28 Oktober 2014, 10:30
Warum Christen mehr beten sollten
 
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Johannes Hartl, Leiter des Gebetshauses Augsburg, berichtet von Gebetserhörungen

Stuttgart (kath.net/idea) Die Christen in Deutschland sollten mehr beten. „Die Anbetung Gottes hat objektiv den größten Wert im Universum“, sagte der katholische Theologe Johannes Hartl (Augsburg), in einem Vortrag in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Er leitet das 2007 gegründete Gebetshaus in Augsburg, In einem umgebauten Fitnesscenter bete man seit 2011 ohne Unterbrechung rund um die Uhr. Neben Ehrenamtlichen gebe es 25 hauptamtliche Beter.

Wie Hartl anmerkte, ist Gebet einerseits „total unproduktiv“. Sein Wert liege in sich selbst, weil Gott es wert sei, angebetet zu werden. Andererseits habe das Beten Einfluss auf die geistliche Welt, die man zwar nicht sehe, die es aber der Bibel zufolge trotzdem gebe. In Augsburg habe man unvorstellbare Erfahrungen mit dem Gebet gemacht. So sei dort die Straßenprostitution verboten worden, nachdem man sie zum Gebetsanliegen gemacht habe. Inzwischen werde über das „Augsburger Modell“ in ganz Deutschland nachgedacht, um Menschenhandel und Zwangsprostitution einzudämmen. Augsburg sei ferner die einzige deutsche Großstadt, in der keine Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen würden. „Es gibt keinen Gynäkologen mehr, der Abtreibungen mit seinem Gewissen vereinbaren kann“, sagte Hartl. Er räumte ein, dass solche Entwicklungen jeweils für sich allein gesehen Zufälle sein könnten, doch man habe eine Vielzahl ähnlicher Erfahrungen gesammelt.

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Eine Kultur des Gebets entwickeln

Er schilderte den Besuch einer Gruppe südkoreanischer Christen. Sie seien auf einer Gebetstour durch Europa gewesen und hätten den Eindruck gehabt, dass über Deutschland „eine dicke, dunkle Bleidecke“ liege, die die Wirksamkeit der Christen massiv einschränke. Im Gebet sei ihnen klar geworden, dass es einen Ort gebe, wo diese Decke durchdrungen werde: Augsburg. Im Gebet sei ihnen klar geworden, dass es ein Gebetszentrum geben müsse. Schließlich seien sie dorthin gelangt, hätten einige Zeit mitgebetet und seien dann wieder abgereist. Sie hätten einen Brief hinterlassen, in dem sie die Mitarbeiter ermutigten, in ihrem Dienst fortzufahren. „Uns zeigen solche Erfahrungen, dass es dringend nötig ist, in Deutschland eine Kultur des Gebets zu etablieren“, sagte Hartl. Er forderte die Kirchen und Freikirchen auf, mehr Gebetstreffen zu organisieren. Es reiche nicht aus, eine Kirche nur einmal in der Woche zum Gottesdienst zu öffnen: „Das macht man nur, wenn man von seiner Geschäftsidee nicht richtig überzeugt ist!“

Kritik an Überheblichkeit der menschlichen Vernunft

Hartl sprach auf einer Tagung der Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute (IVCG). Wie er sagte, erreichen viele christliche Initiativen ihre Ziele nicht, weil das geistliche Leben in Deutschland behindert werde von einem „geistlichen Bollwerk der Überheblichkeit der menschlichen Vernunft“. In Afrika erlebten die Menschen stärker das übernatürliche Wirken Gottes, weil es dieses Bollwerk dort nicht gebe.

Finanzfachmann: Alles Geld für Gott

Auf dem Treffen rief der Schweizer Finanzfachmann Attilio Cibien (Schaffhausen) dazu auf, sich auch in Finanzfragen nach der Bibel zu orientieren. An mehr als 2.000 Stellen befasse sich die Bibel mit dem Thema Geld. Er wies die Anschauung zurück, dass es reiche, zehn Prozent des Einkommens – den biblischen Zehnten – für geistliche Dinge zu spenden. „Mein Geld gehört nicht mir, sondern ist mir von Gott anvertraut. Deshalb muss ich auch im Gebet mit Gott besprechen, wofür das Geld am sinnvollsten eingesetzt werden sollte“, so Cibien, der bis zu seinem Ruhestand die Finanzen der Pilgermission St. Chrischona (Bettingen bei Basel) verwaltete. Christen sollten überlegen, wie sie mit ihrem Geld dafür sorgen könnten, das Reich Gottes zu bauen. So könne es sinnvoller sein, Geld in den Bau einer christlichen Seniorenwohnanlage zu investieren, als es auf die Bank zu tragen, wo es kaum noch Zinsen erwirtschafte. Cibien hat in der Schweiz ein Beraterforum gegründet, das Christen Anlagetipps gibt. Die Mitarbeiter arbeiten unabhängig und ohne Provision. Stattdessen werden sie von ihren Kunden nach Stundensätzen bezahlt.

IVCG erreicht jährlich 10.000 Interessenten

An dem Treffen nahmen 90 Delegierte aus IVCG-Gruppen in mehr als 70 Orten in Deutschland, der Schweiz und Österreich teil. Zu ihnen gehören rund 800 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich in der überkonfessionellen Bewegung dafür engagieren, besonders Menschen in verantwortungsvollen Positionen mit der christlichen Botschaft zu erreichen. Die Hauptaktivitäten der IVCG sind Vortragsabende meist in Hotels sowie Impulstage für Menschen, die religiös auf der Suche sind. Nach Worten des Präsidenten der IVCG, Manfred Schaller (Mosbach bei Heidelberg), erreicht die Vereinigung jährlich über 10.000 Gäste. Sie seien zwar offen für religiöse Angebote, aber es benötige viel Zeit, sie zu begleiten, bis sie sich entscheiden, als Christen zu leben. „Viele befinden sich in einer Lebenskrise“, sagte Schaller der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Zudem befinde sich der christliche Glaube heute in Konkurrenz mit anderen religiösen Weltanschauungen. Deshalb habe die IVCG eine Abteilung für Mission und Evangelisation gegründet. Sie entwickle neue Ideen, um Verantwortungsträger auf Augenhöhe zu erreichen. So wolle man versuchen, ab 2015 Interessenten durch einen neuen Internetauftritt und verstärkte Kontakte in den sozialen Netzwerken zu gewinnen. Das Konzept wurde von der idea-Medienagentur „zeichensetzen“ (Wetzlar) entwickelt. Die Leiterin der Agentur, Astrid Jaehn, stellte das Modell in Leinfelden-Echterdingen vor.

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Dr. theol. Johannes Hartl: Sing. Kleine Theologie des Lobpreises




Johannes Hartl: Beten - ganz praktisch





Foto Johannes Hartl (c) Gebetshaus Augsburg/Ruth Brozek









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