Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  2. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  5. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. Jeder zweite Deutsche wünscht sich ein Leben nach dem Tod
  8. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  9. Glaubensbekenntnis vor Millionenpublikum: Spanische Fashion-Influencerin Susana Arcocha getauft
  10. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  11. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  12. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  13. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  14. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  15. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“

Patriarch warnt Westen: Gegenüber Flüchtlingen nicht naiv sein

25. November 2015 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Irakischer Patriarch Sako im "Kathpress"-Interview: Gefahr von muslimischen Parallelgesellschaften in Europa realistisch sehen - "War klar, dass der IS-Terror früher oder später auch Europa erreicht"


Wien (kath.net/KAP) Der chaldäisch-katholische Patriarch Louis Raphael Sako hat einmal mehr die internationale Staatengemeinschaft aufgerufen, entschiedener gegen den IS vorzugehen und sich bei der Etablierung von rechtsstaatlichen Strukturen im Irak und in Syrien zu engagieren. Zugleich warnte der Patriarch im "Kathpress"-Interview den Westen davor, allzu blauäugig die muslimischen Flüchtlinge aus dem Nahen Osten aufzunehmen. Wachsamkeit vor Terroristen wie vor der Etablierung von islamischen Parallelgesellschaften sei geboten. Von den Terroranschlägen in Paris zeigte sich der Patriarch schockiert, zugleich aber auch nicht überrascht. "Das war klar, dass der IS-Terror früher oder später auch Europa erreicht."

Sako hält sich derzeit für einige Tage in Österreich auf, wo er u.a. an einer Tagung des Internationalen Zentrums für Archivforschung (ICARUS) in St. Pölten teilnimmt.

Der IS könnte militärisch relativ leicht besiegt werden, wenn sich die internationale Staatengemeinschaft einig wäre, zeigte sich der Patriarch überzeugt. Freilich gehe dies nur mit Bodentruppen. Dabei müsse man endlich auch die arabischen Staaten in die Pflicht nehmen. Sako: "Wer liefert dem IS Waffen, wer kauft ihm das Öl ab?"


Doch mit der militärischen Vernichtung des IS sei dessen Ideologie noch lange nicht verschwunden. Die Menschen müssten sich nicht mehr in erster Linie als Mitglieder einer Religion oder eines Stammes sondern als Bürger eines Landes begreifen. Für den Islam bedeute dies, dass es ohne Reformen nicht gehen werde. Hier seien die islamischen Autoritäten gefordert.

Von Demokratie keine Spur

Der Westen, allen voran die USA, hätten im Irak ein einziges Chaos hinterlassen und auch für Syrien gebe es keinen Plan, kritisierte Sako. Von der vielversprochenen Demokratie im Irak gebe es jedenfalls keine Spur. Das sei auch nicht möglich, da man dazu erste einmal die Mentalität und Einstellungen der Bevölkerung ändern müsse.

Eindringlich warnte Sako den Westen, gegenüber den Flüchtlingen aus dem Nahen Osten zu naiv und blauäugig zu seien. Die Menschen würden ihre eigenen Traditionen und ihre muslimische Mentalität mitbringen, die nicht mit westlichen Werten vereinbar seien. Man müsse die Gefahr von Parallelgesellschaften realistisch sehen und dagegen vorgehen. Zudem könnten unter den Flüchtlingen durchaus auch Terroristen sein, so Sako.

Integration sei vielleicht möglich, aber sicher schwierig. Jedenfalls seien die westlichen Staaten gut beraten , "klug vorzugehen", sagte der Patriarch. Er warnte vor einer zu hohen Konzentration von muslimischen Flüchtlingen in eigenen Wohnvierteln. Christlichen Flüchtlinge, von denen es allerdings nur relativ wenige gibt, würden sich hingegen sehr leicht integrieren. Er bedauere es zwar zutieftst, wenn die Christen ihre angestammte Heimat verlassen, es sei aber nur allzu verständlich.

Vor der Invasion der Amerikaner und ihrer Verbündeten im Irak 2003 gab es rund 1,5 Millionen Christen. Heute seien es weniger als eine halbe Million; unzählige davon Binnenvertriebene. Allein vor der Terrrormiliz IS seien 2014 rund 120.000 Christen in die sicheren Kurdengebiete geflohen. Dort seien sie zwar in Sicherheit, hätten aber keinerlei Perspektiven. Die Menschen wollten zurück in ihre Städte und Dörfer, das sei aber schlicht unmöglich.

Trennung Religion-Staat

Die einzige Chance für eine Zukunft des Nahen Osten liege in der strikten Trennung von Religion und Staat, zeigte sich das chaldäische Kirchenoberhaupt überzeugt. Und das könne nur gelingen, wenn der Westen Druck auf die entsprechenden Regierungen ausübt.

Konkret forderte Sako dies im Hinblick auf die irakische Regierung bzw. das irakische Parlament ein, damit es endlich mehr Religionsfreiheit im Irak gibt. So sei etwa die bisherige gesetzliche Regelung, wonach Kinder aus Ehen, in denen ein Elternteil zum Islam übertritt, automatisch als Muslime gelten, nicht länger tragbar. Das widerspreche jeder Form von Religionsfreiheit. Schon seit Monaten protestieren die christlichen Kirchen im Irak gemeinsam mit anderen nichtislamischen Religionsgemeinschaften und Menschenrechtsorganisationen für eine entsprechende Gesetzesnovelle.

Einmal mehr rief der Patriarch auch die österreichischen Bischöfe auf, in den Irak zu reisen, um der notleidenden Bevölkerung und besonders den Christen zu verstehen zu geben, das sie nicht vergessen sind. "Wir brauchen kein Geld sondern Solidarität", so Sako wörtlich.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Flüchtlinge

  1. Dänemark: Verschärfung der Abschieberegeln für kriminelle Migranten
  2. Christlicher Konvertit Chia Rabiei darf in Deutschland bleiben
  3. Abschiebung: Erzbischof Lackner mahnt zu Menschlichkeit und Dialog
  4. Hat Kardinal Marx für EKD-Flüchtlingsschiff einen "namhaften Betrag" zur Verfügung gestellt?
  5. Zahl der Migranten übers Mittelmeer erheblich gestiegen
  6. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  7. "Fehler von 2015 dürfen nicht wiederholt werden"
  8. Wegen Kritik an Flüchtlingspolitik wurden Krippenfiguren gestohlen
  9. So retten, „dass Rettung nicht automatisch Einwanderung bedeutet“
  10. Theologe: "Die Kirche kann barmherzig sein, der Staat darf das nicht"







Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  3. ACH TONI - hat der Wiener Dompfarrer ein Zölibatsproblem?
  4. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  5. Ludger Schepers wirre Osterbotschaft
  6. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  7. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  8. Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen
  9. Vatikan sagt für September in Rom geplanten Weltkindertag ab
  10. Johannes Hartl: „Junge Menschen fragen wieder nach Gott! Atheismus ist eher für ältere Generation“
  11. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  12. Sieg der „rebellischen Nonnen“
  13. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  14. „Die Bibel steht eindeutig im Visier der Regierung“
  15. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz