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Papst ruft in Banja Luka zur Versöhnung auf

22. Juni 2003 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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100.000 Menschen beim Seligsprechungsgottesdienst für Ivan Merz in Banja Luka. Eine "Reinigung der Erinnerung" sei nur durch Vergebung möglich, sagte Johannes Paul II.


Banja Luka (www.kath.net / red,ch) Im Zeichen von Versöhnung und Wiederaufbau stand die Reise von Papst Johannes Paul II. nach Bosnien-Herzegowina. Höhepunkt des eintägigen Aufenthalts in Banja Luka war die Seligsprechung des katholischen Intellektuellen Ivan Merz. Vor der Seligsprechungsfeier, bei der rund 100.000 Menschen anwesend waren, traf Johannes Paul II. mit dem Dreierpräsidium von Bosnien-Herzegowina zusammen, das die Volksgruppen der Serben, Kroaten und Bosniaken vertritt. Eine "Reinigung der Erinnerung" könne es nur durch gegenseitige Vergebung geben, betonte der Papst. Interessen einzelner Gruppen dürften nicht überwiegen.

„Aus dieser Stadt, die in der Geschichte von so viel Leid und so viel Blut gekennzeichnet war, bitte ich den Allmächtigen Herrn, dass er Erbarmen habe mit den Schlägen, die hier dem Menschen, seiner Würde und seiner Freiheit zugefügt wurden – auch durch Kinder der katholischen Kirche", sagte Johannes Paul II. "Ich bete, dass er allen die Sehnsucht nach gegenseitiger Vergebung eingebe. Nur in einem Klima wahrer Versöhnung wird die Erinnerung so vieler unschuldiger Opfer nicht ungewiss sein.“

Vor allem an die Jugendlichen der noch immer unter den Kriegsfolgen leidenden Region appellierte er, "nicht der Versuchung der Entmutigung zu erliegen, sondern die Initiativen zu vermehren, damit Bosnien und Herzegowina wieder ein Land der Versöhnung, der Begegnung und des Friedens" werde. "Die Zukunft dieser Gegend hängt auch von euch ab!", rief Johannes Paul II. "Sucht nicht woanders ein angenehmeres Leben, flieht nicht vor eurer Verantwortung, indem ihr darauf wartet, dass andere eure Probleme lösen, sondern stellt entschieden dem Bösen ein Gegenmittel entgegen in der Kraft des Guten.“ Als sichtbares Zeichen ihres Auftrags übergab der Papst nach der hl. Messe den Jugendlichen ein Kreuz.

Foto: (c) www.korazym.org



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