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Jeder zweite Jugendliche glaubt an Horoskope

3. August 2003 in Jugend, keine Lesermeinung
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Glaube an Astrologie wird schon in Kindheit gefördert. Typisch für Zeitgenossen: "vagabundierende Religiosität" und "religionsvermischende Haltungen".


München / Berlin (www.kath.net / idea) Jeder zweite Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren glaubt, dass Sternzeichen und Horoskope einen Einfluss auf das Leben haben. Das ergab eine Studie des Münchener Meinungsforschungsinstituts "iconkids&youth". Damit glauben fast so viele Jugendliche die Macht der Sterne wie an Gott, zu dem sich 58 Prozent der befragten Teenager bekennen. Aus diesen Zahlen lässt sich schließen, dass manche Jugendliche sowohl an Gott als auch an Horoskope glauben.

"Die Astrologie ist mittlerweile nicht nur ein nettes Gesellschaftsspiel, sondern die jungen Leute nehmen sie zum Teil doch ernst", so der Jugendforscher und Leiter der Studie, Ingo Barlovic. "Der Vorteil von Horoskopen gegenüber der Religion ist: Sie sind so allgemein gehalten, dass jeder in ihnen etwas finden kann, was auf ihn zutrifft. Bei Gott fehlt es dagegen an schnellen Rückmeldungen." Der Glaube an Horoskope beginnt bereits im Kindesalter: Schon 52 Prozent der 8- bis 11-Jährigen glauben an die Macht der Sterne. 83 Prozent erklärten, an Gott zu glauben.

Der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Reinhard Hempelmann (Berlin), erklärte gegenüber idea, die Umfrageergebnisse zeigten, dass auch bei Jugendlichen "religionsvermischende Haltungen" und "vagabundierende Religiosität" verbreitet seien. Viele schienen sich keine Gedanken darüber zu machen, wie sich ihr Glaube an Gott mit dem Glauben an Horoskope vertrage. Hempelmann: "Aufgabe der Kirchen muss es sein, in der Kinder- und Jugendarbeit Akzente zu setzen, und den christlichen Glauben lebenspraktischer und in Unterscheidung gegenüber anderen Weltanschauungen zu vermitteln." Schließlich gehe aus der Umfrage auch hervor, dass es kaum Unterschiede zwischen der Orientierung von Jugendlichen und Erwachsenen gebe. "Hätte man Erwachsene befragt, wären die Ergebnisse ähnlich ausgefallen."



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