Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  6. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  7. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  8. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  9. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  13. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  14. „Auf dass doch alle eins seien“ (Joh 17,21)
  15. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970

Die Antwort war das Kreuz

11. September 2016 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jesu Gegenfrage an mich - Ein Beitrag von Herrmann Müller im Rahmen des Sommer-Schreibwettbewerbs von kath.net


Nieder-Wöllstadt (kath.net) Anfang des Jahres 1975 wurde ich zum Militärdienst in Rumänien eingezogen. Die Tage als Soldat vergingen schnell, denn jeder Tag war ausgefüllt mit verschiedenen Diensten, oder wir mussten einfach nur Wache schieben.

Dann kam die Nachricht, dass ein großer Marsch geplant ist. Keiner wusste genau um was es geht, außer dass eine Strecke von etwa 35 bis 40 km mit voller Kampfausrüstung, zu Fuß bewältigt werden muss. Dieser Marsch war eine schwere Prüfung für mich. Ich betete zu Gott, dass ich durch die Erschöpfung während des Marsches auf der letzten Strecke nicht umfalle und als Schwächling mit dem LKW in die Kaserne zu fahren - aber mein Gebet wurde nicht erhört.

In den Tagen nach dem Marsch war ich innerlich unruhig. Ich wollte von Gott, dem himmlischen Vater wissen, warum mein Gebet in so schwerer Lage nicht erhört worden war. Dieser Gedanke bewegte tief mein Herz, denn einer bewussten Sünde konnte ich mich nicht erinnern.

Dann kam wieder die Zeit Wachposten zu halten. Diesmal wurde mir die Wache an der Fahne zugeteilt. Das war quasi sehr gefährlich, weil man oft kontrolliert wurde - und wehe, wenn man nicht ordnungsgemäß auf dem Posten war.

Die Fahne stand am Ende eines circa zwei Meter breiten Korridors mit einem seitlichen Zugang. Schon etliche Meter vor der Fahne musste man warnen. Wenn die Warnung nicht befolgt wurde, galt die Anweisung schießen nach den vorgegebenen Regeln.


Als ich die Nachtwache von 0 Uhr bis 3 Uhr hatte, konnte ich ohne Druck über das Problem nachdenken. Ich fragte ständig: “Warum hast du, Herr Jesus, mich verlassen? Habe ich dich so betrübt, dass du mit mir nicht mehr sprechen willst? Herr vergib mir, wenn das der Fall ist! Herr du weißt, dass ich dich liebe. Heiliger Geist, bist Du betrübt über mich? Vater hilf mir!

So drehte sich das Gedankenkarussell mit Fragen und eigenen Vorwürfen weiter.

Auf einmal spürte ich innerlich die Antwort. Es war eigentlich keine Antwort, sondern eine Gegenfrage, die mir der Heilige Geist stellte. Die Frage lautete: “Wolltest du besser sein als Dein Meister?“

Auf einmal begriff ich um was es eigentlich ging. Die Tränen rollten über mein Gesicht. Und ich betete mitten in der Nacht: “Oh nein, Herr, vergib mir. Herr Jesus Du hast dich nicht geschämt zu fallen auf dem Weg zum Kreuz - ich schäme mich. Herr Jesus Du hast Dich nicht geschämt schwach zu sein und Spott zu erleiden - ich schäme mich. Oh Herr, ich möchte nicht anders sein als du." Ich weinte vor Erleichterung, denn meine Seele hatte endlich etwas begriffen vom Geheimnis des Kreuzes.

Keiner kann das Kreuz Jesu tragen. "Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt." (Jesaja 53, 4+5)

Doch unser persönliches Kreuz, wenn wir es in der Nachfolge Jesu tragen, wird uns dieselben Erfahrungen lehren wie das Kreuz Jesu.

Lehren was es bedeutet schwach zu sein. Jesus wurde schwach für mich. Es wird mich lehren, was es bedeutet zu fallen unter der Last des Kreuzes, ohne zu verzweifeln, Jesus wurde schwach für mich. Es wird mich lehren, mich nicht zu schämen, wenn man mich verspottet, denn Jesus wurde für mich verspottet. Es wird mich lehren was es bedeutet verlassen zu sein, denn Jesus ward für mich verlassen.

Diese Nacht als Wache an der Fahne war ein wichtiges Ereignis auf meinem Weg der Nachfolge Jesu. Ich war erleichtert von dem Druck des Versagens und der Schande. Auf einmal wurde mir bewusst, dass eigentlich gar nichts passiert ist, als ich mit dem Lastwagen gefahren bin. Nichts - außer dass mein Stolz und mein Ruhm vor den Menschen - "seht ihr, wie mein Gebet erhört wird?" - gelitten hätte.

Die Zeit der Wache ging zu Ende und meine Seele konnte ruhen mit dieser Antwort. Jesus sagt: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ (Lukas 9,23)

Erlebnis von 1975 - Neu niedergeschrieben 2016

Zum Autor: Geboren Anfang November 1946, in Wölz, Siebenbürgen, Rumänien, als 7-tes Kind der Bauernfamilie Müller Samuel und Regina, Studium Dipl.Ing Elektrotechnik, zur Zeit im Ruhestand, verheiratet mit Aurelia Müller, drei Kinder, Mitglied der (frei-evangelischen) Christuskirche e.V Altenstadt Hessen. Als Bekennender Christ liebe ich Christus, denn Er kam in diese Welt, die Welt zu retten (inklusive Dich und mich ) und nicht zu verdammen. Gesundheits-Zustand: Parkinson seit 10 Jahren, mit der Hoffnung, dass Gottes Zusage "durch seine (Jesu) Wunden sind wir geheilt." (Jesaja 53, 4+5) in meinem Leben sich erfüllt.

Der Beitrag erscheint im Rahmen des Sommer-Schreibwettbewerbs von kath.net. Wie finden Sie diesen Beitrag? Wir laden zum konstruktiven Feedback ein. Mit Ihrer Rückmeldung werden Sie "Teil der Jury". Gefällt Ihnen der Beitrag, dann liken Sie diesen bitte auch auf Facebook oder teilen diesen auf Twitter. Und machen auch Sie mit und schicken Sie uns Beiträge.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schreibwettbewerb

  1. kath.net-Sommerschreibwettbewerb - And the winner is...???
  2. 30 Jahre 'Assisi': Dialog statt 'Agitprop'
  3. Mein Herr und mein Gott
  4. 'Gebt Ihr ihnen zu essen'
  5. Friede jetzt
  6. Wie viel Christus steckt noch in uns Christen?
  7. 'Wo sind all die anderen?'
  8. Glauben wir alle an einen Gott?
  9. Doch plötzlich steht ER vor dem Tor und begehrt Einlass
  10. Meine Pilgerreise







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  4. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  5. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  6. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  8. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung
  9. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  10. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  11. Bozner Bischof: Wortgottesdienste ohne Kommunionausteilung feiern
  12. Kirche statt Catwalk: Hana Nitsches radikaler Weg zu Gott
  13. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  14. „Wenn Klatsch und Tratsch Wasser wären, würden wir darin ertrinken“
  15. Großbritannien: Christlicher Pastor wegen Kritik am Islam und an Transgender verhaftet

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz