24 Oktober 2012, 10:02
Piusbruderschaft schließt Bischof Williamson aus
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Traditionalisten'
Die traditionalistische Piusbruderschaft hat den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen.

Menzingen (kath.net/KNA) Die traditionalistische Piusbruderschaft hat den britischen Bischof und Holocaust-Leugner Richard Williamson aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen. Das teilten die Piusbrüder am Mittwoch im schweizerischen Menzingen mit. Williamson habe sich «seit mehreren Jahren von der Führung und Leitung der Priesterbruderschaft entfernt und sich geweigert, den Respekt und den Gehorsam zu bezeigen, den er seinen rechtmäßigen Oberen

Werbung
christenverfolgung

schuldet», heißt es in der Mitteilung aus dem Generalhaus der Bruderschaft. Diese «schmerzhafte Entscheidung» sei notwendig geworden «aus Sorge um das Gemeinwohl der Bruderschaft» und «einer guten Leitung derselben».

Williamson hatte 2008 in einem in Zaitzkofen bei Regensburg geführten Interview mit einem schwedischen Fernsehsender die Zahl der von denNationalsozialisten ermordeten Juden auf höchstens 300.000 beziffert und die Existenz von Gaskammern bestritten. Er steht deshalb in Deutschland wegen Volksverhetzung vor Gericht.

Weltweite Schlagzeilen gab es zu Jahresbeginn 2009, als Papst Benedikt XVI. wenige Tage nach der Veröffentlichung des Interviews die Exkommunikation der vier Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius X. aufhob, zu denen auch Williamson zählt. Später stellte der Vatikan klar, dass der Papst Williamsons Äußerungen zum Holocaust nicht gekannt habe und dass die vier Traditionalistenbischöfe weiterhin von kirchlichen Ämtern suspendiert seien.

Williamson ist ein scharfer Gegner einer Annäherung mit dem Vatikan. Über Monate fand zuletzt ein Austausch zwischen Rom und den Piusbrüdern über eine Überwindung theologischer Streitpunkte statt. Seit Frühjahr stecken die Gespräche jedoch in einer Sackgasse. Sachlich geht es vor allem um die Anerkennung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) und seiner Beschlüsse zur Religionsfreiheit, Ökumene und zur Liturgiereform. Von den Beratungen des Generalkapitels der Piusbruderschaft im Juli war Williamson bereits zeitweise ausgeschlossen worden.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Einsiedler Abt Urban Federer meint: „Schwul und zölibatär ist okay“ (62)

„Der Schutz des Lebens hat für die CDU überragende Bedeutung“ (56)

Der Traum alter Männer (46)

Causa 'Alois Schwarz' - Rom untersagt Pressekonferenz der Diözese Gurk (36)

Anglikanische Kirche führt Feier für Transgender-Personen ein (35)

„Deutsche Bischöfe überschritten klar ihre lehramtliche Kompetenz“ (33)

R. I. P. Robert Spaemann (31)

Das wäre der Dschungel... (30)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

Weihbischof Michael Gerber wird neuer Bischof von Fulda (26)

Bischof: Keine Untersuchung eines möglichen eucharistischen Wunders (26)

Zollitsch-Satz ist „sehr katholisch“ (23)

Argentinien: Erzbischof spricht von „einer Art klerikaler Homolobby“ (21)

Polen und Ungarn blockieren erfolgreich die „LGBTIQ-Rechte“ in der EU (20)

Die Todesengel von links (20)