Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  2. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  3. Der stumme Gott unserer Zeit
  4. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  5. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  6. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  7. BDKJ Nordrhein-Westfalen will Verbot der AfD
  8. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  9. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  10. Ramadan sorgte für Unfrieden an Wiener Schulen!
  11. Realitätsverlust im Bistum Chur
  12. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  13. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  14. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  15. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung

Kirche: Politik verharmlost Menschenhandel

1. Juni 2013 in Chronik, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Experte: Allein in Europa lebten mindestens 800.000 Menschen, die als Prostituierte, Zwangsarbeiter, Bettelkinder, Straßenkriminelle, Hausangestellte oder Organ-«Spender» Opfer von Menschenhandel geworden seien


Würzburg/Berlin (kath.net/KNA) Die katholische Kirche hat der Politik vorgeworfen, den Menschenhandel nicht ausreichend zu bekämpfen. Der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bernd Klaschka, kritisierte am Mittwoch in Würzburg, es gebe keine Bereitschaft, den Opfern von Menschenhandel einen angemessenen Rechtsschutz zu gewähren.

Die Ware Mensch boome aber auch, weil die Verbraucher «zu wenig darüber nachdenken, wie Blumen geschnitten, Obst geerntet, Kleidung genäht oder Hightech-Geräte hergestellt werden», sagte Klaschka. «Menschenhandel ist ein Thema mitten unter uns.» Allein in Europa lebten mindestens 800.000 Menschen, die als Prostituierte, Zwangsarbeiter, Bettelkinder, Straßenkriminelle, Hausangestellte oder Organ-«Spender» Opfer von Menschenhandel geworden seien. Ihre Schicksale seien aufrüttelnd und beschämend zugleich«, so der Adveniat-Geschäftsführer.


Der Prälat äußerte sich bei einer dreitägigen Veranstaltung der katholischen Konferenz Weltkirche, in der neben den Hilfswerken unter anderem auch die Deutsche Bischofskonferenz, die Diözesen und Orden Mitglied sind.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Bischofskonferenz, der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, kündigte an, die katholische Kirche in Deutschland wolle verstärkt gegen Menschenhandel und Ausbeutung von Arbeitskräften vorgehen. Dies beinhalte auch den Kampf gegen Leiharbeit hierzulande. Die Kirche selbst müsse alles dafür tun, dass in ihrem Bereich keine »prekären Arbeitsverhältnisse« vorkommen. Als Besitzer vieler Immobilien müsse sie darauf achten, dass alle Aufträge und Arbeitsverträge voll dem Rechtssystem entsprächen.

Zudem müssten Verbraucher sensibilisiert werden, beim Einkauf darauf zu achten, wo die Waren produziert worden seien, sagte Schick. Ein weiterer Punkt sei ein konsequentes Vorgehen gegen Zwangsprostitution. Kritik übten die Kirchenverantwortlichen an der Bundesregierung. Die EU-Richtlinie zur Bekämpfung des Menschenhandels aus dem Jahr 2011 sei immer noch nicht in nationales Recht umgesetzt, wie es eigentlich bis April hätte geschehen sollen. Dies müsse nun »unverzüglich und vollständig« passieren, heißt es in der Abschlusserklärung. Zudem sei eine »kritische Überprüfung« des Prostitutionsgesetzes aus dem Jahr 2001 notwendig. Verbrecherische Organisationen nützten die liberale Ausgestaltung des Gesetzes aus, sagte Ludwig Kuhn als Vertreter der Diözesanverantwortlichen zum Thema Weltkirche.

Unterdessen kritisierte auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) eine mangelhafte Bekämpfung des Menschenhandels in Deutschland. Es fehle an der Umsetzung wichtiger Gesetze, die Polizei und Staatsanwaltschaft eine angemessene Bekämpfung des Menschenhandels ermöglichten», erklärte der BDK-Bundesvorsitzende Andre Schulz. Deutschland habe einst zu den Vorzeigeländern in Europa gehört, wenn es um die Bekämpfungsansätze zum Menschenhandel gegangen sei.

Laut BDK ist die Zahl der Opfer zwischen 2008 bis 2010 in der EU um 50 Prozent auf 9.528 Betroffene gestiegen. Das Dunkelfeld werde von den Vereinten Nationen für Europa mit 880.000 Personen angegeben. Die Zahl der verurteilten Menschenhändler sei gleichzeitig um 13 Prozent auf 1.339 zurückgegangen. Die International Labour Organisation schätze die Gewinne aus dem Handel mit Menschen auf 31 Milliarden US-Dollar pro Jahr, so der BDK.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  3. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  4. Zwischen Wölfen und Brüdern
  5. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  6. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  7. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  8. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  9. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt
  10. Österreichs Integrationsministerin richtet „Dokumentationsstelle politischer Islam“ ein






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. "Er hat meine Pläne durchkreuzt": Warum der Teufel Angst vor Johannes Paul II. hatte
  4. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  5. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  6. Wenn der Wiener Erzbischof den Heiligen Geist gegen das Kirchenrecht ausspielen möchte
  7. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  8. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  9. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  10. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  11. Realitätsverlust im Bistum Chur
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. 'Ich verstehe Gott nicht': Ältester Deutscher feiert 110. Geburtstag
  14. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz