18 Jahren verbieten“, fordert der hessische CDU-Landtagsabgeordnete und Integrationsexperte Ismail Tipi. Aktuell ist dieses Thema vor allem durch die Flüchtlingswelle geworden. Seitdem ist die Zahl der Kinderehen drastisch gestiegen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden im Juli dieses Jahres 1.475 verheiratete Jugendliche in Deutschland verzeichnet. Davon waren 361 jünger als 14 Jahre, 120 waren 14 oder 15 Jahre alt. Die meisten minderjährig Verheirateten kamen aus Syrien (664 Fälle). Aber auch aus Afghanistan (157 Fälle), Irak (100 Fälle) und Bulgarien (65 Fälle) kamen minderjährig Verheiratete.

Werbung
ninive 4


Laut Bundesjustizminister Heiko Maas sollen Kinderehen einfacher aufhebbar gemacht werden. „Wenn das Kindeswohl des Minderjährigen Ehepartners gefährdet ist, dann sollen Gerichte die Ehe auflösen können. Damit geht Maas meiner Ansicht nach aber nicht weit genug“, so Tipi. Laut Berichten will Maas lediglich die Kriterien für den Ermessensspielraum der Gerichte verschärfen. Die Befreiung solle nur erteilt werden, wenn die Ehe das Wohl des Antragstellers beeinträchtigt.

„Wir sollten jedoch nicht über jede Ehe, die mit 14-Jährigen oder älteren Minderjährigen geschlossen wurde, einzeln diskutieren. Wir sollten eine grundsätzliche Regelung einführen, die Menschen unter 18 Jahren verbietet zu heiraten.“ Damit unterstützt Tipi auch die Forderung der hessischen Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. „Ich kann ihr nur zustimmen, wenn sie den Entwurf als völlig untragbar betitelt. Ich kann nicht verstehen, wie der Bundesjustizminister so einen Vorschlag veröffentlichen kann. Ich glaube, er vergisst, dass der Minderjährigenschutz ein hohes Gut ist und auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Mit seinem Vorschlag handelt er gegen unsere Werteordnung. Wir dürfen hier in Deutschland kein Auge zudrücken beim Thema Kinderehe. Wir dürfen nicht ignorieren, was Kinderehen für junge Mädchen und ihre Zukunft bedeuten. Als Staat sind wir vor allem für die Sicherheit unserer Kinder verantwortlich. Wir müssen sie schützen und müssen klare Gesetze schaffen.“

Foto Landtagsabgeordneter Tipi (c) Ismail Tipi

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram

meist kommentierte Artikel

Affären, Macht und Intrigen? (123)

Kardinal Brandmüller: Papst hatte Dubia-Brief erhalten! (63)

Kardinal Burke: Wir haben Dubia-Brief bei Papst-Residenz abgegeben (57)

Tagung: Ist Gold in Liturgie noch zeitgemäß? (40)

"Was die Nazis machten, heute tun wir das mit weißen Handschuhen" (39)

Deutsche Bundespolizei weist ab sofort bestimmte Flüchtlinge zurück (31)

„Bistum Genf droht wegen des Papstbesuchs der Konkurs“ (30)

Streit um Kommunionempfang: Eine Frage des Kirchenrechts (30)

Scharfe Kritik an Totendiamanten durch Berliner Bischöfe (28)

Bischof Schwarz: „Ich habe ihn bisher immer gedeckt“ (25)

Die Verführung der niederträchtigen Kommunikation, die zerstört (25)

Zwei Donnerschläge aus Rom (21)

Ohne Islam-Reform droht Islamisierung Europas (20)

Das 'Verlustgeschäft' der Ökumene (18)

„Ich wusste seit 2002, dass Kardinal McGarrick sexuell belästigt“ (17)