Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Kubas Präsident Castro trifft Papst Franziskus

10. Mai 2015 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kubanische Präsidenten zählen nicht zu den Stammgästen im Vatikan, doch völlig überraschend kommt der Besuch von Raul Castro am Sonntag nicht - "Kathpress"-Hintergrundbericht von Thomas Jansen.


Vatikanstadt (kath.net/ KAP)
Kubanische Präsidenten zählen nicht zu den Stammgästen im Vatikan. Fidel Castro traf nach der kommunistischen Revolution auf der Karibikinsel 1959 nur einmal mit einem Papst in Rom zusammen: Das war 1996 mit Johannes Paul II. (1978-2005). Am Sonntag nun trifft sein jüngerer Bruder und Nachfolger Raul Castro erstmals mit Papst Franziskus im Vatikan zusammen.

Auch wenn der Termin kurzfristig bekanntwurde, völlig überraschend kommt die Begegnung nach der rasanten Entwicklung der vergangenen fünf Monate keineswegs: Castro hatte dem Papst im Dezember ausdrücklich für seine Vermittlung zwischen Kuba und die USA gedankt, die im gleichen Monat zu einer historischen Annäherung geführt hatte. Im April hatte der Vatikan dann mitgeteilt, dass Franziskus unmittelbar vor seinem USA-Besuch im September nach Kuba reisen werde. Und am Tag der Ankündigung, am 22. April, machte sich schließlich ein enger Vertrauter des Papstes, Kardinal Beniamino Stella, zu Sondierungsgesprächen nach Kuba auf, wo er in Havanna auch mit Castro sprach.


Die Vermittlung zwischen den USA und Kuba war der wohl spektakulärste Erfolg der vatikanischen Diplomatie in den vergangenen Jahrzehnten. Der Papst aus Argentinien hat sein Gewicht als neutrale moralische Autorität in die Waagschale gelegt, um eine der letzten Hochburgen des Sozialismus mit der einzigen verbliebenen Supermacht an einen Tisch zu bringen. Eingeleitet wurde die Annäherung durch Briefe des Papstes an die Präsidenten Barack Obama und Raul Castro. In den darauffolgenden Verhandlungen spielte der Vatikan nach Aussage aller Beteiligten eine wichtige Rolle. Freilich war Obama schon seit längerem an einer Kursänderung gegenüber Kuba gelegen. Die Initiative des Papstes bot ihm nun jedoch eine willkommene Argumentationshilfe, um diesen Schritt gegenüber den stets argwöhnischen Exil-Kubanern in den USA zu rechtfertigen.

Thema, der vom Vatikan als "rein privat" bezeichneten Begegnung, dürfte am Sonntag jedoch auch die schwierige Lage der katholischen Kirche im Land sein. Ihre Rechte sind, trotz mancher Erleichterungen und symbolischer Gesten im Zuge des Kuba-Besuchs von Benedikt XVI., wie der Einführung des Karfreitags als gesetzlichen Feiertag, weiterhin stark eingeschränkt. Kardinal Stella hatte Ende April gegenüber dem kubanischen Präsidenten insbesondere einen besseren Zugang der Kirche zu digitalen Medien gefordert. Außerdem machte er sich nach eigenen Angaben für Erleichterungen bei Restaurierungen und Neubauten von Kirchen stark. Nach der Hilfe des Papstes dürfte es für Castro schwieriger sein als früher, solche Wünsche abzuschlagen.

Franziskus musste nicht bei Null anfangen. Im Gegensatz zu den Staaten des kommunistischen Ostblocks hatte Fidel Castro nach der Revolution Ende der 1950er Jahre nie ganz mit Rom gebrochen. Die diplomatischen Beziehungen zum Heiligen Stuhl bestanden auch in der kommunistischen Ära weiter. Berichte über eine angebliche Exkommunikation Castros, die vor drei Jahren im Umfeld der Kuba-Reise von Benedikt XVI. kursierten, erwiesen sich als falsch.

Der Vatikan ist zudem schon seit langem ein Gegner des 1962 von den USA gegen Kuba verhängten Handelsembargos. Bereits Johannes Paul II. hatte 1998 während seiner Kuba-Reise eine Lockerung gefordert und das Embargo als "ungerecht und ethisch inakzeptabel" bezeichnet. Benedikt XVI. tat dies ebenso.

Zugute kommt Franziskus aber im Umgang mit Kuba auch seine lateinamerikanische Herkunft sowie die ausgewiesenen Kuba-Kenner in seinem Mitarbeiterkreis. So bereitete Kardinal Stella als vatikanischer Botschafter in Havanna in den 1990er Jahren schon den Besuch von Johannes Paul II. vor. Sein Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, war zuvor vatikanischer Botschafter in Venezuela, dem Verbündeten Kubas.

Einen ersten Hinweis darauf, dass Franziskus einen besonderen Draht nach Kuba hat, gab es schon kurz nach seiner Wahl im März 2013. Damals überließ er dem Kardinal von Havanna, Jaime Ortega y Alamino, seine aufsehenerregende und wohl wahlentscheidende Rede im Vorkonklave zur Veröffentlichung.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kuba

  1. Kuba lässt auf Wunsch des Papstes 553 Gefangene frei
  2. Kuba: Weizenmehl für Hostien ist wieder vorhanden
  3. Weizenmangel: Kuba gehen die Hostien aus
  4. Kuba: Katholiken fordern grundlegende Erneuerung des kommunistischen Staates
  5. Kuba: Ricardos Traum. In Havanna entsteht eine dem hl. Johannes Paul II. geweihte Kirche
  6. IGFM: 'Fidel Castro war der Totengräber der Menschenrechte'
  7. Historische Begegnung: Papst trifft Moskauer Patriarchen Kyrill I.
  8. Kubas Präsident Castro besucht drei Messen an drei Tagen
  9. Christliche Oppositionspartei in Kuba ruft Papst um Hilfe an
  10. Kuba libre. Franziskus wollte auf der Karibikinsel Dissidenten treffen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. „Wenn Gott uns erschaffen hat, so bedeutet dies, dass Er einen Plan für unser Leben hat“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz