Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  2. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  9. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  10. Was auch immer Synodalität sein soll
  11. Wir können NICHT schweigen!
  12. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  13. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  14. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  15. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'

Rückkehr zu traditionellen und katholischen Werten zur Aidsbekämpfung

vor Minuten in Interview, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Gabun: Interview mit Bruder Hubert Guerineau


Libreville (kath.net/www.zenit.org Fides).
"Wir müssen den Menschen retten" appellieren die zentralafrikanischen Bischöfe mit Nachdruck anlässlich einer regionalen Tagung zum Thema Aidsbekämpfung. Das Forum wurde von der Vereinigung der Bischofskonferenzen Zentralafrikas in Zusammenarbeit mit dem internationalen Zentrum für Projektverwaltung, der UNAIDS und dem kanadischen Werk für internationale Entwicklung veranstaltet. Im Verlauf der Arbeiten wehrte Erzbischof Basile Engone von Libreville Vorwürfe gegen die Kirche im Zusammenhang mit der Ablehnung des Gebrauchs von Kondomen ab und betonte dazu, die Kirche stelle "den Menschen in den Mittelpunkt der Aidsbekämpfung. Denn es ist der Mensch, den wir retten müssen".

Für das Engagement der Kirche bei der Bekämpfung der Krankheit dankte der Staatspräsident von Gabun, Omar Bongo, der die Bischöfe erneut darum bat, ihren Einfluss dahingehend einzusetzen, den Einwohnern Afrikas die gravierenden Auswirkungen der Krankheit verständlich zu machen. Gabun ist eines der am meisten von Aids betroffenen Länder. Nach Schätzungen des Französischen Roten Kreuzes liegt der Anteil der HIV-Infizierten unter der geschlechtsreifen Bevölkerung im Jahr 2001 bei 6%. Über den katholischen Jugendverband "Solidarité des Jeunes Chrétiens pour la Lutte contre le SIDA" führt die Kirche eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung durch. Zu den Mitarbeitern des Projekts gehört auch Bruder Hubert Guerineau, dem die vatikanische Missionsagentur Fides einige Fragen stellte:

FRAGE: Wie wichtig ist Vorbeugung? Wie steht es um die Jugendlichen?

GUERINEAU: Wir versuchen vor allem den Jugendlichen die Gefahr bewußt zu machen, die von der Aidskrankheit ausgeht. Nach eigenen Schätzungen gelingt es uns bei jedem Treffen, mindestens 10 Menschenleben zu retten. Doch die Situation ist sehr besorgniserregend. Im letzten Jahrgang einer Oberstufe in Libreville waren 38 von 40 Schülern HIV-positiv. Dies führt später auch zu Diskriminierung, denn HIV-infizierte Studenten erhalten vom Staat kein Stipendium. Die Behörden verlangen entsprechende ärztliche Zertifikate vor der Zulassung zum Examen.

FRAGE: Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Ausbreitung von Aids und dem Geschlechtsverkehr mit oft wechselnden Partnern?

GUERINEAU: Hat man Geschlechtsverkehr mit oft wechselnden Partnern, bedeutet dies vor allem, dass man die traditionellen afrikanischen und die christlichen Werte verloren hat. Gemäß der einheimischen Tradition und der christlichen Moral sollten Mädchen bis zur Ehe Jungfrau bleiben. Heute akzeptiert man sogar den Sterilitätstest. Kann ein Mädchen keine Kinder bekommen, dann kann sie entsprechend der traditionellen Riten nicht heiraten. Deshalb muß sie also bereits vor der Eheschließung Geschlechtsverkehr haben. Dies ist jedoch ein neuer Brauch, den es früher nicht gab. Auch dies ist ein Grund für den Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern. Ein weiterer Grund ist der falsche Gebrauch von Kondomen. Wenn ein Junge Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen haben möchte, dass er seit langem kennt, verspricht er ihr zunächst, dass er ein Kondom benutzen werde. Doch kommt es dann tatsächlich zum Geschlechtsverkehr, benutzt er es nicht und beruhigt das Mädchen mit den Worten: "Wir kennen uns doch schon so lange ... lassen wir es weg", und meistens akzeptieren die jungen Frauen das. Es passiert auch oft, dass HIV-Infizierte sich rächen wollen, indem sie ihrem Partner die Krankheit absichtlich übertragen. Manchmal beschädigen Aidskranke aus diesem Grund sogar Kondome.

FRAGE: Wie beurteilen Sie die Rolle des Staates bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Aids?

GUERINEAU: Die staatlichen Aidsbekämpfungs-Programme leiden unter dem korrupten Verhalten der Beamten, die viele zur Verfügung gestellte Mittel zu eigenen Zwecken einsetzen. Es Bedarf einer besonderen Berufung, wenn man sich in der Pflege von Aidskranken engagieren will. Ein Großteil des Pflegepersonals in Krankenhäusern kümmert sich um Aidskranke. Dadurch entsteht jedoch ein gewisses Ungleichgewicht: einem Malariakranken wird zum Beispiel oft weniger Aufmerksamkeit gewidmet als einem Aidskranken.

FRAGE: Was halten Sie von der Tagung der Zentralafrikanischen Bischöfe?

GUERINEAU: Es handelt sich um eine ausgezeichnete Initiative. Christliche Werte wie Enthaltsamkeit und Zurückhaltung müssen wieder in den Vordergrund treten. Auch der UNAIDS-Delegierte vertrat die Ansicht, dass es einer Rückkehr zu den Werten bedürfe, angesichts der Tatsache, dass der Einsatz von Kondomen erfolglos geblieben ist. Meiner Meinung nach sollte man die Verteilung von Kondomen sogar ganz einstellen, da junge Menschen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten, damit ermutigt werden, diesen zu haben. Ausserdem können Kondome unter den klimatischen Bedingungen, die in Afrika herrschen, nicht immer sachgemäß aufbewahrt werden und sind deshalb oft nicht mehr brauchbar.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst wird noch am Dienstag-Nachmittag operiert
  3. Das 'Schwert des Heiligen Michael': Eine mysteriöse Linie, die sieben Heiligtümer verbindet
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst Leo XIV. entgeht knapp einer Geldstrafe in Peru
  6. Kardinal Müller ruft zum Marsch fürs Leben 2026 in Wien auf: Über 3.000 Teilnehmer erwartet
  7. Australien: 400 Prozent Anstieg von Euthanasiefällen in fünf Jahren
  8. Frankreich: Über 23 Millionen Zuschauer verfolgten die Reise von Papst am Bildschirm
  9. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. ‚Mundus reconciliatus Ecclesia‘ – Die Sendung der Kirche in der Welt
  12. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Satire aus den USA: Ungeborene tarnen sich als Todestrakt-Häftlinge, um Schutz zu erhalten
  15. Verwandtenheirat: Darwin vs. Heilige Schrift - Die Bibel hat Recht!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz