Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  6. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  7. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  8. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  9. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  10. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  11. Tantum ergo Sacramentum
  12. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  15. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'

Sollen Mütter in der Öffentlichkeit stillen?

22. Mai 2014 in Familie, 29 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Vatikan hat zum Stillen in der Öffentlichkeit ermutigt. Doch dies ist auch hierzulande nicht nur selbstverständlich. Es stellt sich die Frage: Ist unsere Kultur ausgerechnet beim Stillen prüde? Ein Kommentar von Petra Lorleberg


Stuttgart (kath.net/pl) Sollen Mütter in der Öffentlichkeit stillen? Den jüngsten Beitrag zu dieser Frage lieferte ausgerechnet die angeblich so leibfeindliche katholische Kirche. Gemäß Meldung der „Katholischen Nachrichtenagentur“ (KNA) sagte Erzbischof Zygmunt Zimowski, Präsident des päpstlichen Gesundheitsrates, vor der Weltgesundheitskonferenz in Genf am Mittwoch laut Redeskript: Frauen sollten ermutigt werden, ihre Kinder auch in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz zu stillen. Zimowski erinnerte daran, dass auch Papst Franziskus beim Taufgottesdienst in der Sixtinischen Kapelle Anfang Januar die Mütter zum Stillen während der liturgischen Feier eingeladen hatte.

In den USA ist das öffentliche Stillen beispielsweise durchaus nicht überall akzeptiert. In den Reisehinweisen für die USA veröffentlicht das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland folgenden Info: „Das Stillen von Babys in der Öffentlichkeit wird zwar mittlerweile in wohl allen Bundesstaaten von den ‚indecent exposure‘-Strafvorschriften ausgenommen, sollte wie das Nacktbaden am besten jedoch zumindest in Restaurants und Bars bzw. in weniger ‚liberalen‘ Gegenden unterlassen werden“.


Auch für den deutschsprachigen Raum offenbart ein Blick in Internetdiskussionen Prüderie im Umgang mit stillenden Müttern. Der Anblick einer Mutterbrust, an der gesaugt werde, sei „unappetitlich“, postete da jemand, und man möchte mit diesem Thema nicht in einem Café konfrontiert werden. Missbilligende Blicke auf stillende Mütter sind offenbar so selbstverständlich, dass Aussagen darüber nicht in Zweifel gezogen werden. Manche Frauen diskutieren ernsthaft darüber, ob man sich zum Stillen im Café besser auf die Gasthaustoilette zurückziehen soll – ja, wir schreiben das Jahr 2014 und wir leben in einer modernen westlichen Gesellschaft!

Die Frauenzeitschrift „Brigitte“ veröffentlichte erst im März dieses Jahres einen Bericht, wonach in Großbritannien eine in der Öffentlichkeit stillende Mutter heimlich fotografiert worden und das Foto auf Facebook veröffentlich worden war. Die stillende Mutter wurde dort mit dem Ausdruck „Flittchen“ bezeichnet. Daraufhin protestierten, so die „Brigitte“, Tausende britische Frauen für das Recht, ihren Babys auch in der Öffentlichkeit die Brust geben zu dürfen – und sie protestierten, indem sie öffentlich stillten.

Der Kurienerzbischof hat völlig Recht. Frauen, die öffentlich stillen, sollten selbstverständlich sein. Gut, dass die katholische Kirche darauf hinweist und man darf dies sicher auch im weiteren Zusammenhang mit der Theologie des Leibes gemäß dem hl. Papst Johannes Paul II. sehen.

Doch das Thema „Öffentliches Stillen“ führt zu einer nächsten Frage: Wieso brauchen wir Frauen eigentlich die Zustimmung der (männlichen?) Bürokollegen oder Cafébesucher für eine solche Selbstverständlichkeit? Wer als Mann mit dem Anblick einer stillenden Frau nicht zurechtkommt, der soll den Fehler bitteschön bei sich selbst suchen und nicht bei der Frau und den berechtigten Bedürfnissen eines hilflosen Babys. Es kann doch nicht sein, dass in unserer Kultur so ziemlich alles toleriert und akzeptiert werden muss (darunter weitaus Heftigeres als Illustriertenbilder entblößter silikonverzerrter Oberweite), aber völlig normale und gesunde Körperlichkeit wie das Stillen schamhaft verborgen werden soll? Es darf auch nicht sein, dass Abtreibung gesellschaftlich leichter zu akzeptieren ist als eine stillende Mutter. Unsere Gesellschaft ist eingeladen, über das Unrecht solcher Wertmaßstäbe einmal nachdenken.

Wir Frauen müssen uns in unserem Muttersein nicht verstecken. Weder wegen eines Babybauches noch wegen des Stillens und das ist durchaus eine Frage der Emanzipation. Denn Emanzipation heißt ja nicht, dass wir ausschließlich männliche Rollenbilder kopieren.

Wenn wir Frauen in unserer Gesellschaft wirklich emanzipiert sein wollen, dann sollten wir unsere Rechte gerade auch für das Muttersein voll in Anspruch nehmen. Und da fällt uns vermutlich noch einiges mehr ein als nur das Thema Stillen in der Öffentlichkeit – gerade im Bereich Mutterschaft und Familie!

Der Autorin auf Twitter folgen!

Gemälde des Renaissance-Malers Andrea Solario (1460-1524): Maria lactans - Maria stillt das Jesuskind

 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Mutter

  1. Jessie Buckley in ihrer Oscar-Preis-Rede: „Mutterschaft ist eine wundervolle Reise für eine Frau“
  2. „Menschliches Leben ist Geschenk und muss mit Respekt, Fürsorge und Dankbarkeit angenommen werden“
  3. Psychologe Peterson ermutigt Frauen zum ‚Abenteuer Mutterschaft’
  4. „Eltern verdienen größte Hochachtung!“
  5. Die Mütter, die Kirche und Maria
  6. Eine Gebetsgruppe für Mütter: 'Mothers Prayers – Mütter Gebete'
  7. Birgit Kelles 'Muttertier' 'ist lesenswert und macht nachdenklich'
  8. 'Nicht alles was ist, ist auch Familie'
  9. Neues Buch von Birgit Kelle: ‚Muttertier‘!
  10. Das Muttersein neu entdecken







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Eine Million Menschen zu Papstbesuch in Frankreich erwartet
  4. „Maria ist eine historische Gestalt, eine für Gott unendlich offene Person, eine Tochter Israels“
  5. Wollte gestohlenes Bild von Jesus zurückholen: Lebensschützer bei Marsch für das Leben verhaftet
  6. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  7. Buenos Aires macht Papstbesuch zum Feiertag
  8. Vatikan prüft Seligsprechungsprozess für spanisches Ehepaar
  9. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  10. Britisches Parlament stoppt Gesetz zur assistierten Sterbehilfe
  11. Zu jedem Zeitpunkt werden auf der Welt ungefähr 8.000 bis 9.000 Messen gefeiert
  12. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn
  13. Kardinal Aveline: Motto von Leos Frankreichreise hat auch mit dem Lebensschutz zu tun
  14. Tantum ergo Sacramentum
  15. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz