
Augsburg (kath.net/KNA) Das «Vatileaks»-Enthüllungsbuch des italienischen Journalisten Gianluigi Nuzzi mit dem Titel «Seine Heiligkeit» ist beim katholischen Medienhändler Weltbild nicht erhältlich. Der Titel wende sich «gegen unsere Gesellschafter», erläuterte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag in Augsburg. «Es basiert auf einem extremen Fall von Vertrauensbruch.» Deshalb vertreibe Weltbild das Buch nicht. Es handle sich um eine Einzelfallentscheidung.
Gewerkschafter von ver.di hatten den Fall im Internet publik gemacht. Sie halten die Entscheidung für «einen weiteren skandalösen Fall von Zensur». Die deutsche Ausgabe von Nuzzis Buch ist kürzlich unter dem Titel «Seine Heiligkeit. Die geheimen Briefe aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI.» erschienen. Im Unterschied zum italienischen Original enthält das Buch auch einige Akten zur kircheninternen Debatte um Weltbild, in die der Vatikan involviert war.
Im vergangenen Herbst wurde publik, dass der Medienversandhändler auch Produkte mit esoterischem und erotischem Inhalt vertreibt. Nach einer kontroversen Debatte beschlossen die kirchlichen Gesellschafter, sich von dem Unternehmen zu trennen. Aus einer im Buch abgedruckten Notiz von Papstsekretär Georg Gänswein geht hervor, dass die Kirchenleitung die deutschen Bischöfe zum Handeln drängte.
Weltbild gehört zwölf katholischen Diözesen, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der Katholischen Soldatenseelsorge Berlin. Im Juni entschieden die Gesellschafter, ihre Anteile nicht an ein anderes Unternehmen zu verkaufen, sondern vollständig auf eine noch zu gründende kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu übertragen.
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Zur Dokumentation: Screenshot von Weltbild vom 21.9.2012
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Foto: (c) Weltbild/Sreenshot vom 21.9.2012
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