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Slowakei: Proteste gegen die Abberufung von Erzbischof Bezak halten an

23. Oktober 2012 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Anonyme Unterstützer ließen 20.000 Ansichtskarten drucken und in den Vatikan schicken - Tschechisches Fernsehen plant Film über abgesetzten Erzbischof


Pressburg (kath.net/KAP) Die Proteste gegen die Abberufung des populären slowakischen Erzbischofs Robert Bezak gehen weiter. Unterstützer, die vorderhand nicht genannt werden wollen, haben nach Angaben slowakischer Medien 20.000 Ansichtskarten drucken lassen, die in dieser Woche den Vatikan erreichen sollen. Rund 10.000 an Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone adressierte Karten sollen bereits nach Rom unterwegs sei.

Die Vorderseite der Ansichtskarte zeigt Robert Bezak in bischöflicher Gewandung, auf der Rückseite befindet sich das Bibelzitat "Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist, und sollst in einem Rechtsverfahren nicht so aussagen, das du dich der Mehrheit fügst und das Recht beugst". Das Zitat aus Exodus 23,2 ist in lateinischer, slowakischer und ungarischer Sprache abgedruckt, ein Hinweis auf die Zweisprachigkeit der Erzdiözese Trnava und die minderheitenfreundliche Einstellung ihres abgesetzten Oberhirten.


Eine weitere Solidaritätsaktion kommt aus der Tschechischen Republik. Am 28. Oktober, dem Gründungstag der Tschechoslowakischen Republik im Jahr 1918, strahlt das öffentlich-rechtliche Fernsehen ein einstündiges Feature mit dem Titel "Bischof mit dem menschlichen Gesicht" aus. Der tschechische Regisseur Pavel Minarik will mit dem Dokumentarfilm, der im Titel auf den Slogan des "Prager Frühlings" 1968 vom "Sozialismus mit dem menschlichen Gesicht" anspielt, Bezak als "außergewöhnliche nicht nur slowakische, sondern auch europäische Persönlichkeit" präsentieren. Eine Vorpremiere am Ort des Entstehens, in Trnava, ist geplant.

Der abgesetzte Erzbischof, der öffentliche Auftritte meidet, hat dieser Tage im mährischen Velehrad im Kreis priesterlicher Freunde dem Guss des noch von ihm in Auftrag gegebenen neuen Volksaltars für den Tyrnauer Dom beigewohnt. Der Bildhauer Otmar Oliva, der auch den Opfertisch der Redemptoris-Mater-Kapelle Papst Johannes Pauls II. im Vatikan gestaltet hat, erklärte, Robert Bezak habe "selber einbekannt, dass er mit der Abberufung nicht zurechtkommt". Dies sei ihm auch anzusehen - der Alterzbischof soll stark abgenommen haben. Wie "Novy Cas", die auflagenstärkste Tageszeitung der Slowakei, mutmaßt, bestehe eine von Bezaks Optionen darin, "sich nach Mähren zurückziehen".

Bezak war am 1. Juli von Papst Benedikt XVI. seines Amtes enthoben worden. Die Hintergründe der Abberufung sind weiterhin unklar. Allgemein wird ein Zusammenhang mit der aktuellen finanziellen Gebarung der Erzdiözese, den Vorwürfen von Bezak gegen seinen Amtsvorgänger Jan Sokol und dessen finanzieller Gebarung sowie einer zu Jahresbeginn erfolgten Apostolische Visitation vermutet.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

  23. Oktober 2012 
 

@idefix - Volle Zustimmung.

\"Hier züchtet man sich mit Krampf Proteste und leistet Verschwörungstheorien Vorschub.\"

Man will wirklich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn man sich dieses Trauerspiel ansieht.

Eine solche Amtsenthebung ist eine sehr massive und dementsprechend seltene Maßnahme, man muss sie schon begründen. Das fordert die ganz normale Fairness.


1
 
 idefix_DEL 23. Oktober 2012 
 

Was immer die Gründe sind,

die Informationspolitik oder besser die NIchtinformationspolitik in dieser Sache ist verheerend. Zumindest eine ungefähre Begründung für die Absetzung ist Rom dem Bistum schuldig. Hier züchtet man sich mit Krampf Proteste und leistet Verschwörungstheorien Vorschub.


1
 
 AlbinoL 23. Oktober 2012 

Was ich bisher gehört habe scheint da wirklich unrecht geschehen zu sein


0
 

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