21 März 2012, 17:10
Antidiskriminierend und antiklerikal
 
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Die Studentenvertretung der Universität Wien betreibt seit Mai 2011 ein eigenes Café, das gleichzeitig antidiskriminierend, antiklerikal und antikapitalistisch sein will. Das Projekt kostet mehr als 440.000 Euro aus Pflichtbeiträgen der Studenten.

Wien (kath.net/jg)
Die Studentenvertretung der Universität Wien betreibt seit Mai 2011 das „Café Rosa“, mit dem Ziel, „Studieren und politisches Interesse (wieder)“ zu verbinden. Deshalb wird das Lokal nach fünfzehn Grundsätzen betrieben. Dazu zählen neben „antidiskriminierend“ auch „antiklerikal“, „antikapitalistisch“ und „antihetero- normativ“. Letzterer bedeutet, dass man dagegen ist, Heterosexualität für die Norm zu halten.

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„Alle sollen sich hier wohl fühlen können!“ heißt es trotzdem auf der Internetseite der ÖH (Österreichische Hochschülerschaft) der Universität Wien. Auf derselben Seite ist weiters zu lesen, dass es sich beim „Café Rosa“ um einen politischen Ort mit linken Grundsätzen handelt.

Der Grundsatz „antiklerikal“ bedeute nicht, religiöse Personen zu diskriminieren, sagte Julia Kraus vom Kommunistischen Studentenverband (KSV), die zum Vorsitzteam der Studentenvertretung der Universität Wien gehört. Man trete aber gegen „religiös motivierte Ressentiments“ auf, stellte sie laut einem Bericht der Tageszeitung „Der Standard“ fest.

Die aus grün-alternativen, sozialistischen und kommunistischen Studenten gebildete Exekutive der Studentenvertretung der Universität Wien hat zum Betrieb des Cafés einen „Verein zur Förderung der Emanzipation von Studierenden“ gegründet. Dieser hat den Auftrag „Raum für emanzipatorische Projekte zu schaffen“, heißt es auf der Internetseite des „Café Rosa“. Eine dieser Veranstaltungen war ein „Screening von (queer)feministischen Pornos“ Ende November 2011, die allerdings nur für „Frauen* und Trans*personen“ (sic) zugänglich war.

Zehn Monate nach der Gründung hat die ökonomische Realität das emanzipatorische Café eingeholt. Die Angestellten wurden gekündigt, die Öffnungszeiten auf ein Minimum reduziert, das Café wird von ehrenamt- lichen Mitarbeitern betrieben. Die ÖH der Universität Wien sucht einen Pächter, der sich sowohl zu den Grundsätzen des Cafés bekennen als auch dessen wirtschaftliche Führung übernehmen soll, berichtet die Tageszeitung „Die Presse“.

Bisher hat die ÖH etwa 443.000 Euro für das Café ausgegeben. Die Mittel kommen aus Pflichtbeiträgen aller Studenten. Diese sind per Gesetz verpflichtet, Mitglieder der ÖH zu sein. Laut Businessplan vom Dezember 2011 wäre das Lokal ohne weitere Zuschüsse seitens der ÖH bereits Ende des Vorjahres zahlungsunfähig gewesen. Dort sind auch die Ursachen für die finanzielle Entwicklung analysiert. Maria Clar, grüne Vorsitzende der ÖH an der Universität Wien, sieht die Schwierigkeiten aber nicht in der ungünstigen Kostenstruktur, technischen und logistischen Problemen. „In den Evaluierungen zeigt sich, dass ein emanzipatorisches Projekt in einem kapitalistischen System einfach sehr schwer umsetzbar ist“, sagte sie wörtlich dem Radiosender fm4.







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