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Der Weltjugendtag ist voll von Wundern

14. September 2016 in Jugend, keine Lesermeinung
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Krakau 2016 hat wieder gezeigt, wozu die Kirche und Gott im Stande sind: Massen junger fröhlicher und friedlicher Menschen aus aller Welt zusammenzubringen. Ein Bericht von Viktoria Samp


Krakau (kath.net) Jugendliche aller Nationen Hand in Hand im Gebet des „Vater Unsers“ vereint, über zwei Millionen junge Menschen schweigend und betend vor dem Allerheiligsten versammelt, oder das Lächeln todkranker Kinder, die vom Papst gesegnet werden. Solche Momente sind unvergesslicher Momente, Momente voller Wunder. Der Weltjugendtag hat gezeigt, dass alles anders sein kann.

Nach meiner einjährigen Mitarbeit im Organisationskomitee des Weltjugendtages in Krakau werde ich immer wieder gefragt: Wie war der Weltjugendtag? Am liebsten würde ich die Frage direkt zurückgeben: Ja, wie war der Weltjugendtag eigentlich? Großartig, einzigartig, bewegend, unvergesslich. Das hat man mir zumindest gesagt. Doch vor allem war der Weltjugendtag voll von Wundern, davon bin ich überzeugt.

Die Atmosphäre soll ergreifend gewesen sein. Das kann ich sehr wohl glauben. Zwischen meinen vier Bürowänden, in denen ich Tag und Nacht verbracht habe, habe ich zwar wenig davon mitbekommen, aber wie anders konnte ein Ereignis sein, zu dem sich hunderttausende junge Menschen aus aller Welt versammeln, um gemeinsam ihren Glauben an Gott zu feiern? Mit Gottes Hilfe hat der Weltjugendtag unter dem Motto „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7) viele Herzen bewegt. Der Weltjugendtag hat mehr als zwei Millionen Menschen zusammengeführt und ihnen eine einzigartige Erfahrung Gottes Nähe und Liebe zu uns geschenkt. Der Weltjugendtag hat vor allem neue Hoffnung gegeben.


Doch wer hätte das gedacht? Wohl die wenigsten Leute, könnte man meinen. Vor allem von kirchenkritischer Seite kamen im Voraus zahlreiche negative Berichte. Das Ereignis würde das Budget sprengen, die Sicherheit sei gefährdet, die Politik sei viel zu fremdenfeindlich und die Jugendlichen würden doch sowieso nur unter dem Glaubensvorwand kommen, um aus Krakau Ballermann zu machen. Teilweise bereiteten uns solche Medienberichte mehr Kopfschmerzen als die ganze Organisation selbst. Es war eine große Herausforderung.

Wir haben diese Herausforderung angenommen. Voller, selbstloser Einsatz, wenig Schlaf, von Freizeit ganz zu schweigen. Doch vor allem das Gebet und das Vertrauen auf Gott. Und so wurde der Weltjugendtag all dieser Kritik zum Trotz zu einem großen Erfolg! Das haben uns die zahlreichen bewegenden Bilder gezeigt, die strahlenden Gesichter, die Freudentränen und die feiernden Menschen. Wie so oft hatte das Bild, das zuvor vom Weltjugendtag vermittelt wurde, gar nichts mit dem Bild zu tun, das tatsächlich in Krakau zu sehen war. Der Weltjugendtag hat gezeigt, wozu die Kirche und Gott im Stande sind: Massen junger fröhlicher und friedlicher Menschen aus aller Welt zusammenzubringen.

Doch unsere Aufgabe war es nicht nur, den Pilgern eine wundervolle Zeit in Krakau vorzubereiten. Vor allem sollte mit dem Ereignis in Krakau ein Funke im Leben jedes Einzelnen entzündet werden, der in die Welt hinausgetragen wird und sich zu einem großen Feuer entfacht. Selbst wenn wir es vielleicht noch nicht wissen, hat der Weltjugendtag in jedem etwas bewirkt

Mein persönliches Wunder? Das habe ich noch nicht erfahren. Im Moment ist es Vertrauen. Vertrauen, dass ich nicht umsonst hier hergekommen bin. Für das, was ich in den Monaten der Vorbereitung erleben konnte, bin ich Gott unaufhörlich dankbar. Wir Freiwilligen sind schnell zu einer großen Familie zusammengewachsen, die gemeinsam Höhen und Tiefen erlebt hat. Täglich haben wir uns im Gebet der Barmherzigkeit Gottes anvertraut. Anfang Juli verstarb unser Grafikdesigner – Maciej Cieśla. Auch er hat uns wichtige Lektionen gelehrt: Gott für jeden Tag zu danken, Ihm zu vertrauen und niemals aufzugeben. Die Erfahrungen bei der Vorbereitung des Weltjugendtages wird im Leben jedes Einzelnen tiefe Wurzeln geschlagen haben. Wir sind über die gesamte Zeit der Vorbereitung, die vor allem vom Gebet erfüllt war, im Glauben gewachsen und haben gelernt, gemeinsam mit der hl. Schwester Faustina und dem hl. Johannes Paul II. von ganzem Herzen zu sagen: Jesus, ich vertraue auf Dich! Wir haben gelernt, an erster Stelle nicht uns, sondern zunächst Ihn und dann den Nächsten zu sehen.

Und so traurig es war, sich voneinander zu verabschieden, so schön wird es sein, sich schon 2019 in Panama wiederzusehen. Wer einmal beim Weltjugendtag dabei war, möchte immer wieder kommen. Und dann werden wir uns noch von vielen weiteren Wundern zu berichten wissen, die Gott in unserem Leben bewirkt hat.

Foto: Viktoria Samp


Foto © Natalie Junghof


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