Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  9. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  10. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  11. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  14. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet
  15. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette

Muslimische Gesellschaften haben keine besondere Gewaltneigung

9. Juli 2016 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Prof. Schirrmacher (Evangelische Allianz): Wurzeln der Menschenrechte liegen im Christentum


Heilbronn (kath.net/idea) Muslimische Gesellschaften weisen Studien zufolge „keine besondere Gewaltneigung oder -anfälligkeit“ auf. Diese Ansicht vertrat der Professor für Friedensforschung und Internationale Politik, Andreas Hasenclever (Tübingen), am 8. Juli bei der Tagung der württembergischen Landessynode in Heilbronn. Wie er sagte, lässt die Vielfalt des Islams keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen religiöser Überzeugung und erhöhter Gewaltbereitschaft erkennen. Der Terror von Gruppen im Vorderen Orient und Nordafrika hänge weniger mit der Religion, als mit patriarchalen Strukturen, politischer Radikalität und staatlicher Repression zusammen. Nach seinen Angaben waren 2014 fünf islamische Terrorgruppen für rund drei Viertel aller Anschläge verantwortlich. Dabei kamen rund 18.000 Menschen ums Leben. Religionen könnten zur Rechtfertigung von Gewalt und zur Mobilisation von Unterstützern herangezogen werden, so Hasenclever, „aber damit werden sie zu einer Ideologie unter vielen“. Der „militante Absolutheitsanspruch“ innerhalb einer Religion könne mit religiöser Bildung bekämpft werden. Wenn Religionen Distanz zu Gewalt und Politik wahrten, könnten sie eine „potente“ Friedenskraft sein und glaubwürdig Heil verheißen, so der Friedensforscher.


Menschenrechte stehen über den Religionen

Für den Vorsitzenden der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher (Bonn), haben die Menschenrechte ihre Wurzeln im Christentum: „Wir als Christen sollten anderen Religionen stärker vermitteln, dass der Menschenrechtsgedanke nicht gegen den Glauben an einen Schöpfer gerichtet ist, sondern sich aus ihm ergibt.“ Das würde vielen erleichtern, die Menschenrechte zu akzeptieren, so Schirrmacher. Die Würde des Menschen sei unabhängig davon, wie der einzelne Mensch zu Gott stehe. Das Christentum besitze die Menschenrechte nicht, sondern werde vielmehr an ihnen gemessen. Nach Worten Schirrmachers haben sich die Evangelikalen in der Antisklavereibewegung zuerst für die Einhaltung der Menschenrechte eingesetzt.

Christen im Nahen Osten fürchten um ihre Zukunft

Nach Angaben des Präsidenten der Nationalen Evangelischen Kirche in Beirut, Habib Badr, fürchten Christen in Nahen Osten um ihre Zukunft. Es sei tragisch, dass sie auch den Tod auf der Flucht in Kauf nähmen, um den Nahen Osten zu verlassen. Laut Badr haben Christen das Recht sich zu verteidigen – auch mit Waffengewalt. Er rief gleichzeitig dazu auf, für Frieden zu beten. Es sei tröstlich, dass Jesus alle Mächte des Todes überwunden habe: „So können wir fröhlich sein, voller Hoffnung und in Frieden, auch wenn die Welt um uns herum voller Gewalt, Krieg, Ungerechtigkeit, Verbrechen, Elend und Leid bleibt.“

Kirchensteuereinnahmen auf Rekordniveau

Die Synodalen beschäftigten sich auch mit der Finanzplanung. Die württembergische Landeskirche rechnet für 2016 wie bereits im Vorjahr mit Rekord-Kirchensteuereinnahmen von rund 700 Millionen Euro. Das berichtete der Finanzdezernent, Oberkirchenrat Martin Kastrup (Stuttgart). Aufgrund der guten Wirtschaftslage stiegen die Einnahmen trotz der sinkenden Zahl der Mitglieder. Rund 80 Prozent werden für Personalkosten genutzt. Laut Kastrup sollen 65 Millionen Euro in die Abdeckung von Versorgungsrisiken fließen. Da Kommunen die Zuschüsse für Kindergärten kürzten, müssten Kirchengemeinden als Träger über mehr Mittel verfügen. Die Kirche müsse außerdem hohe Rücklagen für die Altersversorgung ihrer Mitarbeiter bilden, könne damit aber derzeit kaum Zinsen erwirtschaften. In die Finanzplanung hat der Ausschuss acht Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit aufgenommen. Die Hälfte des Geldes soll genutzt werden, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Der Vorsitzende des synodalen Finanzausschusses, Michael Fritz (Ludwigsburg), kritisierte, dass sich die Synode zu wenig mit dem dauerhaften Mitgliederrückgang beschäftige. Der Ausschuss fordere deshalb, der Mitgliederbindung und -gewinnung Vorrang einzuräumen. Jährlich verlassen etwa 30.000 Personen die württembergische Landeskirche. Ihr gehören rund 2,1 Millionen Protestanten an.

Archivfoto: Prof. Schirrmacher, geladener geladener Beobachter der vatikanischen Bischofssynode, im Gespräch mit Papst Franziskus während der Bischofssynode im Oktober 2015


Archivfoto oben (c) Thomas Schirrmacher


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Menschenrechte

  1. Islamische Menschenrechte
  2. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  3. Lebensschützerin Lila Rose: Abtreibung ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte
  4. Vatikan-Diplomat mahnt in Saudi-Arabien zu Menschenrechte-Schutz
  5. Pakistan: Christen wird Corona-Hilfe verweigert
  6. Glettler: Abschiebung von Konvertiten "eklatantes Unrecht"
  7. Asia Bibi – Eine Frau glaubt um ihr Leben
  8. Gloria von Thurn und Taxis warnt vor Einschränkung von Grundrechten
  9. Neue Kommission für Menschenrechte des US-Außenministeriums
  10. Menschenrechte? Ein Spiegel des Menschenbildes






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise
  4. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  5. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  6. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  7. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“
  8. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  9. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus
  10. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  11. Polizei in Papst-Städtchen auf E-Bikes im Einsatz
  12. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  13. Goethes Lieblingsheiliger: Ein Meister der Freude und der Seelenschau
  14. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  15. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz