Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  2. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  3. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  4. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  5. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  6. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  7. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  8. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  9. Papst ernennt Sr. Alessandra Smerilli zur Präfektin des Entwicklungsdikasteriums
  10. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  11. "Ohne Einheit mit dem Papst keine volle Gemeinschaft mit der Kirche"
  12. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  13. Petrus und Paulus: Die Einheit der Kirche wächst aus der Verschiedenheit
  14. Vatikan hofft weiterhin auf Dialog mit der Piusbruderschaft
  15. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt

Philosoph Wetz: 'Neuem Atheismus' fehlt existenzieller Ernst

28. April 2012 in Chronik, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Stachel der Religionskritik sitze aber im Christentum selbst - Dialog Naturwissenschaft-Religion scheitere


Innsbruck (kath.net/KAP) Dem so genannten "neuen Atheismus", wie er etwa von dem Evolutionsbiologen Richard Dawkins propagiert wird, fehlt es an "existenziellem Ernst". Dies unterstrich der deutsche Philosoph und Religionskritiker Franz Josef Wetz bei einem Vortrag am Donnerstag in Innsbruck.

Die gegenwärtig "aggressive Religionskritik" enthalte "nur wenig Neues", sie langweile ihn gar, da ihre Emphase einzig der medialen Sensationslust geschuldet sei, so Wetz: "Die neue Religionskritik konnte nur darum eine hohe Aktualität gewinnen, weil sie wie Boxkämpfe und Krimis im Fernsehen einen hohen Unterhaltungswert besitzt".

Ihr mangele jedoch ein "existenzieller Hintergrund", wie er noch die religionskritischen Klassiker von David Humes über Friedrich Nietzsche bis Sigmund Freud gekennzeichnet habe.

Der Gießener Philosoph Wetz referierte in Innsbruck im Rahmen eines Fakultäts- und Diözesantages, der heuer dem Thema "Der neue Atheismus: Argumente, Analysen, Antworten" gewidmet war. Im Anschluss wurden die Thesen von Wetz durch Ko-Referate der Innsbrucker Theologen Winfried Löffler, Christoph Jäger und Roman Siebenrock diskutiert. Ein Gottesdienst im Innsbrucker Dom mit Bischof Scheuer beendete den Fakultäts- und Diözesantag.


Der Hinweis auf die mangelnde existenzielle Betroffenheit moderner Religionskritik dürfe jedoch nicht zugleich als Wasser auf die Mühlen der Verteidiger der Religion gewertet werden, so Wetz weiter. Denn der Stachel der Religionskritik sitze wesentlich tiefer: er wurzele nämlich im Christentum selbst, konkreter: in einer vom Christentum angestoßenen Form der Selbstreflexion.

Selbsterforschung und Reflexion gehörten von Anfang an zu den zentralen Elementen des christlichen Glaubens. Damit sei aber zugleich auch ein hohes Maß an Subversion in den Kern des Glaubens eingedrungen, denn gerade die Konfrontation christlicher Heilsversprechungen mit den kühlen Erkenntnissen moderner Naturwissenschaften habe das moderne Subjekt ins "Bodenlose" stürzen lassen und "vielerlei Bindungen aufgelöst".

"Dialog Naturwissenschaft-Religion scheitert"

In diesem Sinne seien auch die modernen Versuche eines Dialogs zwischen Naturwissenschaften und Religion auf Augenhöhe zum Scheitern verurteilt, ist Wetz überzeugt: Gesucht werde das Gespräch heute von Verteidigern der Religion etwa in den Bereichen der Frage nach dem "Warum" des Lebens, der Konfrontation des Menschen mit der "Unermesslichkeit des Universums", sowie der "ästhetischen Schönheit und Harmonie der Natur" und der "verblüffenden Feinabstimmung der kosmischen Konstanten" als mögliche Beweise eines schöpferischen Gottes.

Diesen Argumentationsversuchen sei jedoch etwas "Konstruiertes" zu eigen, das zugleich "das Maß ihrer Plausibilität erheblich mindert". Zwar wiegen bei vielen religiös Ergriffenen ihr "Bedürfnis nach Trost, Halt und Sinn" so schwer, dass sie die Religion selbst "gegen ein erdrückendes Maß von Gegeneinwänden behaupten" - aber der aufrichtig nach Antworten suchende Gläubige könne doch letztlich nicht an der Tatsache vorbeisehen, dass das Christentum durch die von ihm propagierte Reflexion selbst einen "Keim zur Selbstzerstörung" in sich trage, so Wetz.

Tatsächlich steige laut Wetz die Zahl jener, die entweder der Religion völlig gleichgültig gegenüberstünden, oder aber im Zuge einer "existenziellen Religionskritik" in eine Dilemma-Situation geraten: "So sehr sie die überschwänglichen Sinnzusagen der frohen Botschaft auch weiterhin ansprechen, sie können einfach nicht mehr daran glauben." Ein "abwesender Gott" lasse sich laut Wetz "selbst mit den stärksten Argumenten seiner existenziellen Bedeutsamkeit nicht herbeireden."

Es bleibe den Verteidigern der Religion höchstens noch der Ausweg einer "letzten Hoffnung": einer Hoffnung auf die Gottesdefinition Anselm von Canterburys, derzufolge Gott etwas ist, "über dem nichts Größeres gedacht werden kann". Dem um den Verlust des Glaubens wissenden "nostalgischen Religionskritiker" bliebe so zumindest die "zaghafte Hoffnung, in allen wichtigen religionskritischen Punkten geirrt zu haben".

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Atheismus

  1. Atheist Dawkins: Er hoffe nicht, dass das Christentum durch den Islam ersetzt werde
  2. Kirchensteuernachzahlung von Atheistin: Gericht gibt Kirche recht
  3. Atheisten: Menschen brauchen Gott, um moralisch zu handeln
  4. Ihr Atheismus zieht den Zorn Gottes auf uns herab!
  5. Ägypten möchte Atheismus verbieten
  6. Globaler Atheistenkongress wegen mangelnder Beteiligung abgesagt
  7. Zur nichtgesendeten ARTE-Doku über Antisemitismus
  8. Kanada: Atheistische Pfarrerin muss gehen
  9. USA: Einwohner reagieren auf Verbot der öffentlichen Weihnachtskrippe
  10. «'Aktion gegen religiösen Terror' wirkt auf mich befremdlich»






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - REISE AUSGEBUCHT
  2. Vatikan exkommuniziert sechs Bischöfe der Piusbruderschaft!
  3. „Man kann die priesterlichen Vollmachten nicht beliebig aufteilen und funktionalistisch outsourcen“
  4. Papst an Piusbrüder: 'Kehren Sie um!
  5. Bevorstehende „illegale Bischofsweihen für die Piusbruderschaft“ „ein schwerer schismatischer Akt“
  6. Haben Sie das Apostolische Mandat? – „Nein. Sie wussten, dass sie es nicht hatten“
  7. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  8. Papst: „Ich brauche Ihre Unterstützung – eine starke, ausdrückliche und öffentliche Unterstützung“
  9. Vorläufige Dialogpause zwischen der „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ und dem Vatikan
  10. Ehemalige Äbtissin wehrt sich gerichtlich gegen Rauswurf
  11. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  12. Konsistorium: Kardinäle benennen aktuelle Probleme, z.b. Meinung, das Leben habe keinen Sinn
  13. Nach Feier mit Erzbischof Lackner werden Karabiner von Schützenkompanien beschlagnahmt
  14. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  15. Freimaurerei „mit einem vollständigen Bekenntnis zum katholischen Glauben unvereinbar“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz