Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  5. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  6. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  7. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  8. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  9. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  10. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  11. Jeder zweite Deutsche wünscht sich ein Leben nach dem Tod
  12. Glaubensbekenntnis vor Millionenpublikum: Spanische Fashion-Influencerin Susana Arcocha getauft
  13. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  14. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  15. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“

Das zweifach maskierte Christentum ohne Christus

27. Juni 2013 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Die Fehler der übermäßigen Oberflächlichkeit eines ‚flüssigen Christentums’ und der verbissenen Rigidität. Die ‚Christen der Worte’ – Neu-Gnostizismus und Neu-Pelagianismus jenseits des Felsens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Es gibt Menschen, die sich als Christen maskieren und entweder den Fehler übermäßiger Oberflächlichkeit oder zu großer verbissener Rigidität begehen. Dabei vergessen sie, dass ein wahrer Christ ein Mensch der Freude ist, der seinen Glauben auf den Felsen Christi baut. Mit diesen Worten wandte sich Papst Franziskus in seiner Predigt am Donnerstag der zwölften Woche im Jahreskreis (CI) bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ an die versammelte Gemeinde.

Es konzelebrierte der Erzbischof von Aparecida, Raimundo Kardinal Damasceno Assis, zusammen mit weiteren Bischöfen. Am Gottesdienst nahmen Vertreter des Personals des vatikanischen Gesundheitsamtes in Begleitung des päpstlichen Arztes Dr. Patrizio Polisca teil.

Verbissen und traurig. Oder heiter, doch ohne eine Vorstellung von der christlichen Freude zu haben. So beschrieb der Papst die in einem gewissen Sinne einander entgegengesetzten „Häuser“, in denen zwei Kategorien von Gläubigen wohnen und die in beiden Fällen einen schweren Mangel haben: sie gründen auf einem aus Worten gemachten Christentum und nicht auf dem „Felsen“ des Wortes Christi. Franziskus erkannte diese beiden Gruppen ausgehend vom Evangelium vom Tag, in dem der Unterschied zwischen „auf Sand gebaut – auf Fels gebaut“ dargelegt wird (Mt 7,21-29).


„In der Geschichte der Kirche hat es zwei Klassen von Christen gegeben“, so Franziskus: „die Christen der Worte – jene des ‚Herr, Herr, Herr’ – und die Christen, die in Wahrheit handeln. Immer hat es die Versuchung gegeben, unser Christentum jenseits des Felsens zu leben, der Christus ist. Der einzige, der uns die Freiheit schenkt, zu Gott ‚Vater’ zu sagen, ist Christus oder der Fels. Er ist der einzige, der uns in den schwierigen Augenblicken trägt, nicht wahr? Wie Jesus sagt: es kommt der Wolkenbruch, die Wassermassen fluten heran, die Stürme toben, doch wenn der Fels da ist, ist Sicherheit gegeben. Handelt es sich aber nur um Worte, so fliegen diese Worte weg, sie nützen nichts. Das aber ist die Versuchung dieser Christen der Worte, eines Christentums ohne Jesus, eines Christentums ohne Christus. Und das ist geschehen und geschieht auch heute in der Kirche: Christen ohne Christus zu sein“.

Der Papst analysierte diese „Christen der Worte“ weiter und stellte ihre spezifischen Merkmale heraus. Einen ersten Typ bezeichnete Franziskus als den „gnostischen“, „der - statt den Felsen zu lieben - der schönen Worte frönt und lebt, indem er auf der Oberfläche des christlichen Lebens daherschwimmt“. Eine weitere Art dieser „Christen der Worte“ kennzeichnete der Papst als „pelagianisch“. Sie zeichneten sich durch einen überernsten und verspannten Lebensstil aus: Christen, so der Papst ironisch, „die auf den Boden schauen“:

„Und diese Versuchung ist heute gegeben. Oberflächliche Christen, die wohl an Gott, an Christus glauben, dies aber in zu zerstreuter Art tun: nicht Jesus Christus ist es, der das Fundament gibt. Das sind die modernen Gnostiker. Die Versuchung des Gnostizismus. Ein ‚flüssiges’ Christentum. Auf der anderen Seite gibt es jene, die glauben, dass das christliche Leben derart ernst genommen werden müsse, dass sie dabei enden, Solidität und Festigkeit mit verbissener Rigidität zu verwechseln. Sie sind steif! Sie glauben, dass es für das Christsein notwendig ist, ein Trauergewand anzulegen, immer“.

Tatsache sei, dass es viele von solchen Christen gebe. Doch „sie sind keine Christen, sie maskieren sich als Christen. Sie wissen nicht, was der Herr ist, sie wissen nicht, was der Fels ist, ihnen fehlt die Freiheit der Christen. Und, um es ein wenig einfach zu sagen: sie haben keine Freude“:

„Den ersten eignet eine gewisse oberflächliche ‚Heiterkeit’. Die anderen leben in einer ständigen Totenwache, doch sie wissen nicht, was die christliche Freude ist. Sie wissen es nicht, das Leben zu genießen, das Jesus uns gibt, da sie es nicht verstehen, mit Jesus zu sprechen. Sie fühlen sich nicht ‚auf’ Jesus gestellt, mit jener Festigkeit, die die Gegenwart Jesu schenkt. Und sie haben nicht nur keine Freude: sie haben keine Freiheit. Die einen sind Sklaven der Oberflächlichkeit, dieses zerstreuten Lebens, die anderen sind Sklaven der Rigidität, sie sind nicht frei. In ihrem Leben ist kein Platz für den Heiligen Geist. Der Geist ist es, der uns die Freiheit schenkt! Der Herr lädt uns heute ein, unser christliches Leben auf ihn zu bauen, auf den Felsen, der uns die Freiheit schenkt, der uns den Geist sendet, der dich voll Freude auf dem Weg, in seinen Vorschlägen vorwärts gehen lässt“.

Dem Autor auf Twitter folgen!



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 christawaltraud 28. Juni 2013 
 

Wohltuende Worte!

Danke, papa Francesco!


2
 
 Wischy 28. Juni 2013 
 

Fronten entstehen leicht

zwischen extremen Richtungen: zwischen Ernsthaft-Rigiden, den überkritischen Bedenkenträgern, und zwischen den Oberflächlich-Scharwenzelnden, die ihr Fähnchen stets neu nach dem Wind drehen. Der Papst kennt beide Typen und weiß sie auf die Mitte zu verweisen.


2
 
 jadwiga 27. Juni 2013 

Feuer der Liebe und eisige Starrheit können im Herzen eines Menschen nicht beisammen bestehen. Entweder schmilzt das Eis oder erlischt das Feuer.


2
 
  27. Juni 2013 
 

Gelobt sei Jesus Christus !

Herr, ich liebe Dich !, danke das ich für Dich leben und arbeiten darf, nur Dir gehöre in Ewigkeit! Amen.


4
 
 mariaelvira 27. Juni 2013 
 

Christus ist der Fels.

Manchmal muß ich schmunzeln über den Vergleich vom Papst Franziskus. Doch es ist so, wie er sagt.
Christus ist der Fels und von ihm kommt auch die Freude.


1
 
 gertrud mc 27. Juni 2013 
 

Wieder wunderbar und demaskierend, aber niemals diskriminierend.
Papst Franziskus schafft mit seinen Aussagen KEINE neuen Randgruppen, schließt niemanden aus, möchte UNS ALLE vielmehr aufrütteln, damit wir schauen, ob und wann wir vielleicht zu dem einen oder anderen neigen und uns wieder auf den einzigen Felsen stellen, der in diesen stürmischen Zeiten Halt geben kann, auf Christus!


8
 
 Matthäus 27. Juni 2013 

Richtig

gut! Ernst und wahr und gleichzeitig befreiend. Danke!

lG Mt


4
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  2. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  3. Erzbischof van Megen wird neuer Papst-Botschafter in Deutschland
  4. So nicht, Mr. Präsident!
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. Wissenschaftler zum Grabtuch von Turin: ‚Diese Energie haben wir auf der Erde nicht‘
  7. "Welcher Teufel reitet Sie, Frau Paganini?"
  8. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  9. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  10. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  11. Visitation im Stift Heiligenkreuz abgeschlossen
  12. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  13. Gleichgültigkeit und Dekadenz – Die größte Hoffnung für iranische und russische Diktatoren
  14. Vatikan stoppt Seligsprechungsverfahren für argentinischen Bischof Jorge Novak
  15. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz