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Ist Jesus wirklich auferstanden?

28. April 2013 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Der Theologe und Israelexperte Karl-Heinz Fleckenstein lädt in dem neuen Buch zu einer literarischen und archäologisch-historischen Entdeckungsreise ein, um eine glaubwürdige Antwort zu finden.


Jerusalem (kath.net/united p.c. Verlag) Zum „Jahr des Glaubens“ eröffnet dieses soeben erschienene Buch neue Zugänge zur Auferstehung Jesu. Während nach einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung im Jahr 2011 ein Drittel der Deutschen über das Thema "Auferstehung" am Liebsten nicht nachdenken wollen, sehen andere in den Berichten der Evangelien nur Lehrerzählungen. Damit wäre die Auferstehung ein Symbol dafür, dass die „Sache“ Jesu weiter gehen soll. Jesus wäre ohne Zweifel ein herausragender Bote Gottes, aber letztlich doch nur der leibliche Sohn des „Bauunternehmers“ Josef von Nazaret. Die Auferstehung als ein subjektives Ereignis der Visionäre, ein rein innerpsychisches Erlebnis ohne objektive Wirklichkeit?

„Wäre das Christentum auch ohne die Auferstehung Jesu denkbar?“ fragte die Regisseurin Karl-Heinz Fleckenstein während einer Jesusdokumentation von RTL in der Grabkapelle Christi, dem Herzstück der Auferstehungskirche von Jerusalem.

Der Autor lädt zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise ein, um darauf eine glaubwürdige Antwort zu finden. Nachdem er sich in biblische Zeitzeugen hineinversetzt und sie zu Wort kommen lässt, geht der profunde Israelkenner auf topografische, geschichtlich-archäologische Zeugen ein: das leere Grab, das Leichentuch, das Schweißtuch, die Auferstehungskirche, Emmaus, den Abendmahlsaal, die Mensa Domini und den Ölberg.

Im Vorwort heißt es: „Wir werden uns den brisanten Fragen stellen: Geben die Augen- und Ohrenzeugen des auferstandenen Jesus eine zuverlässige Beschreibung dessen, was sie gesehen und gehört haben? War die Auferstehung Jesu für diese Leute der ersten Stunde nachprüfbar und ohne Zweifel ein historisches Ereignis? In einem weiteren Indizienbeweis soll nachgeprüft werden, ob die Jesusfreunde bis heute nicht doch einer frommen Sage oder einer Ideologie nachlaufen oder ob die topographisch-geschichtlich-archäologischen Zeugnisse stichhaltig genug sind.“

Im letzten Teil des Buches kommen „Kronzeugen durch die Zeiten hindurch“ zu Wort. „Warum sie bereit waren, ihr ganzes Leben für ihren auferstandenen Herrn in die Waagschale zu werfen bis zur letzten Hingabe im Tod“: Paulus, Vivia Perpetua, Maria Helene Restituta Kafka, Richard Wurmbrand, Shahbaz Bhatti und André Levet.

Der Autor Dr. Karl-Heinz Fleckenstein ist katholischer Theologe und Archäologe, lebt seit 1981 in Jerusalem und arbeitet dort als freier Schriftsteller, Journalist, Gesamtkoordinator für das archäologische Projekt „Emmaus-Nicopolis“ und gemeinsam mit seiner Frau Louisa als Reiseleiter durch Israel.


Leseprobe aus Teil eins „Zeitzeugen am leeren Grab – Maria von Magdala“:

Ich nehme nur eine Gestalt wahr. Es muss ein Fremder sein. Denn mir sind doch alle bekannt, die zu Jesus gehört haben. Eine schnelle Kombination: das kann nur der Gärtner sein, der beruflich mit Toten zu tun hat und mit Grabstätten. Vielleicht kann er mir Auskunft geben.

In meiner Niedergeschlagenheit bitte ich ihn, er möge doch bitte den Leichnam wieder herholen. Egal wo er ihn hingetragen hat. Nicht einmal ein Ort der Trauer wird mir gegönnt. Irgendwo muss doch sein Körper liegen, dessen Leblosigkeit ich betrauern will. Einen Augenblick später wende ich mich noch einmal um. Die Bewegung vom Alten weg zum Neuen hin wird nicht auf einmal vollzogen. Es gibt noch ein Zurückfallen in das Alte. Ich brauche einige Anläufe, bis ich eine solche Umwendung zum Neuen vollziehen kann.

Im Nachhinein weiß ich es: Dieser Mann ist Jesus. Doch ich erkenne ihn zunächst noch nicht. Trauer und Leid stehen neben mir. Ich bin noch zu sehr gefangen in meinem Schmerz. Immer noch suche ich Jesus im Grab bei den Toten. Dabei steht er als der Lebendige da. Das Rettende ist schon geschehen, aber ich sehe es noch nicht. Der Tod ist schon besiegt, aber mein Herz weiß noch nichts davon.

Doch kaum habe ich meine Frage formuliert, da spricht der vermeintliche Gärtner mich auch noch mit meinem Namen an. Seine Stimme macht mich stutzig. In diesem „Maria!“ liegt meine ganze Geschichte. Alles, was war und alles, was so grausam zu Ende ging. Es ist, als würde ich aus einem bösen Traum erwachen. Aus meiner trostlosen Depression. Es fällt mir wie ein Schleier von den Augen. Er hat mich mit meinem Namen angeredet. Jetzt weiß ich, wer er ist. Er hat mich wieder zurückgeholt zu mir selbst.

Meine Antwort ist ein einziges Wort. „Rabbuni“ – Lehrer, mein Lehrer. Ich sage nicht „Jesus“ zu ihm, sondern „Meister“, zu dem ich aufschaue. In diesen beiden Namen, mit denen wir uns nennen, ist alles ausgedrückt, was Jesus und was mich bewegt: ungläubiges Erstaunen, Freude, Glück, Zärtlichkeit, Liebe, Hingabe. Mehr Worte brauchen wir nicht. Sie enthalten alles. Wir wissen umeinander. Lachen und Weinen, Tränen der Freude und der Erleichterung. Es ist nicht alles zu Ende gegangen. Endlich begreife ich: Jesus lebt! Er ist auferstanden. Ich will mich an ihn klammern. Jetzt ist alles wieder gut!

Und doch nicht! Kein um den Hals fallen, keine Umarmung, nach der ich mich so sehr sehne. Ein schroffes Wort: „Halte mich nicht fest!“ Jesus muss das große Missverständnis, die große Versuchung abwehren. Die Rettung ist nicht einfach die Wiederbelebung des Alten. Ich bekomme meinen Jesus nicht so wieder, wie ich ihn einmal hatte. Den Jesus der Vergangenheit muss ich loslassen. Nur so kann ich den Jesus der Zukunft gewinnen. Er muss den Weg zum Vater antreten. Er muss eingehen in die Wirklichkeit Gottes, damit er für alle Menschen da sein kann. Für alle Zeiten. Ich darf Jesus nicht festhalten, ich muss ihn loslassen. Nur so kann ich ihn neu gewinnen. Er ist für mich und für alle der auferstandene Sohn Gottes.

Er ist nicht mehr mit Händen zu greifen. Das Alte ist unwiederbringlich vorbei. Ich hatte schon die Hand nach ihm ausgestreckt. Maria dachte: das kann nur der Gärtner sein. Da sprach der Mann sie an: „Maria!“ Es fiel ihr wie ein Schleier von den Augen. Ihr einziges Wort: „Rabbuni!“ Seine Antwort: „Halte mich nicht fest!“ Eine naheliegende Geste. Aber das ist noch nicht möglich. Jesus ist ein anderer geworden. Er ist kein gewöhnlicher Mensch mehr. Ich kann an dem, was er jetzt ist, keinen Anteil haben. Nicht mehr gekreuzigt und tot, aber auch noch nicht bei seinem Vater im Himmel. Ich muss den Abstand, der jetzt zwischen uns besteht, wahrnehmen und akzeptieren. Es ist nicht mehr so wie früher. Er ist derselbe, und doch fremd geworden. Der Auferstandene hat mich durch seine Erscheinung überzeugt, durch seine Anrede. Er hat mich, die Maria aus Magdala, beim Namen gerufen. Ich habe seine Stimme erkannt.

Jetzt bekomme ich einen Auftrag von ihm: „Geh hin zu meinen Brüdern.“ Jetzt, wo Jesus mich herausgeholt hat aus der Verhaftung an die Vergangenheit, gewinnt mein Leben einen neuen Inhalt. „Geh hin zu diesen verstörten Männern, die voll Schmerz und voller Verzweiflung sind. Sie werden von Gewissensbissen geplagt, weil sie mich verraten und im Stich gelassen haben. Sage ihnen: „Jesus lebt und für ihn seid ihr immer noch seine Brüder. Er hat euch vergeben.“

Die Jünger werden es mir noch nicht glauben können. Meine Worte dringen nicht an ihre Ohren. Aber es wird der Anfang einer Wende sein. Ich darf jetzt die Stimme des Engels werden, die der Anrede durch den Herrn vorausgeht. Als Botin für andere. Ein geradezu revolutionäres Unternehmen, wenn man bedenkt, dass in meiner Zeit niemals eine Frau vor Gericht als Zeugin auftreten durfte. Das war Männersache. Doch der auferstandene Herr macht mir deutlich: bei Gott gibt es keine Unterschiede. Ob Mann oder Frau. Alle sind vor ihm gleich. Alle sind seine geliebten Kinder.

Ich renne los. Voll überschäumender Freude rufe ich ständig vor mich hin: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Er hat sich in Liebe mir zugewandt. Er hat mich nicht allein gelassen. Kein Wunder, dass die anderen Jünger meinen Enthusiasmus als leeres Weibergewäsch abtun. Jesus wird sie später wegen ihrer Herzenshärte tadeln müssen. Doch er traut mir zu, seine Jünger davon zu überzeugen, dass er lebt und zu Gott gehen wird.

Das ist die Taktik Gottes: Ich, Maria Magdalena, habe den auferstandenen Jesus als erste von all seinen Vertrauten gesehen. Ich bleibe die erste Zeugin der Auferstehung. Eine Frau. Und ich spreche ohne Furcht, voller Überzeugung von meiner Begegnung mit Jesus und berichte, was er mir aufgetragen hat. Ich gehe, ich rede, ich erzähle: „Ich habe den Herrn gesehen“. Dieses Sehen ist nicht ein betrachtendes, erwägendes Wahrnehmen. Es ist das ganz konkrete, einfache und bestimmte „ich habe gesehen“. So wie man eine Bank vor sich sieht, einen Baum, eine Straße ... Unhinterfragbar und wirklich: „Ich habe gesehen“.

Für mich ist es klar, was ich gehört habe: „Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.“ Ich musste zwar den Karfreitag miterleben, mich an ihm wund reiben, den Schmerz erleiden. Aber jetzt weiß ich: es ist nicht das Ende. Die Nacht ist vorbei. Das Heute Gottes ist angebrochen. Ganz anders, als ich es mir vorstellen konnte. Aber total befreiend und erhellend. Wie Licht in der Finsternis. Niemand kann mir jetzt noch meine Überzeugung aus dem Herzen reißen: Jesus lebt! Aber nicht nur er ist auferstanden. Auch ich bin eine andere geworden. Die Begegnung mit ihm hat mich total verwandelt.


Karl-Heinz Fleckenstein
Ist JESUS wirklich auferstanden?
Kronzeugen sagen aus
united p.c. Verlag 2013
198 Seiten
Mit zahlreichen Abbildungen
ISBN: 978-3-85438-176-1
EUR 19,00

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Foto: © united p.c. Verlag


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