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'Ein Hund hat in Wien 6x mehr Platz als ein Kind!'

30. Juni 2016 in Österreich, 3 Lesermeinungen
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„In der derzeitigen Stadtregierung kommen Bedürfnisse der Familien anscheinend gar nicht vor“, kritisiert Gudrun Kugler vor dem Wiener Gemeinderat. Außerdem thematisiert sie Integrationsprobleme unter Schülern nichtösterreichischer Herkunft.


Wien (kath.net/pm) Im Wiener Gemeinderat legte die Landtagsabgeordnete Gudrun Kugler (ÖVP) den Finger auf offene Wunden und sagt: „Wir fordern ein familienfreundliches Wien!“

kath.net dokumentiert die Rede zur Familienpolitik von Gudrun Kugler im Wiener Gemeinderat am 28. Juni 2016 in Stichworten:

Wie sieht der Lehreralltag in Wien wirklich aus?

- Wenn ein Lehrer drei Muttersprachler in seiner Klasse hat?
- Wenn er anstatt zu unterrichten Worte und Begriffe erklären muss?
- Wieso kommen Kinder aus öffentlicher Mittelschule mit Gut in Deutsch und können nicht wirklich Deutsch? Wie geht das?
- Woher kommen die Defizite? Wieso wissen 14-Jährige z.B. nicht einmal, dass es einen 2. Weltkrieg gegeben hat? Österreichische Geschichte hat nicht einmal eine Bedeutung für verschiedene jungen Menschen. Bei vielen ist Diktatur in, für Demokratie fehlt oft das Verständnis.
- Die Schüler leben zwischen zwei Welten – nicht im Herkunftsland und nicht hier.
- Es wurde berichtet, dass Schüler über die Silvesternacht in Köln diskutieren und fragen: „Warum sind Frauen um Mitternacht auf der Straße?“ „Warum haben sie Miniröcke an?“, etc.
- Frauen, die unterrichten, setzen sich oft nicht durch. Ein Vater eines Schülers sagt zu zwei Lehrern: „Du Mann, Du gut. Du Frau, Du nix.“ Es gibt Väter, die Lehrerinnen nicht die Hand geben!
- Eine ungekannte Disziplinlosigkeit von Schülern aus allen ethnischen Gruppen bringen die Lehrerinnen und Lehrer oft an den Rand des Burnouts.


Gründe für die katastrophalen Zustände sind u.a.:

- die fehlende Integration, fehlende Sprache und ein anderes Kulturverständnis,
- die zunehmende Handysucht der Schüler,
- das Überhandnehmen von materiellen Statussymbolen,
- der wachsende Nationalismus als neue Identität,
- Zerrüttete Familien,
- die Einstellung der Eltern- dass die Schule für alles zuständig ist.

Es handelt sich hier um ein Schlüsselproblem für Wien und Österreich! Es geht um den Erhalt der Zukunft! Wir brauchen ein Lösungskonzept!

Notwendige Reformen in Schulen (verpflichtendes Vorschuljahr bei Sprachdefiziten, Sozialarbeiter in Schulen, mehr Geld für besonders herausgeforderte Schulen, etc.) wurden an anderer Stelle eingebracht. Ich möchte nun über die Familie sprechen.

Schule kann nicht die Aufgaben der Eltern übernehmen. Die „Grundfragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens“ müssen im Elternhaus vermittelt werden!

Darum ist Familie wichtig, und daher bringe ich einen Antrag ein, auf
– eine Familienverträglichkeitsprüfung für das Handeln der Stadt,
– damit die Bedürfnisse der Familien Gestaltungsprinzip der relevanten Politikbereiche werden.
Wir fordern ein familienfreundliches Wien!

Es gibt in Wien nicht einmal Geschäftsgruppe für Familie, obwohl Familie die wichtigste Lebensform in Wien ist. Familienpolitik ist ein eigenständiger Politikbereich und keine ‚abgeleitete Funktion‘ der Frauen-, Wirtschafts- oder Arbeitsmarktpolitik!

Hier ein paar mögliche Akzente:

- Wir müssen Leistbarkeit des Lebens für Familien sicherstellen und Gebührenstruktur auf Familienfreundlichkeit überprüfen.
- Wir brauchen Maßnahmen, um das Ja zum Kind zu erleichtern: Die Ablehnung der Subvention von Vereinen wie young mum und Aktion Leben ist familien- und frauenfeindlich!
- Der Betreuungsschlüssel und die Qualität der Betreuungseinrichtungen muss verbessert werden!
- Flexible Kinderbetreuung, in der alle Lebensmodelle gleichberechtigt sind, könnte über einen flexiblen Kinderbetreuungsscheck realisiert werden, den man auch mit Elternbildung in Verbindung bringt. Denn die Kinderbetreuung innerhalb der Familie darf gegenüber der institutionellen Kinderbetreuung nicht schlechter gestellt werden.
- Wahlfreiheit für Familien in Wien heißt auch, Tageseltern in ausreichender Anzahl mit entsprechender Qualität zu unterstützen.
- Family Lanes sollten in den Ämter der Stadt Wien eingeführt werden, um das Anstellen für Schwangere oder Eltern mit kleinen Kindern zu erleichtern.
- Versorgung in Kinderärzten in Wien ist ein Mangel (siehe z.B. Bericht der Patientenanwaltschaft)
- Der Selbstbehalt für Kinder und Begleitpersonen im Krankenhaus ist in Wien am höchsten!
- Familien brauchen Freiraum: Wien Statistik hat die Quadratmeter für Hundeplätze und Spielplätze pro Nase verglichen: Was kommt dabei heraus? Ein Hund hat in Wien 6x mehr Platz als ein Kind!
- Familienfreizeitpass: Familienpass mit Vergünstigungen wird von der Stadt Wien nicht gefördert! Im Tierpark Haag gibt es Familieneintrittskarten für alle, außer Wiener Familien.
- Die Freizeiteinrichtungen der Stadt Wien haben keine anständigen Familienkarten: Eislaufen und Schwimmen – Familienkarten gelten immer nur für ein Kind.

Die Familie ist der erste Ort für Sozialisation und Erziehung: In der Familie werden Individualität, Gemeinsinn und Werthaltungen vermittelt. Von diesen Voraussetzungen leben Gesellschaft und Demokratie. In einer familienfreundlichen Gesellschaft sind die Bedürfnisse der Familien Gestaltungsprinzip der relevanten Politikbereiche sind. In der derzeitigen Stadtregierung kommen die Bedürfnisse der Familien anscheinend gar nicht vor.

Video - ERF: Dr. Gudrun Kugler im Interview: Christ und Politik - geht das?


Foto Dr. Kugler © Gudrun Kugler


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