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'Wir bitten alle Gläubigen, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen'

5. September 2013 in Deutschland, 8 Lesermeinungen
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Bayrische Bischöfe erinnern im Wort zur Landtagswahl an unverzichtbare christliche Werte: Würde des Menschen von Anfang bis Ende, Schutz von Ehe und Familie, Einsatz für Flüchtlinge, Bewahrung der Schöpfung


München (kath.net/pem) Die bayrischen Bischöfe rufen die Katholiken dazu auf, bei der bevorstehenden Landtagswahl von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Dabei sprechen sie keine Wahlempfehlung aus, erinnern aber gleichzeitig daran, dass die christlichen Werte „zum unverzichtbaren Wertebestand“ unserer Kultur gehören.

Wort der bayerischen (Erz-)Bischöfe
Zur bayerischen Landtagswahl am 15.09.2013

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben,
als katholische Christinnen und Christen leisten wir aus dem Glauben heraus und in Verantwortung vor Gott einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung unserer Gesellschaft. Wir setzen uns für das Gemeinwohl ein, indem wir Ehrenämter übernehmen, soziale Berufe ausüben und uns in der Politik engagieren, aber auch indem wir für das Gemeinwesen beten und in Ehe, Familie und Beruf Zeugnis geben für das Evangelium vom Reich Gottes. Solches Handeln und Beten hat seinen Ursprung in der Nachfolge Christi. Unser Herr Jesus Christus ist Mensch geworden, um die Welt zu verwandeln, ja zu retten. Wir Frauen und Männer, Priester und Laien in der Kirche sind aufgerufen, unsere Welt zu gestalten, engagiert und solidarisch mit all denjenigen, mit denen wir in einer offenen Gesellschaft zusammenleben.


Gerade in Zeiten von Wahlen kommen vor allem jene Christinnen und Christen in den Blick, die in unterschiedlichen Parteien ihre politischen Überzeugungen nach bestem Wissen und Gewissen einbringen. Dabei bleibt es nicht aus, dass auch unterschiedliche Wege eingeschlagen werden, um anstehende Probleme zu lösen und gesellschaftliche Herausforderungen im Geist des Evangeliums und mit den Prinzipien der Katholischen Soziallehre zu bewältigen.

Auf der Grundlage unserer christlichen Kultur und unseres gerade auch vom christlichen Glauben geprägten Zusammenlebens gehören zum unverzichtbaren Wertebestand die von Anfang bis Ende des Lebens unverlierbare Würde des Menschen als Ebenbild Gottes, die Ehrfurcht vor Gott und die Achtung religiöser Überzeugungen, die Bewahrung der Schöpfung, die Sorge um Kranke, Behinderte und Benachteiligte, der Einsatz für soziale Gerechtigkeit, das Engagement für Menschen, die auf der Flucht sind und in unserem Land Schutz suchen, der Schutz von Ehe und Familie als wichtigster Keimzelle der Gesellschaft.

Wir sind dankbar für das gute Miteinander von Staat und Kirche in Bayern. Daran wollen wir in partnerschaftlicher Weise festhalten, uns immer neu den Sorgen der Welt öffnen und uns engagieren für alle Menschen, besonders die Schwachen, Armen und Kranken.

Die Zukunft unserer Gesellschaft kann nur dann gelingen, wenn sie als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Denn wir alle tragen Verantwortung für unser Gemeinwesen, die wir auch wahrnehmen, wenn wir von unserem Wahlrecht Gebrauch machen. Beim Weltjugendtag in Brasilien betonte Papst Franziskus, dass die Zukunft eine humanitäre Sicht der Wirtschaft verlange, Elitäres vermeiden und Armut ausmerzen müsse. Er rief die Menschen auf, eine Welt der Gerechtigkeit, der Liebe, der Brüderlichkeit und der Solidarität zu bauen.

Die Wahl ist ein wichtiger Beitrag für unsere Demokratie. Wir bitten alle Gläubigen eindringlich, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und Kandidatinnen und Kandidaten die Stimme zu geben, die sich für die Werte und Ziele engagieren, die mit dem Geist des Evangeliums vereinbar sind und diese Werte befördern. Es geht darum, in christlicher Verantwortung mitzureden und mit zu entscheiden. Nach der Wahl gilt es, sich weiter zu engagieren und aufmerksam am politischen Geschehen teilzunehmen.

Wir stehen als Kirche zu unserer Zusage, auch in Zukunft unseren Teil für ein menschenwürdiges, sinn- und wertorientiertes Zusammenleben zu leisten.


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