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Fast 900 Sexualdelikte mit 1.200 Opfern an Silvester

11. Juli 2016 in Deutschland, 6 Lesermeinungen
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Chef des Bundeskriminalamtes: Die Hälfte der Tatverdächtigen waren erst seit kurzem in Deutschland, es gibt «schon einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Phänomens und der starken Zuwanderung gerade in 2015.» - Neues Kriminalitätsphänomen


Köln/Hamburg (kath.net/KNA) Das Bundeskriminalamt (BKA) hat Medien zufolge seine Untersuchungen zu den Übergriffen in der Silvesternacht abgeschlossen. Nach Informationen von NDR, WDR und «Süddeutscher Zeitung» kam es zu knapp 900 Sexualdelikten mit mehr als 1.200 Opfern. 120 Verdächtige seien ermittelt worden. «Wir müssen davon ausgehen, dass viele dieser Taten auch im Nachgang nicht mehr ausermittelt werden», wird BKA-Präsident Holger Münch von den Medien zitiert. Nach Auffassung des BKA handelt es sich um ein neues Kriminalitätsphänomen in Deutschland. Die meisten Verdächtigen sollen den Angaben zufolge aus Nordafrika stammen, Syrer waren hingegen kaum an den Taten beteiligt.


Rund 650 Frauen seien in Köln Opfer sexueller Übergriffe geworden, mehr als 400 in Hamburg sowie weitere in Stuttgart, Düsseldorf und an anderen Orten. Weil die Taten aus Gruppen heraus erfolgten, seien wahrscheinlich mehr als 2.000 Männer beteiligt gewesen, schätzten Beamte. Bisher habe es vier Verurteilungen gegeben. Das BKA sieht den Informationen zufolge «Ermittlungshemmnisse»: So habe es «kein geeignetes» Bildmaterial aus der Nacht gegeben und von betroffenen Frauen «kaum aussagekräftige Beschreibungen» der Täter.

Laut der Erhebung des BKA hielt sich rund die Hälfte der Verdächtigen erst seit kurzer Zeit in Deutschland auf. Münch sagte: «Insofern gibt es schon einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten des Phänomens und der starken Zuwanderung gerade in 2015.»

Die Taten in verschiedenen Städten seien vermutlich nicht vorab geplant und verabredet gewesen. «Wir haben dazu keine Beweise», so Münch. Als Konsequenz aus den Taten forderte er mehr Polizeipräsenz und Videoüberwachung zu Silvester und bei öffentlichen Großveranstaltungen.

Die Ergebnisse des BKA werden den Informationen zufolge in Kürze veröffentlicht. Ein 50-seitiger Berichtsentwurf liege den Ländern derzeit zur Abstimmung vor. Zu Details der Endfassung habe sich das BKA nicht äußern wollen, hieß es.

Archivvideo - ARD: Bericht über die Vorfälle am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht - 60 Frauen erstatten Anzeige nach sexuellen Übergriffen (5.1.2016)


(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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