02 Juli 2012, 12:00
Erzbischof Müller zum Präfekten der Glaubenskongregation ernannt
 
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Benedikt XVI. holt einen deutschen Theologen in das dritthöchste Amt der Kirche. Erzbischof Müller leitet ab heute die Glaubenskongregation und ist bereits in Rom. Bischöflicher Stuhl in Regensburg ab sofort vakant

Rom-Regensburg (kath.net/kathpedia) Der Bischof von Regensburg Gerhard Ludwig Müller wurde am heutigen Montag von Papst Benedikt XVI. zum Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre ernannt. Dies gab das Bistum Regensburg zeitgleich mit dem Heiligen Stuhl auf einer eigens eingerufenen Pressekonferenz bekannt.

Der deutsche Theologe wird damit Nachfolger von William Joseph Kardinal Levada, dessen Rücktritt aus Altersgründen der Papst angenommen hat. Bischof Müller, der gleichzeitig in den Rang eines Erzbischofs erhoben wurde, nimmt als Präfekt der "Suprema" das dritthöchste Amt der Kirche ein.

Gerhard Ludwig Müller wurde am 31. Dezember 1947 in Mainz-Finthen geboren. Nach dem Abitur am Willigis-Gymnasium in Mainz war er mehrere Jahre in der Jugendarbeit seiner Heimatpfarrei St. Martin Mainz-Finthen tätig. Anschließend ging er zum Studium der Philosophie und Theologie nach Mainz, München und Freiburg im Breisgau. Müller wurde Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät in Mainz und im Jahre 1978 in Mainz von Kardinal Hermann Volk zum Priester geweiht. Anschließend war er bis zur Habilitation im Jahr 1985 in drei Pfarreien als Kaplan aktiv.

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Im Jahr 1977 promovierte Gerhard Ludwig Müller bei Kardinal Karl Lehmann mit einer Arbeit über den evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer zum Doktor der Theologie. Auch die Habilitation im Fach Dogmatik und ökumenische Theologie über die "Gemeinschaft und Verehrung der Heiligen" im Jahr 1985 erfolgte bei Lehmann, der zu diesem Zeitpunkt bereits Bischof von Mainz war.

G.L. Müller wird im Jahr 1986 mit 38 Jahren auf den Lehrstuhl für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München berufen und war damit einer der jüngsten Professoren der Münchner Hochschule. Inzwischen liegen von ihm weit über 400 wissenschaftliche Publikationen vor. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Themen Ökumene, Neuzeit und Offenbarungsverständnis, theologische Hermeneutik, Priestertum und Diakonat.

Müller war 1999 bei der vatikanischen Europasynode im Jahr und 2001 bei der Weltbischofssynode im Jahr 2001 als theologischer Berater (Peritus) berufen. Es gab auch mehrere Gastprofessuren an den Universitäten in Cusco (Peru), Rom, Philadelphia (USA), Kerala (Indien), Madrid, Santiago de Compostela, Salamanca, Lugano und Sao Paulo (Brasilien). Im September 2004 bekam Müller von der Katholischen Universität Lublin die Ehrendoktorwürde. Müller nimmt seit dem Jahr 2003 im Rahmen der Deutschen Bischofskonferenz folgende Aufgaben wahr: Vorsitzender der Ökumenekommission, stellvertretender Vorsitzender der Glaubenskommission und Mitglied der Kommission Weltkirche. Außerdem ist er Mitglied in der Gemeinsamen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie von Deutschland.

Am 1. Oktober 2002 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum neuen Bischof von Regensburg ernannt. Seit dem 24. November 2002 leitet Müller als 77. Bischof die Diözese Regensburg in der Nachfolge des seligen Gaubald (739-761) und des hl. Wolfgang (972-994). Im Jahr 2007 wurde Bischof Müller zum 60. Geburtstag eine reichhaltige Festschrift gewidmet, zu der Papst Benedikt XVI. ein Vorwort beisteuerte, das u.a. die Dogmatik des Jubilars würdigt.

KATH.NET dokumentiert die Stellungnahme von Generalvikar Michael Fuchs bei der heutigen Pressekonferenz:

"Meine Damen und Herren,
der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. hat seine Entscheidung getroffen: Die Glaubenskongregation erhält einen neuen Präfekten. Dies ist mit dem heutigen Tag der bisherige Bischof von Regensburg, Professor Doktor Gerhard Ludwig Müller.

Die Diözese gratuliert ihrem Bischof von Herzen zu dieser hohen Berufung, mit der auch die Verleihung eines Titels des Erzbischofs verbunden ist. Da es sich bei dieser Aufgabe um einen zentralen und herausragenden Dienst für die Weltkirche handelt, ist das Bistum stolz, dass der Heilige Vater unseren Bischof mit diesem Amt an der Römischen Kurie betraut hat. Schon in den letzten Jahren hatte der Heilige Vater ihn zunehmend in weltkirchliche Verantwortung eingebunden. Bei aller Freude müssen wir dennoch feststellen, dass das Bistum einen großen Hirten und leidenschaftlichen Seelsorger verliert.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller leitet ab heute die Glaubenskongregation, der er bereits seit 2007 als Mitglied angehörte und der nach Kardinal Joseph Ratzinger zuletzt Kardinal William Levada vorstand. Diese Kongregation hat die Aufgabe, die Glaubens- und Sittenlehre in der ganzen katholischen Kirche zu fördern und zu schützen. Mit diesem Amt des Präfekten verbunden ist unter anderem auch die Leitung der Päpstlichen Bibelkommission und der Internationalen Theologischen Kommission.

Erzbischof Gerhard Ludwig Müller befindet sich heute in Rom. Die nächsten Tage nimmt er erste Termine als Präfekt der Glaubenskongregation wahr. Sicher wird er im Bistum am 26. Juli in Mindelstetten beim großen Gebetstag von Anna Schäffer teilnehmen, die am 21. Oktober in Rom heiliggesprochen wird. Ein Zeitpunkt für die Feier seiner Verabschiedung im Bistum wird baldmöglichst bekanntgegeben.

Mit dem heutigen Amtsbeginn des neuen Präfekten der Glaubenskongregation ist der bischöfliche Stuhl in Regensburg vakant. Nach dem Kirchenrecht geht die Leitung bis zur Wahl eines Diözesanadministrators auf Weihbischof Reinhard Pappenberger über, der die Wahl des Diözesanadministrators innerhalb der nächsten acht Tage zu veranlassen hat. Diese Wahl kommt dem Domkapitel als Konsultorenkollegium zu. Der Diözesanadministrator leitet dann die Diözese, bis ein neuer Bischof „von der Diözese Besitz ergriffen“ hat, wie das Kirchenrecht formuliert.

In der Zeit der Sedisvakanz darf nach dem Kirchenrecht in der Diözese nichts Wesentliches geändert werden."


kath.net dokumentiert eine Stellungnahme von Erzbischof Zollitsch zur Ernennung:

„Mit großer Freude haben wir heute von der Ernennung unseres Mitbruders Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller zum neuen Pro-Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre durch Papst Benedikt XVI. erfahren. Im Namen der Deutschen Bischofskonferenz gratuliere ich Bischof Müller zu dieser besonderen Auszeichnung und zum Vertrauen, das die Übertragung des neuen Amtes zum Ausdruck bringt. Die Deutsche Bischofskonferenz ist stolz, dass einer ihrer Mitbrüder künftig diese wichtige Aufgabe an der römischen Kurie wahrnehmen wird.

Bischof Gerhard Ludwig Müller hat die besten Voraussetzungen, um die neuen Aufgaben in der Kongregation für die Glaubenslehre auszufüllen. Er ist einer der profiliertesten Theologen der Gegenwart. In besonderer Weise hat er als Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte die zeitgemäße Darstellung des kirchlichen Glaubens weltweit geprägt, insbesondere in den Jahren als Lehrstuhlinhaber dieser Fächer an den Universitäten München und Regensburg. Der hervorragende und präzise theologische Sachverstand war und ist für die Deutsche Bischofskonferenz ein großer Gewinn. Wir sind Bischof Gerhard Ludwig Müller für sein unermüdliches Engagement in der Deutschen Bischofskonferenz zutiefst dankbar. Seit mehreren Jahren leitet er mit Erfolg und hoher Sensibilität die Ökumenekommission unserer Konferenz. Wesentlich hat er zum theologischen Austausch mit den Kirchen der Reformation und der Orthodoxie in Deutschland beigetragen. Bereits in seiner Zeit als Professor war Gerhard Ludwig Müller ein wertvoller Ratgeber.

Nach über drei Jahrzehnten im priesterlichen Dienst und knapp zehn Jahren bischöflichen Wirkens in Regensburg wird Bischof Gerhard Ludwig Müller nun eine neue Lebensetappe antreten. Die Deutsche Bischofskonferenz wünscht ihrem Mitbruder für diesen Weg Gottes Segen und eine glückliche Hand. In der Nachfolge der bisherigen Amtsinhaber Joseph Kardinal Ratzinger und William Kardinal Levada hat der neue Pro-Präfekt wichtige Aufgaben wahrzunehmen. Er darf sich dabei immer der Unterstützung und großen Solidarität der Deutschen Bischofskonferenz sicher sein. Noch im Frühjahr konnten wir unsere Vollversammlung in Regensburg abhalten und die große Gastfreundschaft unseres Mitbruders schätzen lernen. Erst vor wenigen Tagen hat Bischof Müller zum 99. Deutschen Katholikentag für 2014 nach Regensburg eingeladen. Jetzt führt ihn der Weg in den Vatikan: Sein Sachverstand und sein theologisches Denken werden dort höchste Anerkennung finden.“


Bischof Müller gab kath.net erst vor wenigen Wochen ein Interview: Bischof Müller: In Regensburg ist der Papst wirklich zuhause

ACHTUNG: Gratulationsmöglichkeit per E-mail info@bistum-regensburg.de

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