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Weltbild, 'Opus Diaboli' und 'Anti-I.N.R.I.'

10. November 2011 in Deutschland, 44 Lesermeinungen
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Neues von Weltbild nach 3 Wochen „Reinigung“. Satanistische Angebote, 1600 Treffer Erotik und 3600 Esoterik – Stellungnahme aus dem Erzbistum Freiburg


Augsburg (kath.net) Der Skandal rund um Sex- und Esoterik-Angebote des Weltbild-Verlages ist auch drei Wochen nach der Erklärung von P. Langendörfer und Klaus Donaubauer, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates von Weltbild, nicht bereinigt. Donaubauer und Langendörfer erklärten damals: "Die Verlagsgruppe Weltbild ist das größte Buchhandelsunternehmen Deutschlands und steht deshalb in einer besonderen gesellschaftlichen Verantwortung. Ihr Sortiment erfährt eine ständige Prüfung hinsichtlich der Wertbindungen der kirchlichen Gesellschafter. In diesem Sinn befasst sich der Aufsichtsrat auch regelmäßig mit dem Angebot der elektronischen Vertriebswege. Die Geschäftsführung wurde angehalten, ihrer Verantwortung in diesem Bereich konsequent zu entsprechen“.

Nach drei Wochen “Aufräumarbeit” sind noch immer tausende einschlägige Produkte auf der Website zu finden, darunter mehr als 1600 Erotikartikel und über 3600 Esoterikartikel. Zuletzt haben KATH.NET-Leser auch von eindeutigen satanistischen Angeboten berichtet, darunter Musikangebote wie „De Mysteriis Dom Sathanas“, Vobiscum Satanas oder Opus Diaboli mit Songs wie „Menschenopfer“ oder „Anti I.N.R.I.“. In einem Textauszug in einem der Lieder auf einer der CDs heißt es wörtlich: „Zerhacke sie in Stücke in ihren Kathedralen. Erschlage sie, verstümmle sie mit Feuer, unter der Peitsche mit dem pädophilen Papst.... plündert und verbrennt die Priester, wisch meinen Arsch mit dem Altartuch ab, brenne das Kreuz, töte den Priester!...“.

Noch weit verhängnisvoller für die katholische Kirche in Deutschland als der Verkauf der besagten Produkte sind allerdings die Produktion und der Verkauf durch die Weltbild-Tochter Droemer-Knaur. Dies wird trotz Ankündigung von Langendörfer und Donaubauer weiterhin durchgeführt. Allein bei Amazon sind derzeit etwa 250 Erotik- und 500 Esoterikprodukte von Droemer zu finden.


Äußerst brisant für den Weltbild-Konzern bleibt weiters das Portal „Jokers.de“. Jokers steht im 100%igen Eigentum von Weltbild und kauft seit Jahren aktiv alte Sortimente von Büchern auf, die dann sehr billig angeboten werden. Drei Wochen nach der Erklärung von Langendörfer und Donaubauer werden auf Jokers.de nach wie vor etwa 1000 Erotik und 2700 Esoterik-Artikel angeboten, die zuvor aktiv aufgekauft (!) wurden.

Zuletzt hatte ja Papst Benedikt XVI. am Montag Klartext geredet und bei einer Ansprache in Rom direkt die Deutsche Bischofskonferenz angesprochen. Wörtlich sagte Benedikt: „Hier ist es an der Zeit, Prostitution wie auch die weite Verbreitung von Material erotischen oder pornographischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken. Der Heilige Stuhl wird darauf achten, daß der notwendige Einsatz gegenüber diesen Mißständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt”.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch, wie Radio Vatikan deutsch die Papstworte verändert hat. Wörtlich schrieb RV am Montag: “Es sei an der Zeit, Prostitution und Pornografie energisch einzuschränken, und dafür werde sich der Heilige Stuhl und werde sich auch die Kirche in Deutschland einsetzen”. KATH.NET hatte am Montag am Abend Radio Vatikan über diese Falschinterpretation informiert, bis heute Donnerstag wurde der Text allerdings nicht richtiggestellt.

Übrigens hat das Bistum Fulda bis heute nicht bestätigen können, dass Worte von Dr. Albert Post, einem der acht Aufsichtsräte von Weltbild, auch mit dem Bistum Fulda abgesprochen waren. Im Hintergrund des Konflikts dürfte es auch um viel Geld gehen. Gemunkelt wird, dass die Aufsichtsräte bei Weltbild sehr gut entlohnt werden, Gerüchte erwähnen einen sechsstelligen Jahresbetrag. Eine Zahl wollte eine Weltbildsprecherin gegenüber KATH.NET nicht nennen, sie meinte nur, dass sich die Bezüge des Aufsichtsrates in einer für ein Unternehmen dieser Größenordnung “angemessenen Höhe” bewegen.

Eine Reaktion hat KATH.NET auch aus dem Erzbistum Freiburg vom dortigen Pressesprecher Robert Eberle erhalten. KATH.NET hatte mehrfach Erzbischof Robert Zollitsch, immerhin den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, um eine Stellungnahme ersucht. Das Erzbistum ist auch an Weltbild beteiligt und als Miteigentümer damit neben anderen Bistümern auch mitverantwortlich für die Produktion und Herstellung von Erotik- und Esoterikartikel im Bereich von Droemer & Knaur.

So schreibt Eberle wörtlich zur Anfrage: „Sie enthält die Behauptung, das Erzbistum Freiburg sei als Weltbild-Miteigentümer in die 'Herstellung und Produktion von Sexartikel'(n) verwickelt. Wo solche unwahren und diffamierenden Behauptungen aufgestellt werden, prüft das Unternehmen rechtliche Schritte“. Dann verweist Eberle auf die bekannte Weltbild-Stellungnahme und übersieht dabei, dass Weltbild sich allerdings nur dagegen verwahrt hat, dass die einschlägigen Artikel als „Pornographie“ bezeichnet werden, da dies rechtlich ein “eindeutig definierter Begriff” sei. Übrigens sprach sogar Papst Benedikt XVI. am Montag von “Pornographie”. Von einer Klagedrohung gegenüber dem Papst ist derzeit allerdings nichts bekannt.

Eberle schreibt abschließend: „Die Erzdiözese Freiburg drängt in enger Kooperation mit allen anderen Erzbistümern und Bistümern darauf, dass die Verlagsgruppe Weltbild ihr Sortiment ständig prüft und auch beim Angebot über die elektronischen Vertriebswege ihrer besonderen Verantwortung konsequent entspricht“.

Deutsche Bischofskonferenz

Apostolische Nuntiatur

Zur Dokumentation:

SCREENSHOT vom 10. November 2011:



Einige Angebote von Droemer-Knaur:




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