Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. Der Tod der Theologie in Deutschland
  4. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  5. Kirche im Verfall
  6. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  7. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  8. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  9. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  10. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  11. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  12. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  13. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  14. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  15. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“

Der nächste Papst - Leseprobe 5

29. August 2020 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 5 des Papst-Biografs George Weigel, der in seinem neuen Buch das Idealbild eines Papstes entwirft


Linz (kath.net)

Der nächste Papst wäre gut beraten, einen leitenden Mitarbeiter zu suchen, der ihm helfen kann, den Reformbedarf in der römischen Kurie zu ermitteln – einschließlich der Entlassung inkompetenter oder korrupter Beamter – und die Arbeit der Kurie anschließend so zu koordinieren, dass sie zu einem effektiven Instrument im Dienst des Petrusamts wird.

Im Sinne dieser Effizienz wird es erforderlich sein, ein Klima der Zusammenarbeit zu fördern, anstelle des Gefühls der Angst, das die Kurie in der Vergangenheit zuweilen beherrscht hat, und anstelle des Nepotismus und des ehrgeizigen Gerangels um Bevorzugung, von dem manche Aspekte des Kurienlebens allzu oft gekennzeichnet sind.

Die eine oder andere Strukturreform mag durchaus geeignet sein, Tendenzen abzuschwächen, bei denen nicht alle am selben Strang ziehen, wie es unter den Menschen in jeder Bürokratie vorkommt. Dies ist jedoch besonders kontraproduktiv in einer Organisation, deren Zweck darin besteht, den Nachfolger Petri bei seiner Arbeit der Förderung der Neuevangelisierung zu unterstützen. Entscheidend für die effektive Funktion der römischen Kurie ist jedoch - das darf hier nochmals wiederholt werden – der Charakter derer, die ernannt werden, um dort zu arbeiten. Der nächste Papst kann nicht der Personalchef der Kurie sein. Er muss jedoch einen leitenden Mitarbeiter finden, der diese wesentliche Arbeit für ihn und mit ihm erledigen kann.


Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass die finanzielle Integrität der Führung des Zentrums der Kirche im 21. Jahrhundert eine wesentliche Voraussetzung für die kirchliche Verkündigung des Evangeliums ist. Glaubwürdige Berichte über dubiose vatikanische Finanztransaktionen auf den internationalen Märkten sowie eine undurchsichtige (oder gar nicht existente) vatikanische Finanzplanung und ein Abrechnungsverfahren haben der Evangelisierung im 21. Jahrhundert großen Schaden zugefügt. Es ist absurd und skandalös, dass der Heilige Stuhl über gewaltige Mengen an „Schwarzgeld“ verfügt, die ohne angemessene Prüfung und, wenn überhaupt, nur mit einer sehr unzulänglichen Rechnungslegung investiert werden.

Der nächste Papst muss dieser groben Misswirtschaft ohne Rücksicht auf eventuelle Rufschädigungen oder kurzfristige finanzielle Rückschläge ein Ende bereiten. Was der heilige Paulus vor zwei Jahrtausenden an die Korinther geschrieben hat, gilt auch für die römische Kurie unserer Tage: „So soll man uns betrachten: als Diener Christi und als Verwalter von Geheimnissen Gottes. Von Verwaltern aber verlangt man, dass sie sich als treu erweisen“ (1 Kor 4,1–2). Obwohl in der Zentralverwaltung der Kirche viele gute und treue Männer und Frauen tätig sind, hat das Vertrauen in die finanzielle Integrität der römischen Kurie in den vergangenen Jahrzehnten großen Schaden genommen. Diesen Schaden zu beheben, dieses Vertrauen wiederherzustellen und die drastischen Maßnahmen zu ergreifen, die nötig sind, um den Heiligen Stuhl vor einer ausgewachsenen Finanzkrise zu bewahren, muss zu den Prioritäten des nächsten Papstes gehören.

Die Finanzreform des Vatikans ist schon für sich genommen wichtig. Sie ist aber auch wichtig für die Verkündigung des Evangeliums. Wer diesen Zusammenhang nicht erkennt, sollte mit den Finanzen des Heiligen Stuhls nichts zu tun haben.

Um das Vertrauen in die finanzielle Integrität des Vatikans wiederherzustellen, wird es erforderlich sein, dass der nächste Papst die Befugnisse kompetenter Laien und Laiinnen in der Finanzverwaltung des Heiligen Stuhls ausweiten muss. Kompetenz im Bereich der Finanzen gehört nicht unbedingt zu den mit dem Weihesakrament verliehenen Gnaden. Und leider ist die Priesterweihe auch keine Garantie für ehrenhaftes finanzielles Gebaren. In den letzten Jahrzehnten sind viele Fortschritte bei der Finanzreform des Vatikans durch Laien erzielt worden. Der nächste Papst sollte sich das zu Herzen nehmen.

Im Zuge der Kurienreform wird es auch erforderlich sein, personelle und finanzielle Ressourcen umzuschichten und dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Um nur ein Beispiel zu nennen: Als Reaktion auf die Verbrechen, Sünden und Skandale des sexuellen Missbrauchs durch Priester sind der Kongregation für die Glaubenslehre neue Aufgabenbereiche, aber nicht genügend Ressourcen zugewiesen worden, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. So kam es, dass die Kongregation von Missbrauchsfällen und anderen Fällen priesterlichen Fehlverhaltens überschwemmt wurde; die Ermittlungen und Beurteilungen dieser Fälle gehen nur langsam voran; und es verstärkt sich, so unfair dies auch ist, der Eindruck, dass die Kirche weiterhin die Fälle des sexuellen Missbrauchs durch Priester verzögert.

kath.net Buchtipp
Der nächste Papst - Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche
Von George Weigel
Media Maria 2020
160 Seiten
ISBN: 9783947931248
Preis: 17,50 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Adamo 29. August 2020 
 

Hierzu passt ausgezeichnet der Bericht von Chefredakteur Oliver Maksan

in "Die Tagespost" vom 27.8.2020:

"Es braucht Hausputz im Vatikan"

Besten Dank für diesen hervorragenden Bericht lieber Oliver Maksan!


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  2. Leo XIV. in den Vatikanischen Grotten: Er betet auch an den Gräbern von Pius XII. und Benedikt XVI.
  3. Bemerkenswerte Rede von Papst Leo über Kardinal Merry del Val, Mitarbeiter von Leo XIII. und Pius X.
  4. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 4
  5. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 3
  6. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 2
  7. Leo XIV., Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie
  8. Kardinal Müller: Der nächste Papst muss der Homo-Lobby die Stirn bieten
  9. Erzbischof Aguer: Nächster Papst muss die katholische Lehre gegen ‚progressive Mythen’ verteidigen
  10. Theologe Kwasniewski: Papst kann Bischof nicht willkürlich abberufen







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  4. Der Tod der Theologie in Deutschland
  5. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  6. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  7. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  8. Kirche im Verfall
  9. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  10. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  11. „In unendlicher Liebe durch das Leben geführt“
  12. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  13. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  14. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  15. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz