14 Februar 2013, 11:30
Gerade im Rücktritt leuchtet das Papsttum in seiner Würde hell auf
 
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Die weltweite Betroffenheit und Aufmerksamkeit, die dieser Schritt erlangt, zeigt die enorme Bedeutung des Papsttums. Von Wilhelm Imkamp

Maria Vesperbild (kath.net/pm) Im Jahr 1983 habe ich mich mit Papst Coelestin V. beschäftigen müssen, das heißt mit einem Buch des berühmten Mediävisten Peter Herde mit dem Titel „Coelestin V. – Ein Papst zwischen historischer Realität und kirchenpolitischer Legende“. Coelestin V. war im 13. Jahrhundert ebenfalls zurückgetreten, und zwar weil er „ganz offenkundig in ständiger Spannung mit seiner weltlich-organisatorischen Betätigung stand“. Dazu kamen noch andere Gründe. Das Pontifikat von Coelestin V. endete am 13. Dezember 1294 nach nur fünf Monaten. Als Papst Paul VI. 1966 bei seinem Besuch in Fumone das Andenken Coelestins V. besonders hervorhob, kamen damals Gerüchte auf, Paul VI. trage sich mit Rücktrittsabsichten. Diese Gerüchte hielten sich bis zum Vorabend seines 80. Geburtstages. Dann gab es ein offiziöses Dementi in der Vatikanzeitung. Coelestin V. wurde nach seinem Tod heilig gesprochen, aber zu seinen Lebzeiten von seinem Nachfolger Bonifaz VIII. eher zum Schweigen angehalten. Eine Position, die Papst Paul VI. ausdrücklich rechtfertigte.

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Grundsätzlich liegt unser Papst auf der Linie, die er selbst in dem Buch „Licht der Welt“ von Peter Seewald schon skizziert hatte, ja er wiederholt in seiner lateinischen Ansprache fast wörtlich die entsprechende Passage aus diesem Buch. Es gibt also eine konsequente Kontinuität des päpstlichen Denkens. Im Übrigen gilt der Can 332 § 2 des Kirchenrechts, und wenn es auch kein Routinevorgang ist, handelt es sich weder um einen beispiellosen Vorgang noch um einen Vorgang, der vom Kirchenrecht nicht vorgesehen wäre. Im Übrigen zeigt gerade die weltweite Betroffenheit und Aufmerksamkeit, die dieser Schritt erlangt, die enorme Bedeutung des Papsttums. Gerade im Rücktritt leuchtet das Papsttum in seiner Würde hell auf.

Foto: (c) Wilhelm Imkamp

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