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Versöhnung der Gefallenen

vor Minuten in Spirituelles, keine Lesermeinung
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Schlaue kauften sich einen "libellus", viele flohen, manche starben: Cyprian, Bischof von Karthago, kritisiert, dass die Christen in der Zeit des Friedens lax geworden sind.


Ein Beitrag von Prälat Johannes Nedbal in der WienerKirchenZeitung. (Folge I)

Wie ein Hagelgewitter an einem schönen Sommertag brach dieChristenverfolgung des Kaisers Decius über die Kirche herein. Es war keine "Verfolgung". DerBefehlshaber des Heeres an der Donau wurde von den Soldaten gegen seinenWillen zum Kaiser ausgerufen und musste gegen den christenfreundlichen KaiserPhilipp in den Krieg ziehen. Bei Verona besiegte er ihn. Philippus wurde vonseinen Soldaten ermordet.

Decius fand das Reich in einer Krise vor. Die Goten wurden immerbedrohlicher. Aus dem Osten hatten die Soldaten eine schreckliche Seuche mitgebracht.Auch die sich auf die Sklaverei stützende Wirtschaft funktionierte immerweniger. Das ganze Reich sollte Jupiter opfern und den Zorn der Götter besänftigen.Die Beamten richteten auf den Hauptplätzen der Städte Altäre mit einerJupiterstatue ein, vor denen ein Feuerbecken stand.

Den ganzen Tag zogen die Bürger vorüber und warfen einige Weihrauchkörner indie Glut, wofür sie eine Bestätigung erhielten ("libellus" = Büchlein. 43solcher "Büchlein" sind im trockenen Nilsand Ägyptens gefunden worden).Natürlich umstand eine neugierige Menge diese improvisierten Opferstätten. Waswerden die Christen - man kannte sie ja - tun? "In Massen sind sie abgefallen",schreibt ein moderner Historiker.

Er hat nur zum Teil Recht. Etwa die Hälfte der Gemeinden opferte, manchmalauch Priester und Bischöfe. Viele flohen und riskierten die Beschlagnahme desVermögens, wie Cyprian, der Bischof von Karthago. Schlaue besorgten sicheinen "libellus" gegen Geld, ohne geopfert zu haben ("libellatici"), was garnicht so schwer und teuer gewesen sein soll. Nach Aufhören der Aktion erwartetendie "lapsi" (Ausgeglittenen), die geopfert hatten, dass sie sich mit derKirche wieder versöhnen konnten; sie waren nur gefallen, nicht abgefallen.

Es gab auch einige Martyrien. Jenes des Origenes kennen wir schon, auchPapst Fabian wurde hingerichtet. Der Kaiser hatte keine Strafe für dieVerweigerer vorgeschrieben. Es blieb den lokalen Behörden überlassen. Verbannung,Gefängnis, Zwangsarbeit, auch Hinrichtung waren möglich. Immer mehr "Gefallene"wiesen Bestätigungen eines "Bekennens" vor und wollten damit zur Eucharistiezugelassen werden.

Cyprian war zu Beginn seiner Amtsführung von der "Verfolgung" überraschtworden und geflohen. Sein Fluchtort war nicht weit weg, und er konnteungehindert mit seiner Gemeinde und mit der Kirche von Rom brieflich verkehren. Einumfangreiches Werk über die "lapsi" ist von ihm erhalten. Da der Kaiser schonnach zwei Jahren im Krieg gefallen war, versandete die Verfolgung bald. 251fanden in Rom und Karthago Synoden statt, die sich mit der Frage der"Gefallenen" beschäftigten und sich dabei auf die Darlegungen Cyprians stützen konnten.Cyprian hält den Christen, auch den Bischöfen, vor, dass sie in der langenZeit des Friedens lax geworden seien.

Einem Gott opfern, den es nicht gibt, ist Abfall vom wahren Glauben; auchden Anschein zu erwecken, ist arg genug. Der Rückweg in die Kirche steht allenoffen, doch zunächst zur Buße. Wie lange diese dauert, entscheidet derBischof. Cyprian führt einen Zweifrontenkrieg: Es gab die "Rigoristen", welche dieAbgefallenen abschrieben - vielleicht mit Berufung auf den Hebräerbrief(6,4). Dann gab es die "Bekenner", die selbstverständlich Bestätigungenausstellten, mit denen "Gefallene" in die Kirche aufgenommen wurden.

Höflichkeitshalber teilten sie das manchmal dem Bischof mit. Dieabgefallenen Bischöfe und Priester glaubten überhaupt, für sie habe sich durch den Fallnichts geändert. Gegen beide setzte sich Cyprians Linie auf den Synoden inKarthago und Rom durch. Zur Verteidigung seiner Flucht berief sich Cypriannatürlich auf Jesus, der seinen Jüngern geraten hatte, in "eine andere Stadt" zufliehen. (Cyprian Teil II folgt)

Prälat Johannes Nedbal

Cyprians Betrachtung zum "Vaterunser"-Gebet:

"(So) wollen wir von dem Herrn uns auch darüber belehren lassen, was wirbeten sollen! Er sagt: "Betet also: ,Vater unser, der Du bist im Himmel...'" Vor allem wollte der Lehrer des Friedens und der Erzieher zur Einheit nichthaben, dass wir unser Gebet einzeln und besonders verrichten, so dass etwaeiner, wenn er betet, nur für sich allein betete. Wir sagen nicht: "Mein Vater,der Du bist im Himmel", auch nicht: "Mein Brot gib mir heute", undebensowenig fleht der einzelne nur für sich um Vergebung seiner Schuld oder bittet fürsich allein, nur er möge nicht in Versuchung geführt, nur er möge von demÜbel erlöst werden. Öffentlich ist unser Gebet, und es gilt allen; und wenn wirbeten, so beten wir nicht für einen einzigen, sondern für das ganze Volk,weil wir alle eins sind. Gott, der Lehrmeister des Friedens und der Eintracht,der die Einheit gelehrt hat, wollte, dass ebenso einer für alle bete, wie erselbst alle in einem getragen hat."

Cyprian, Über das Gebet des Herrn



Mitfreundlicher Genehmigung der Wiener KirchenZeitung




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