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Wir haben ein völlig verdrehtes Verhältnis zu Leiden und Tod

14. Oktober 2014 in Interview, 4 Lesermeinungen
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Der Augburger Theologe Johannes Hartl stellt im kath.net-Interview fest, dass auch viele gläubige Menschen gefangen und wie gelähmt seien von der Perspektive der Hoffnungslosigkeit angesichts der Konflikte im Irak.


Passau-Linz (kath.net) „Ich glaube, dass wir im Westen – auch in Deutschland und Europa – ein völlig verdrehtes Verhältnis zu Leiden und Tod haben, nämlich überhaupt keines. Die alten Leute packen wir weg zum Sterben und wenn jemand früher an Krebs stirbt, dann sagen wir: ‚Wie kann ein gerechter Gott dies zulassen?‘“ Darauf wies der promovierte Theologe Johannes Hartl (Foto) im kath.net-Interview mit Petra Knapp-Biermeier hin. Doch es sei Tatsache, erläuterte der Gründer und Leiter des Augsburger Gebetshauses weiter, dass das Leben begrenzt sei und „dass so unendlich viele Menschen jeden Tag schreckliches Leid erleben. Wir lügen uns da in die Tasche, wenn wir einen christlichen Glauben entwickeln, der darauf keine Antworten zu geben vermag.“

Man müsse seinen Blick erheben und fragen, was ist die ewige Sicht auf diese Situation? Diese Perspektive müsse man auch auf den Nahen Osten anwenden. Hartl hatte zuvor festgestellt, dass er sehe, dass auch viele gläubige Menschen gefangen und wie gelähmt seien von der Perspektive der Hoffnungslosigkeit angesichts der Konflikte im Irak. Doch könne dies keine Antwort von Christen sein. Doch als er vor einigen Wochen selbst mit Christen aus dem Nahen Osten zusammengetroffen sei, habe er bei ihnen diese Perspektive der Hoffnungslosigkeit nicht entdeckt, „sondern eher ein im Leiden und in der Verfolgung geläutertes Festhalten am Herrn – und ich denke, so etwas brauchen wir auch.“


Die Medien vermittelten, dass man ausgeliefert sei und nichts ändern könne. Doch in Wahrheit „sind wir nie ausgeliefert“, denn „durch Jesus Christus haben wir die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben und die Welt zu verändern. Und auch da, wo Menschen wirklich ungerecht sterben, wissen wir, dass Jesus das letzte Wort hat.“

kath.net-Interview mit Johannes Hartl


Vortrag Johannes Hartl Linz - X-Fest 10. Oktober 2014 in Linz


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Foto Johannes Hartl (c) Gebetshaus Augsburg/Ruth Brozek



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