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Der Reformdruck auf die Synode wächst

12. September 2015 in Weltkirche, 28 Lesermeinungen
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Papst Franziskus vereinfacht Verfahren zur Ehenichtigkeit - Von Thomas Jansen (KNA)


Vatikanstadt (kath.net/ KNA)
Die Familiensynode steht vor der Tür und wird mit großer Spannung erwartet. Jetzt erhöht der Papst sogar noch den Reformdruck, indem er die Verfahren zur Feststellung der Ehenichtigkeit schon vorher erneuert.

Zwei Wochen bevor Bischöfe aus aller Welt im Vatikan über Reformen im kirchlichen Umgang mit Ehe und Familie beraten, hat Papst Franziskus die erste Reform bereits vorweggenommen: Er ordnete drastisch vereinfachte und verkürzte Wege zur Feststellung der sogenannten Ehenichtigkeit an. In diesen kirchenrechtlichen Verfahren geht es um die amtliche Klärung, ob eine gescheiterte Ehe im katholischen Sinne überhaupt gültig geschlossen war oder nicht.

Jedes Jahr werden weltweit Zehntausende Ehenichtigkeitsverfahren angestrengt - zuletzt waren es 2013 gut 33.000; etwa die Hälfte davon allein in den USA, in Deutschland waren es nur 671. Auch in Polen (3.274) oder Italien (2.614) ist das Verfahren viel verbreiteter. Die Idee, dass eine Ehe trotz einer intensiven Beziehungsgeschichte im Nachhinein als ungültig erkannt werden kann, passt offenbar in manche Kulturen besser als in andere.

Ob sich dies mit der vom Papst verfügten Reform ändern wird, ist nicht sicher. Franziskus begnügt sich jedenfalls nicht mit kosmetischen Eingriffen ins Kirchenrecht. Die Einführung eines drastisch verkürzten Prozesses, der binnen Wochen abgeschlossen werden kann und vom Bischof anstelle von Kirchenrichtern geführt wird, ist eine tiefgreifende Veränderung. Ein solches Verfahren soll künftig dann möglich sein, wenn beide Partner damit einverstanden sind und die Nichtigkeit der Ehe offensichtlich ist.


Ein klarer Schnitt ist auch der Verzicht auf die Bestätigung der Urteile durch eine weitere Instanz. Bislang wurde die Entscheidung in einem Eheprozess erst dann rechtskräftig, wenn ein zweites Gericht sie bestätigte. Andernfalls ging das Verfahren an das oberste Ehegericht, die Römische Rota. Dadurch zogen sich Verfahren manchmal über Jahre hin. Eine weitere Neuerung ist, dass statt dem bislang obligatorischen Dreiergremium auch ein geistlicher Richter allein den Prozess führen kann.

Der Papst selbst ist sich der Tragweite seiner Reform bewusst. Er wisse, dass ein derart verkürzter Prozess das Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe infrage stellen könne, schreibt er in einer Einleitung. Deshalb habe er diese Verfahrensform dem Ortsbischof vorbehalten. Anlass für seine Reform sei die «enorme Zahl von Gläubigen» die sich «aufgrund physischer oder moralischer Distanz zu oft von den juristischen Strukturen der Kirche abgewendet haben», heißt es in dem päpstlichen Erlass. Die Barmherzigkeit erfordere es, dass die Kirche auch diesen Menschen nahe sei. Und so tritt denn der Erlass auch am 8. Dezember in Kraft, an dem das Heilige Jahr der Barmherzigkeit beginnt.

Doch nicht nur die Stellung der Bischöfe wird gestärkt. Auch die Rolle der betreffenden Paare wertet der Papst auf. Ihre persönliche Überzeugung von der Nichtigkeit ihrer Ehe erhält größeres Gewicht. Bislang hieß es im katholischen Kirchenrecht: «Bevor der Richter eine Sache annimmt und sooft er Hoffnung auf Erfolg sieht, soll er mit seelsorglichen Mitteln die Gatten zu bewegen suchen, ihre Ehe falls möglich, gültig zu machen und die eheliche Lebensgemeinschaft wiederherzustellen». Dieser Aufruf zur Versöhnung fehlt in der Neufassung. Dort heißt es nur, der Richter müsse sich vor der Annahme des Falls vom unwiderruflichen Scheitern der Ehe überzeugen.

Unter Kirchenrechtlern ist die Vereinfachung der Ehenichtigkeitsprozesse nicht unumstritten. Vor allem in den USA sprachen sich Fachleute in der Vergangenheit dagegen aus, die zweite Instanz abzuschaffen. Hintergrund waren Erfahrungen, die man dort gemacht hatte, als Paul VI. (1963-1978) die Regel der zweiten Instanz für die USA vorübergehend aufhob. Die Zahl der Prozesse nahm damals drastisch zu.

In Rom sprießen derweil die Spekulationen: Ist diese Reform von Franziskus vielleicht der Königsweg, um Geschiedenen, die eine zweite Verbindung eingegangen sind, den Zugang zur Kommunion zu eröffnen, ohne gleichzeitig die Verteidiger der geltenden Sakramentenlehre gegen sich aufzubringen? Keine offizielle Antwort gab es am Dienstag auch auf die Frage, warum der Papst der Bischofssynode vorgreift, die ihrerseits über dieses Thema beraten wollte. Der Reformdruck beim Thema Geschiedene dürfte durch diese päpstliche Vorlage höher werden:

Eine Erleichterung der Ehenichtigkeitsprozesse ist nun jedenfalls als Ergebnis der Synode nicht mehr denkbar - denn die gibt es ja jetzt schon aufgrund päpstlicher Initiative.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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Lesermeinungen

 Klaffer 17. September 2015 
 

@carl eugen

Ich bin immer wieder beeindruckt von Ihren Beiträgen, weil Sie als ausgesprochener Benedikt-Anhänger immer wieder auch den neuen Papst verteidigen, obwohl die beiden sehr unterschiedlich sind.
Sie schreiben: Franziskus ist ein ungewöhnlicher Papst, ein Papst der polarisiert.
Das kann man auch von seinen Vorgängern sagen. Einige Beispiele:
- Verhältnis von Johannes Paul zur Befreiungstheologie
- Interreligiöses Gebet in Assisi (beeindruckte viele, wurde hier aber schon heftig kritisiert)
- Regensburger Rede von Benedikt

Jeder von uns wird sich mit einem Papst mehr identifizieren können, mit dem anderen weniger, aber eine Kirchenspaltung herbeizureden, davon halte ich nichts, ebenso wenig von einem Austritt. Ich bin froh, dass die Kath. Kirche vielen Menschen Heimat bietet.


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 Antigone 17. September 2015 
 

Lieber carl eugen,

danke für Ihr Eintreten für den amtierenden Papst!


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 carl eugen 15. September 2015 

Lieber @Klaffer!

Auch Ihnen herzlichen Dank!
Sicher war es unter Benedikt XVI. leichter, papsttreu zu sein. Vor allem für mich ist er der Allergrösste. Aber wir können uns die Päpste nicht aussuchen. Und Gott lässt es nicht zu, dass ein Papst gewählt wird, der der Kirche schadet. Darauf vertraue ich! Franziskus ist ein ungewöhnlicher Papst, ein Papst der polarisiert. Aber ich denke, das ist auch gut so. Die Kirche hat immer davon profitiert, dass ihre obersten Diener sehr unterschiedlich waren. Denken Sie an Pius XII. und den hl. Johannes XXIII. Unterschiedlicher gehts nicht! Es war zu allen Zeiten so. Und das ist eine der Stärken des Papstamtes. Franziskus ist ein sehr pastoral denkender Mensch, und davon leitet sich alles bei ihm ab. Benedikt war/ ist ein Mann der Lehre. Dadurch ergeben sich natürlich Unterschiede in der Amtsführung. Und Franziskus kommt dazu noch aus einem Schwellenland, das darf man nicht vergessen. Dass prägt auch sein Auftreten. Gottes Segen für Sie!


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 carl eugen 15. September 2015 

Lieber @Suarez!

Ich danke Ihnen für Ihren kleinen Willkommensgruss! Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Es geht mir nicht darum, das jeder alles bejubeln muss, was der Papst sagt und macht. Konstruktive Kritik ist und muss immer erlaubt sein. Nur, der Ton macht die Musik, und das mahne ich an. Auch ich habe ein wenig Magengrummeln bei dieser Reform. Der Papst selbst schreibt ja, er wisse um das Risiko. Alles in allem sehe ich diese Reform durchaus positiv. Nur das Schnellverfahren unter Leitung des Bischofs bereitet mir Magenschmerzen. Denn da kommt es ganz auf den jeweiligen Bischof an. Bei einem Bischof Stefan Oster mache ich mir keine Sorgen, aber wenn der Bischof Gebhard Fürst heisst, dann gehen auch bei mir dir Alarmglocken an. Wir werden abwarten müssen, welchen Weg die Reform einschlagen wird. Ich sehe die Unauflöslichkeit der Ehe bis jetzt allerdings nicht für gefährdet an. Dadurch das der Papst den Bischof in die Pflicht nimmt, ist das Risiko einer Aufweichung gering. Gottes Segen für Sie!


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 Suarez 15. September 2015 

@Klaffer - Missionarisches Handeln

Mission setzt einen festen Glauben voraus. Wo dieser relativiert wird, kann Mission nicht wirklich fruchtbar sein. Insofern gehört zur Mission die Lehre immer eng dazu. Der Papst beabsichtigt wohl nicht, die Mission oder Pastoral von der Lehre abzukoppeln, denn das hätte fatale Folgen für den katholischen Glauben und damit die Kirche, weil dann die Lehre in der gelebten Glaubenspraxis keinen Widerhall mehr fände.

Es geht in erster Linie nicht um papsttreu oder nicht. Wie Msgr. Schlegl schreibt, gab es in der Kirche auch unrühmliche Päpste wie Alexander VI, Julius II und Leo X. Es geht um die Wahrheit des Glaubens, die egal von welchem Papst, auch in Teilen nicht außer Kraft gesetzt werden kann. Ich will damit nicht sagen, dass dies Papst Franziskus beabsichtigt. Die Gefahr besteht aber, dass, wie infolge des 2 Vatikanischen Konzils geschehen, eine eigenwillige Rezeption der Aussagen des Papstes sich den Glauben mit der Zeit nach Belieben hinbiegt.


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 Suarez 15. September 2015 

Lieber carl eugen, ich freue mich, mal wieder etwas von Ihnen zu lesen!

Wir stehen in stürmischen Zeiten was die Lehre der Kirche anbetrifft und da schlagen naturgemäß die Wellen hoch. Wie der verehrte Msgr. Schlegl treffend hervorhebt, waren die Renaissance Päpste wahrlich kein Ruhmesblatt der Kirche, wobei man nicht vergessen sollte, dass gerade diese Päpste dem Weltlichen extrem zugewandt waren und Glaube auf weltliche Macht reduzierten.

Immer wenn die Kirche sich dem Weltlichen zuwendete, wenn man glaubte, man könne das Diesseits mit dem Jenseits zur Deckung bringen, geriet die Kirche in eine existentielle Krise.

Heute ist die Kirche auf breiter Front einem Säkularisierungsprozeß ausgesetzt, der von Versuchen einer tiefgreifenden Umformung der kirchlichen Lehre begleitet wird. Nicht grundlos warnt daher der Präfekt der Glaubenskongregation vor den Folgen der "Dekonstruktion der Ehelehre". Was gut gemeint ist, muss nicht gut enden. Insofern sind ernste Sorgen nicht unbegründet und ich gebe zu, ich habe diese auch.


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 Hadrianus Antonius 15. September 2015 
 

@JLTD

Mit Ihrer Meinung, daß die neue Regelung für Eheannulierungen bei bestimmten Bischöfen nicht gut aufgehoben ist, liegen Sie komplett richtig.
Das beste Beispiel ist Nordbelgien:
nachdem das Bistum Brügge unter den Bischöfen vanGheluwe und DeKesel in einem Sumpf von Pädo- und Homophilie, gewürzt mit großen finanziellen Skandalen und bockigen Ketzereien, total abgewrackt wurde: sind mehrere hierin verstrickte Kumpanen schnell ins Bistum Antwerpen geflüchtet zu dem häretischen Bischof Bonny (selbstexkommuniziert ipso facto durch sein Interview am 27.12.2014)(@Schlegl: das wurde noch nie bestritten).
Der große Clou: darunter der kirchenjzurist Patrick DEgrieck, großer Freund v. vanGheluwe, Freund und Beschützer des pädoph. Priesters Tom Flavez (Fall 29.10.2014 ff.) und verwickelt in Täuschung der Kongregat. f.d. Glaubenslehre.
(Kard. G. Müller hat eine schweren Stand).
Die Jurisdiktion kann ein Bischof delegieren (die postestas ordinis niet)


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 JLTD 14. September 2015 
 

Ich kann "Barmherzigkeit" nicht mehr hören

Unser Priester predigt, dass es den Teufel und die Dämonen nicht gibt. Ich mache mir keine Hoffnungen, dass das oder die Dia-Show in der Osternacht, oder die Theaterspiele als Predigtersatz jemals vom Bischof gerügt werden.

Ehen werden geschieden. Das Leiden der Kinder? Der Bruch des Versprechens? Nein, das Problem ist die Unbarmherzigkeit der Nichtausteilung der Kommunion.

Andere leben ihre homosexuellen Neigungen. Unnatürlich? Wider den Willen Gottes? Ungeordnete Leidenschaften? Nein, das Problem ist, dass man darin nicht den guten Willen würdigt, dass man diesen nicht segnen darf.

Die Hölle? Nein, Gott ist doch nicth böse. Warum sollte uns der gute Gott in die Hölle gehen lassen? Nein, es ist unbarmherzig, überhaupt an die Hölle zu glauben.

Zölibat ist auch unbarmherzig. Die armen Priester. Und wieso keine Priesterinnen? Das ist unbarmherzig!


Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neue Regelung für Eheannulierungen in den Händen eines deutschen Bischofs gut aufgehoben ist.


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 carl eugen 14. September 2015 

Sehr geehrter Msgr. Schlegl!

Ich möchte Ihnen von ganzem Herzen zustimmen, auch und gerade Ihrem letzten Kommentar.
Ich habe mich, aus privaten und persönlichen Gründen, eine Weile aus dem Forum ausgeklinkt, aber ich denke, es ist an der Zeit, mal wieder das Wort zu ergreifen.
Ich bin von einigen Foristen wirklich masslos enttäuscht. Dass hier im Forum offen zum Ungehorsam gegenüber dem Papst aufgerufen wird, erschüttert mich gewaltig. Wie ist das möglich? Der Papst, als oberster Diener der Kirche, hat eine Entscheidung getroffen, und die gilt es demütig anzunehmen. Sicher kann man über einzelne Punkte diskutieren, dafür ist ein Forum da. Aber nicht, um gegen den Stellvertreter Christi Opposition zu beziehen. Der Papst hat eine Vereinfachung der Ehenichtigkeitsverfahren angekündigt und jetzt gesetzlich verankert. Er hat das ausgeführt was schon Benedikt XVI. angemahnt hat. Und niemand hier ist in der Position, den Papst als Häretiker abzuurteilen. Wo sind wir nur gelandet? Ich bin einfach nur enttäuscht!


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 SCHLEGL 14. September 2015 
 

@ Stanley

Finden Sie es nicht ungeheuerlich 2 heilige Päpste, Johannes XXIII, Johannes Paul II als BEGÜNSTIGER der HÄRESIE zu bezeichnen? Geehrte User, läuten da bei ihnen nicht die Alarmglocken? Hier fängt dasselbe an, wie bei FSSPX unter Paul VI.
Ich könnte Ihnen sagen, welche Päpste Häresien begünstigt haben: Alexander VI, Julius II und Leo X und zwar durch ihren LEBENSSTIL als RENAISSANCEPÄPSTE! Ihre Moral, ihr verschwenderische Lebensstil und ihre Verachtung der Tradition der Kirche, welche sie, besonders Leo X, überhaupt nicht erkennen ließ, was in Deutschland vor und während Luther los gewesen ist. Alexander VI ließ den Bußprediger Savonarola ÖFFENTLICH verbrennen, ähnlich wie man Johannes Hus TROTZ Zusicherung des freien Geleites auf dem Konzil zu Konstanz (1414-18) hingerichtet hat. Wenn das Ihr Modell der Kirche ist, bitte schön. Msgr. Franz Schlegl


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 Hadrianus Antonius 14. September 2015 
 

@Schlegl

1. @Stanley hat ausdrücklich geschrieben daß es früher für undenkbar gehalten wurde, daß ein Papst häretisch werden konnte.
Der Hl. Robertus Bellarminus SI war davon ebenfalls überzeugt, aber stellte fest daß diese position theologisch gesehen nicht sicher war (De romano pontifice lib. II, cap.30).
Das 1. Vaticanum stellt dazu lapidar fest: "In der Katholischen Kirche ist die einheit vom Glauben, Volk und Führung vorbildlich verwirklicht".
Ihre Beschreibung von Westeuropa paßt nicht ganz dazu.
2. Eine Kompaßnadel kann man nicht spalten- man muß es auch nicht probieren.
Wichtig ist, den Kurs auf dem Kompaß zu halten und auf Gott zu betrauen.
3. "Kryptolefebvrianismus" wurde den traditionsfreundlichen Franziskanern der Immaculata vorgeworfen durch den Apostol. Kommissar Fidenzio Volpi+; sie mußten dies sehr schwer büßen.
Da ist ein Kämpfen mit offenem Visier besser und anständiger (mit oder ohne Harnisch- für Husaren ziemlich hinderlich).
Christus nostra spes.


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 Stanley 14. September 2015 
 

@Msgr. Schlegel

Alle Päpste seit dem II. Vatikanischen Konzil haben Reformen durchgesetzt, welche die Häresie fördern.
Johannes XXIII. hat Theologen zum Konzil zugelassen, deren Thesen von seinen Vorgängern verurteilt und verworfen worden waren.
Papst Paul VI. hat protestantische Theologen zur Liturgiegestaltung des Novus Ordo zugelassen.
Johannes Paul II. hat die Häresie begünstigt, alle Religionen beteten denselben Gott an.
Etc., etc. ...
Solch eine Situation hatten wir in der Kirche in dieser Konzentration wohl noch nie.

Der Gehorsam ist nicht absolut!


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 Sol 14. September 2015 
 

Frage

Nach der Vereinfachung des Verfahrens "muss sich der Richter vor der Annahme des Falls vom unwiderruflichen Scheitern der Ehe überzeugen". Wie kann eine Ehe scheitern, die wegen der Nichtigkeit gar nicht zustande gekommen ist?


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 SCHLEGL 14. September 2015 
 

@Suarez

Ich halte nichts davon Spaltergruppen gegeneinander aufzurechnen! FSSPX hat SCHISMATISCHE Bischofsweihen vorgenommen. Ich halte die Situation mancherorts in Westeuropa generell für mehr als bedenklich, da gebe ich Ihnen recht. Nur wir in Westeuropa sind nicht der Nabel der Welt und auch nicht der Kirche, wir sterben langsam aus, tragisch! Aber es wäre grundfalsch die HÄRESIE mit dem SCHISMA zu bekämpfen. Es gibt nur eines: Treue zu Rom und zum kirchlichen Lehramt, wie es uns auch Kardinal Müller vorlegt.Msgr. Franz Schlegl


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 Suarez 14. September 2015 

Verehrter Msgr.Schlegl - "Spaltergruppen"

Die jüngsten Mahnungen des Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre, Kardinal Müller, es könne zu einem Schisma kommen, wenn der Dekonstruktion(!) der Ehelehre weiter Raum gegeben werde, sind doch sicher nicht in Richtung FSSPX gesprochen, sondern auf die Gruppen, die im sogenannten "Geist des Konzils" die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils willkürlich uminterpretieren, so dass wir heute eine Glaubenswirklichkeit in der Kirche vorfinden, in der ein Pluralismus unterschiedlichster, sich klar widersprechender, ja sich gegenseitig ausschließender Glaubensauffassungen, vorherrscht. Vor kurzem tönte gar Kardinal Marx aus München, man sei doch keine Filiale Roms, was man so verstehen musste, dass man schon noch seine eigenen Formen des "Glaubens" zu schaffen im Stande sei. Ich frage mich, wo heute die eigentlich schismatische Gefahr zu suchen ist, sicher nicht bei der kleinen FSSPX, sondern bei Bischöfen, die offen Positionen vertreten, die gegen die Lehre der Kirche stehen.


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0
 
 SCHLEGL 14. September 2015 
 

@Hadrianus Antonius

Ihre Bezeichnung "Postkonzilskirche" zeigt deutlich, das auch Sie FSSPX zumindest nahe stehen, denn diese Spaltergruppe spricht beständig von der "Konzilskirche". Sowohl Papst Johannes Paul II, als auch Benedikt XVI haben diese Bezeichnung einer Gruppe, deren Bischöfe und Priester ALLESAMT suspendiert sind, SCHARF VERURTEILT. Mit dem Kirchenlehrer Robert Bellarmin hat dies ÜBERHAUPT nichts zu tun, Sie werden doch nicht etwa behaupten wollen, dass alle Päpste seit Johannes XXIII und insbesondere der jetzige Papst Franziskus HÄRETIKER seien?
Wenn jemand solche Positionen ergreift, erlaube ich mir als Priester ENTSPRECHEND GEHARNISCHT zu antworten! MfG. Msgr. Franz Schlegl


5

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 Sol 14. September 2015 
 

"Gescheiterte Ehe" ?

Das Verfahren zur Ehenichtigkeitsfeststellung soll "gescheiterten" Ehen offenstehen. Insofern stellt sich mir die Frage, wann nach katholischem Verständnis eine Ehe als "gescheitert" anzusehen ist? Ist es nicht vielmehr so, dass bei gutem Willen der Eheleute eine Versöhnung zu jeder Zeit möglich ist? Warum soll eine amtliche Klärung nur bei "gescheiterten" Ehen möglich sein? Als ob eine nicht gescheiterte Ehe nicht auch nichtig sein könnte.


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 Charles X. 14. September 2015 
 

@Stanley und Schlegl

Ich bin ziemlich schockiert, in diesem Forum von @Stanley faktisch sedisvakantistische Thesen lesen zu müssen. Msgr. Schlegl hat völlig recht: Der Papst ist souveräner Herr des Kirchenrechts und ich selber sehe nicht, wo auch nur ein Hauch von der Unauflöslichkeit abgewichen wird.


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 Suarez 14. September 2015 

Verehrter Msgr. Franz Schlegl,

Straffung und Verkürzung meint aber doch nicht, dass elementare Grundsätze des Rechtes, ob nun weltlich oder kirchlich, außer Kraft zu setzen sind. Recht soll von einem nicht weisungsgebundenen Gericht gesprochen werden und der Richterspruch muss durch eine weitere Instanz überprüfbar sein, sofern dies von den Verfahrensbeteiligten gewünscht wird. Nur das schafft Gerechtigkeit!

Die letzte Entscheidung dem Bischof zu geben, erscheint mir vor dem Hintergrund dessen, was Kardinal Kasper unlängst zu seiner zentralen These erhob, höchst problematisch. Wenn Barmherzigkeit immer Gerechtigkeit übersteigt, wie Kardinal Kasper behauptet, dann ist doch völlig klar, wie in Zukunft solche Verfahren ausgehen, dann kann man sie eigentlich gleich lassen und daraus ein offizielles kirchliches Scheidungsverfahren aus Barmherzigkeit machen.

Man muss eben die Dinge zusammen sehen, man kann und darf hier nicht von dem absehen, was Kardinal Kasper als Wortführer einer neuen Theologie gesagt hat.


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 Hadrianus Antonius 14. September 2015 
 

@Msgr. Schlegl: lospolternd

Sehr geehrter Msgr. @Schlegl,
Der geehrte Forist @Stanley hat in höflichen Worten Substanzielles aus dem Motu Proprio zitiert und seine berechtigte Sorgen Ausdruck verliehen.
In diesem Kontext hat er auch implizit Aussagen des Hl. Robertus Bellarminus, immerhin Kirchenlehrer und wohl nicht zuletzt durch die hier wiedergegebene Aussage, zitiert.
Es ist unzulässig die Ausagen eines Kirchenlehrers zu verurteilen, noch dazu in polternder Sprache.
Es ist Unsinn eine Gruppe zu verunglimpfen als "spalterisch" wo sie in der Wahrheit bleiben will, die gleiche Taufe und das Credo bekennt- zu schweigen von 1962 Jahre gemeinsame Geschichte.
Gerade die Postkonzilskirche sollte die respektvolle Haltung z.B. ggb. des Islams (Nostra Aetate/Din. hum.) hier auch praktizieren.
Sie sollten dem Foristen @Stanley wegen Ihres temperamentvollen Ausbruchs um Verzeihung bitten.


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 Stefan Fleischer 13. September 2015 

Eine andere Möglichkeit

Unser Heiliger Vater hat immer zuerst eine gute Meinung von allen Menschen. Er kann sich nicht vorstellen, dass Katholiken, welche die Heilige Kommunion zu empfangen wünschen, ihre Sünden und ihre Schuld nicht bereuen. In unserem Fall sind dies eine eventuelle Schuld oder Mitschuld am Scheitern der Ehe und an einer zivilrechtlichen Scheidung bevor die Nichtigkeit der ersten Ehe festgestellt wurde, sowie die Sünde des Geschlechtsverkehrs ausserhalb der Ehe und das Eingehen einer neuen, nur zivilrechtlichen Ehe.


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 Stefan Fleischer 12. September 2015 

Oder ob unser Heiliger Vater

mit diesem Vorprellen den Reformern den Wind aus den Segeln nehmen wollte, um so eine drohende Kirchenspaltung zu verhindern? Wir wissen es nicht. Ich weiss auch nicht, welches nun das grössere Übel wäre, eine weitere Verwässerung der Unauflöslichkeit der Ehe oder eine Schisma.


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 Stanley 12. September 2015 
 

So etwas geht gar nicht

Der Papst selbst ist sich der Tragweite seiner Reform bewusst. Er wisse, dass ein derart verkürzter Prozess das Prinzip der Unauflöslichkeit der Ehe infrage stellen könne, schreibt er in einer Einleitung. Deshalb habe er diese Verfahrensform dem Ortsbischof vorbehalten. (Zitat aus dem obigen Bericht)

Kein Papst hat das Recht zu Reformen, welche die Prinzipien der von Christus selbst stammenden Lehre der Kirche in irgendeiner Weise in Frage stellen können.

In einem solchen Fall - der früher für völlig undenkbar gehalten wurde - sind die Mitglieder der katholischen Kirche dem Papst nicht mehr zum Gehorsam verpflichtet.

Es gilt das Notstandsrecht!


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 Willigis 12. September 2015 
 

Die Synode...

...ist von vorneherein derart mit Überwartungen überfrachtet worden, dass sie letztendlich nur scheitern kann. Da die Erwartungen auch von der höchsten kirchlichen Autorität befeuert wurden, ergibt sich eine entsprechende Mitverantwortung.


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 Johann Martin 12. September 2015 
 

Ehescheidung auf katholisch?

Ich fürchte, dass es in Zukunft massenweise Ehenichtigkeitsentscheidungen geben wird und dass manche Bischöfe da sehr großzügig mit umgehen werden. Dann haben wir eben doch die "Ehescheidung auf katholisch", und die seit 2000 Jahren gültige Lehre über das Ehesakrament ist dahin.


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 Laus Deo 12. September 2015 

Der Rauch Satans...

ist in die Kirche eingedrungen. In Akita sagt Maria: Bischöfe werden gegen Bischöfe sein und Kardinäle gegen Kardinäle das alles geschieht zur Zeit. Aber wir haben 2 Säulen welches die Kirche immer hält, die Eucharistie und das Unbefleckte Herz. Die wahren marianischen Priester, Bischöfe und Kardinäle sind auch die Hüter der Wahrheit. Und Maria versichert uns in Fatima: AM ENDE WIRD MEIN UNBEFLECKTES HERZ TRIUMPHIEREN! Beten wir und vertrauen wir auf unsere Mutter die es nicht zulässt das die Kirche zu Grunde geht.


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  12. September 2015 
 

Ehenichtigkeitsverfahren weltweit 33000, in Deutschland 617

Da stellen sich Fragen wie z. B, wieviele Gläubige in einer ehebrecherischen Beziehung leben, wie der zivielen Wiederverheiratung, weltweit und in Deutschland? Diejenigen die aufrichtigen Herzens das Urteil der Kirche suchen in einem Prozess, sowie diejenigen die sich selbstherrlich über die Lehre der Kirche erheben und sowieso tun und lasseoen was ihnen in den Sinn kommt?


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 Suarez 12. September 2015 

Ja, da stellen sich in der Tat einige Fragen

Kardinal Müller hat ja schon seine tiefe Sorge zum Ausdruck gebracht. Wenn sich schon der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre ernste Sorgen macht, dann müssen wir als einfache Gläubige das erst recht.

Tatsache ist, dass die Kirche in einer fundamentalen Krise steckt, die auch eine Krise des Verständnis der Lehre ist.


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