18 März 2012, 11:00
Beichten – was soll das denn?
 
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Teil IV: Gott ist würdig, ein reines Gefäß für seine Gaben und für seine Liebe vorzufinden. Ein kath.net-Impuls zur Fastenzeit von Michaela Voss

Linz (kath.net) Wenn man heute zum Thema Beichte kommt, ist eine der ersten Fragen immer wieder: „Warum soll ich denn beichten? Was soll das eigentlich? Was bringt das denn? …“

Wenn wir mit Kindern Beichtvorbereitung (z.B. vor der Erstkommunion oder Firmung) machen durften, dann haben wir diese Stunden gerne mit einer kleinen praktischen Demonstration begonnen. Warum ist das Sakrament der Versöhnung so wertvoll und eine wichtige Voraussetzung, um die Sakramente Gottes würdig und fruchtbar zu empfangen?

Wir haben z.B. Gläser mit Schmutz, Erde, Öl und allerlei Dingen befüllt, die nicht sehr schön anzusehen waren und auch übel rochen. Die Ränder der Gläser wurden extra beschmutzt und beschmiert. Es sollte richtig eklig aussehen.

Zur Begrüßung wurde wie üblich nach Getränken gefragt und wir einigten uns auf ein Glas Wasser. Dann bekam jedes Kind ein solch präpariertes Glas vor die Nase und wir haben die Gläser mit frischem, klarem Wasser aus dem Glaskrug gefüllt.

In den Gesichtern der Kids waren dann immer eine Mischung aus Ungläubigkeit, Belustigung, Entsetzen, Ekel und Frage … zu sehen.

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Auf die Frage, ob sie das denn nicht trinken wollten, kam natürlich einstimmig empörte Verneinung und man sah ihnen an, dass sie sich ernsthaft fragten, ob wir nun völlig „durchgeknallt“ waren.

Die Auflösung kam natürlich sofort (und selbstverständlich auch genießbare Getränke).
Wir verglichen unsere Seele, unser Herz dann mit einem Gefäß, das Gott wunderbar geschaffen hat und das eine bestimmte Aufnahmekapazität besitzt – wie eben ein solches Glas.

Unsere Seele, unser Herz ist wie ein Behältnis, das berufen ist, die kostbaren Gaben „des Wassers der Gnade“, des „Weins der Liebe und Freude“, oder die Fülle der köstlichen „Gaben des Heiligen Geistes“ zu tragen. (Spaßhalber sind hier die „Fruchtsaft-Sorten“ der verschiedensten „Früchte des Heiligen Geistes“ zu erwähnen.)

Wir sind also wertvolle Gefäße für die köstlichen, erfrischenden, lebensspendenden Geschenke Gottes in Wort und Gabe, die uns erfüllen dürften.

Davon können und dürfen wir nicht nur selbst kosten und leben, sondern wir sind von Jesus berufen, wie ein heiliger Kelch diese Gnade auch anderen Menschen anzubieten im lebendigen Zeugnis unseres Lebens.

Was passiert nun, wenn unsere Seele, unser Herz völlig „zu-gemüllt“ und „verschmutzt“ sind? Was geschieht, wenn wir erfüllt sind mit giftigem Zorn, Hass oder mit Neid, mit klebriger Missgunst und schmieriger Lüge, mit düsterer Lieblosigkeit oder stinkendem Egoismus und wenn das Innerste mit all den anderen üblen Sündengewohnheiten ausgefüllt ist, die überall kleben bleiben und je länger vorhanden, umso mehr eingetrocknet und festgepappt sind …?

Gottes Gabe ist und bleibt immer vollkommen, heilig, rein, klar … !
Wenn Gott uns dann (vor allem in den Sakramenten) mit all seinen wunderbaren Gnadengeschenken, ja mit seiner heiligsten Gegenwart erfüllen will, aber das Herz voller Sünde und voller anhaftender Sündengewohnheiten ist, … dann wird es schwierig, das wirklich zu genießen, was dann da an „Mischungen“ übrig bleibt – geschweige denn, dass man das dann jemand Anderem anbieten könnte.

Was macht den Glauben denn oft so unglaubwürdig und für die Leute „ungenießbar“?
Ist es nicht oft gerade diese „Mischung“ von Bosheit und offensichtlicher Sünde ohne Reue und Umkehr, die uns den Namen Gottes in den Schmutz ziehen lässt, so dass die Leute sagen: „Schau sie doch an, die Christen! Die haben doch auch nichts anderes, als wir! … Widerlich! Abstoßend! …“

Gottes kostbare, heilige Gabe in den Sakramenten, die Gabe des Heiligen Geistes, … all das ist würdig, ein reines, heiliges Gefäß vorzufinden – unser Herz – das in der Gnade der Erlösung geläutert und bereit ist, diese Fülle aufzunehmen.

Das ist also ein wichtiger Grund für eine regelmäßige, gut vorbereitete Beichte:
Wir brauchen ein reines Herzensgefäß, WEIL GOTT WÜRDIG IST! Das ist das Erste! Nicht zuerst der Gedanke, was es uns „bringt“, sondern weil Gott würdig ist und wir darum IHM alles bringen!

Dann werden wir auch von der „Fülle der Gnade“ leben können, die uns immer neu eingegossen wird und auch anderen Menschen in Wort und Zeugnis davon anbieten.

Dann bekommt jedes Kind von uns im Laufe der Katechesen auch einen schönen, geschliffenen Glaskristall. Wenn man sie beleuchtet, strahlen die Kristalle in allen Regenbogenfarben und werfen das ganze Spektrum des Lichtes in seinen bunten Farben in den Raum.

Es ist dann unser „geheimes Symbol“ für ein reines Herz, das man sich im eigenen Zimmer in die Gebetsecke legt und es soll daran erinnern, häufig das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Die Motivation dazu? Der Kristall erzählt uns von einem Geheimnis der Liebe Gottes im Sakrament.
Wenn die Strahlen der Gnade auf ein „kristallklares“, reines Herz treffen, dann werden sie in das Leben des Menschen und ins Leben der ganzen Welt hinausstrahlen.

An den Heiligen erklären wir gerne die verschiedenen „Farben“ des „Gnaden-Lichtspektrums“, denn die Heiligen Gottes haben in ihrem Leben etwas von Gottes ewigem Licht und seiner Liebe in diese Welt hinein gestrahlt. Eine selige Mutter Teresa von Kalkutta beispielsweise spiegelt „satte Lichtstrahlen der Liebe und des Erbarmens Gottes“ in diese Welt, während ein heiliger Franziskus den Glanz der Armut in all ihrem innersten Reichtum und eine andere Farbe der Liebe aufblitzen lässt. … Ein solches Strahlen – getroffen vom Licht Gottes – ist möglich, wo ein Mensch klar und für Gottes Gnade transparent geworden ist und sich auch im täglichen Bemühen „schleifen“ lässt.

Die stets neue Umkehr zu Gott ist wie ein weiterer, kostbarer „Facettenschliff“, der unserem Herzen hinzugefügt wird.
Je mehr Gott die Mitte unseres Lebens ist, je öfter die häufige hl. Beichte uns diesen „sternförmigen Brillantschliff“ schenkt, werden wir umso mehr das Strahlen der Gnade Gottes verbreiten können.

Heilige sind die „Brillanten“ Gottes.
Heilige sind keine Menschen, die ohne Fehler und Sünden sind.
Heilige sind Menschen, die wissen, dass sie Sünder sind, die sogar sehr achtsam ihre Sünden erkennen – die aber damit immer neu, vertrauensvoll und ausdauernd zum Erlöser kommen, um in der Vergebung des Sakramentes eine neue „Facette“ im kostbaren „Schliff der Gnade“ zu erhalten.

Darum sind sie dann auch strahlende Zeugen der Liebe Gottes – selbst wenn sie nicht viel tun könnten. Es genügt dann, dass Gottes Gnade sie trifft – strahlen wird die Gnade in ihnen ganz von selbst.

Das ist nur „EIN“ Grund, warum das heilige Sakrament der Versöhnung so wichtig und kostbar ist.
Gott ist würdig, ein reines Gefäß für seine Gaben und für seine Liebe vorzufinden und er selbst will uns immer neu reinigen, „vergolden“ und bereiten, damit wir in Fülle und ungetrübt das „köstliche Wasser der Gnade“, den „kostbaren Wein der Liebe und Freude“ und die ganze „Flut der Gaben des Heiligen Geistes“ empfangen, tragen und weiterschenken können.

Jede Umkehr und jeder Empfang des heiligen Bußsakramentes ist ein weiterer „Brillantschliff“ für unser Leben und wird uns immer mehr zu kostbaren, strahlenden Zeugen Gottes gestalten, die von seiner Gnade angestrahlt aufleuchten werden in einer dunklen Welt und so von der Quelle des ewigen Lichtes Gottes künden.

Auf – lassen wir uns zu „Brillanten der Liebe Gottes“ schleifen – gehen wir häufig zum Beichten, damit die Welt wieder zu leuchten beginnt, in der Gnade Gottes, die uns durchdringen will!

Eine gesegnete, österliche Bußzeit!
Michaela Voss


Zu den Blogs von Michaela Voss:

Evangelium-vom-Tag
und
Jahr des Glaubens
















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