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Kardinal Marx: 'Religiös motivierte Gewalt ist Blasphemie'24. April 2013 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden
Münchner Erzbischof predigte vor dem Hintergrund des Bostoner Anschlags Hl. Messe mit Geistlichen Gemeinschaften
München (kath.net/pem) Vor dem Hintergrund des Terror-Anschlags in der US-amerikanischen Stadt Boston hat Kardinal Reinhard Marx religiös motivierte Gewalttaten als Blasphemie und Perversion Gottes selbst bezeichnet. Der Erzbischof zeigte sich erschüttert von den Medienberichten: Was haben wir in den letzten Tagen wieder schreckliche Bilder gesehen aus einer Stadt, die von Todesangst geprägt war. Spuren des Todes, und das offenbar im Namen der Religion, sagte der Erzbischof von München und Freising am Sonntagabend, 21. April, bei einem Gottesdienst, den er mit Geistlichen Gemeinschaften im voll besetzten Liebfrauendom feierte. Es sei unfassbar, dass überhaupt jemand auf die Idee komme, Gott mit Vernichtung und Gewalt zu verbinden. Diese Phantasien des Menschen sind eine Perversion Gottes selbst, eine Blasphemie, beklagte der Kardinal: Bedrückend ist für uns, dass es junge Menschen sind, die sich scheinbar als fromm empfinden, die fromm sein wollen, und die Spuren des Todes durch eine Stadt ziehen. Am Wochenende hatten sich laut Presseberichten die Hinweise verdichtet, dass das Bombenattentat möglicherweise aus islamistischen Motiven begangen worden sein könnte. Ganz anders als diese Gewalt sei dagegen die Botschaft des Evangeliums: Da werden Spuren des Lebens gezogen. Der österliche Glaube sei Quelle von Lebensfülle und Lebensfreude Das könnten, so Marx, die Menschen in den Geistlichen Gemeinschaften, aber auch in den Pfarreien, bezeugen, wenn sie durchbrechen zum Osterglauben an den auferstandenen Herren. Marx betonte die Wichtigkeit der Evangelisierung. Der Osterglaube dränge danach, verkündet zu werden: Der Heilige Geist treibt die Jünger an, räumlich und geistig bis zum Äußersten zu gehen. Es gibt keinen Zentimeter, der es nicht wert wäre, vom Evangelium erfüllt, erhellt, erleuchtet zu werden. Von Anfang des Christentums an habe es Widerstand gegen diese Evangelisierung gegeben, und die begeisterte Aufnahme der Botschaft sei auf Kritik gestoßen. Dies liege im Anspruch des Christentums begründet, einen neuen Weg zu zeigen für das ganze menschliche Leben, für die ganze Welt. Die Gegner versuchten indes, das Christentum auf eine anlassbezogene Religion zu reduzieren. Doch das Christentum habe stets nicht nur eine Religion sein und religiöse Bedürfnisse befriedigen wollen, sondern es wollte eine ganz neue Anschauung der Welt sein. Der Kardinal dankte den Geistlichen Gemeinschaften dafür, dass sie an der ständig neuen Aufgabe der Evangelisierung mitwirkten: Sie können Bewegungsmelder dafür sein, was der Heilige Geist in uns wachrufen will. Letztlich gehe es um eine Ergänzung: Die Pfarreien bleiben die große Struktur unserer Kirche, aber es gibt auch immer die Versuchung der Sesshaftigkeit. Das Evangelium jedoch wolle aufrütteln. Beim Aufbrechen helfen Geistliche Gemeinschaften, da hilft jeder Mensch, der sagt: Ich habe Christus gefunden, erklärte Marx. Die Kirche brauche beides: Tradition, Heimat, Verlässlichkeit des Ortes und Aufbruch, Exodus, Neugierde auf das, was kommt. Geistliche Gemeinschaften sind Gruppierungen innerhalb der katholischen Kirche, in denen sich mehrheitlich Laien, aber auch Kleriker und Ordensleute, um ein intensives religiöses Leben in Gemeinschaft und auch um eine Glaubenserneuerung in der Kirche bemühen. Ihr Erscheinungsbild ist außerordentlich verschiedenartig und vielfältig, ebenso ihre Formen der Frömmigkeit. 
Foto Kardinal Marx: (c) Erzbistum München
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