Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  6. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  7. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  11. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  12. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?

Darf man tiefgefrorene Embryonen adoptieren?

16. August 2011 in Chronik, 21 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bei jeder In-Vitro-Befruchtung entstehen überflüssige Embryonen. Was tun mit diesen jungen Menschen, töten, medizinischen Forschungszwecken zuführen, adoptieren? Von Edith Breburda


Madison (kath.net) Bei jeder In-Vitro-Befruchtung entstehen zahlreiche überflüssige Embryonen. Sie werden zunächst eingefroren (genauer: kryokonserviert) und stehen für eventuelle weitere In-Vitro-Fertilisationen zur Verfügung. Doch was soll mit mit diesen jungen Menschen geschehen, wenn sich die Eltern gegen sie entscheiden? Soll man sie töten, medizinischen Forschungszwecken zuführen, adoptieren?

"Ob man tiefgefrorene Embryos aus ethischer und moralischer Sicht adoptieren kann, darüber hat der Vatikan noch nicht gesprochen. Rom wird diesem Ansinnen ablehnend gegenüber stehen", erklärte der bekannte Bioethiker Pfr. Tadeusz Pacholczyk im März 2004 in einer kleinen Runde in Madison, Wisconsin.

Pfarrer Pacholczyk meinte damals, die Kirche sei gegen die künstliche Befruchtung und so würde das Thema, tiefgefrorene Embryos zur Adoption freizugeben von der Kirche nicht unterstützt werden. Mann müßte zudem annehmen, dass dann vermehrt In-Vitro-Fertilisation (IVF) zum Einsatz käme und diese im Nachhinein gerechtfertigt wird. Gegen diese Art der Adoption würde sich die Kirche immer aussprechen, so der Experte.

Die Kirche hat bis jetzt nur in dem Dokument Dignitas Personae, veröffentlicht am 12. Dezember 2008, dem Fest der Muttergottes von Guadalupe, Patronin der Ungeborenen, auf die unzähligen gefrorenen Embryos hingewiesen und die Frage aufgeworfen was man mit ihnen tun soll. Sie für Forschungszwecke freizugeben oder als Biomüll zu entsorgen ist unakzeptabel. Das Dokument weist darauf hin, dass es lobenswert wäre diese Embryos zurück in Leihmütter zu verpflanzen. Allerdings würde eine Embryo-Adoption weitere Probleme mit sich bringen wie z.B. die der rechtswidrigen Ersatzmutterschaften.


Der Selige Papst Johannes Paul II. forderte 1996 Wissenschaftler dazu auf die Produktion von Embryos einzustellen. Eine Embryoadoption wurde nie zuende diskutiert, heißt es in dem Artikel "Vatican Rules Out Adoption of Frozen Embryos - at Least for Now", vom 12. Dezember 2008.

Anfang Juni 2011 fand im Christendom College in Front Royal, Virginia, eine Bioethik-Konferenz statt zu der Pfr. T. Pacholczyk vom National Catholic Bioethics Center (NCBC), Bishop Robert Morlino (Diözese Madison, WI), Chairman des NCBC Zentrums von Philadelphia, und Dr. Janet Smith, Sexual Ethik Expertin des Sacred Heart Major Seminars in Detroit geladen hatten. In einer der Sitzungen diskutierte Father Pacholczyk mit Dr. Smith ausgiebig um das moralische und ethische Thema der Embryoadoption. Dr. Smith stand einer Embryoadoption positiv gegenüber und bezeichnete sie als eine Art Adoption. Die Kirche sei zwar gegen die künstliche Befruchtung, aber man müsse hier anders an die Sache herangehen. So ähnlich wie wenn eine Mutter das Kind ihrer Schwester austrägt weil diese Krebs hat und nicht dazu in der Lage sei, ein Kind zu bekommen.

Pfr. Pacholczyk widersprach seiner Kollegin. Der Priester erläuterte das Eheliche Recht, das ausschließlich dem Ehemann ein "Recht" auf den Körper seiner Frau gibt. Er bezog sich auf ein Gespräch mit einem Freund und Vater von 5 Kindern, der es ablehnte, dass seine Frau einen fremden Embryo austrägt. Seine Frau, so der Freund weiter, sollte nur und allein von Ihm Kinder austragen. Der Zweck heilige niemals die Mittel, meinte der Bioethik-Experte und letztlich würde die In-Vitro-Fertilisation durch Embryoadoptionen zum Boomen kommen. "So tragisch es für diese 500 000 gefrorenen menschlichen Wesen ist - wir können diesen Weg nicht gehen und wir haben uns selber in diese Lage gebracht" sagte Fr. Pacholczyk. Dr. Smith glaubt nicht, dass die sexuelle Beziehung zwischen einem Ehepaar durch eine Embryo- Adoption gefährdet würde. Ein Kind auszutragen sei das Gleiche wie einem fremdem Kind Muttermilch zu geben (K. Gilbert, Top Catholic ethicist duel over frozen embryo adoption. Aug. 2 2011).

Unabhängig von diesen Ansichten könnte uns die Handhabung von Embryoadoptionen viel eher einen Aufschluß über die moralische und ethische Verantwortbarkeit geben. Übriggebliebene Embryos werden in Fruchtbarkeitskliniken bei äußerst niedrigen Temperaturen in flüssigem Stickstoff aufbewahrt (kryokonserviert). Mehr und mehr Paare diskutieren über die Möglichkeit diese Embryos zu adoptieren. Courtney und Tim A. konnten kein Kind empfangen. Sie wollten einen tiefgefrorenen Embryo adoptieren, um ihn vor der humanen embryonalen Stammzellforschung zu bewahren. 11 tiefgefrorene Embryos standen zur Verfügung, nur 3 überlebten den Auftauprozess. Am 15. September 2003 gebar Courtney schließlich einen Jungen. Beide Eltern waren überglücklich. "Mein Sohn und jedes Baby ist ein Wunder" sagte die Mutter dem Nationalen Fernsehen. "Für mich ist jeder Embryo, obwohl noch so klein, ein Kind - ich habe meinen Sohn in einer Petrischale gesehen und kann nicht verstehen wie man ein Kind für Forschungszwecke spenden kann".

2002 schrieb der Schottische Theologe Jon Berkman, dass Embryoadoptionen dazu führen könnten mehr Embryos zu erzeugen. Biologen sehen die Prozedur in sich selbst als zerstörerisch an, da nur wenige der Embryos, in dem obigen Fall nur einer von 11, das Licht der Welt erblicken (s. Kindle ebook "Promises of New Biotechnologies", E. Breburda).


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

In-Vitro-Fertilisati

  1. „Erinnerungsschmuck für IVF-Embryonen“ – „Spezialisten für Schmuck mit Embryoneneinschluss“
  2. Lebensschützer kritisieren Förderung der künstlichen Befruchtung (IVF) durch Präsident Trump
  3. US-amerikanische Bischofskonferenz lehnt In-vitro-Befruchtung komplett ab
  4. "Ich stimme mit dieser Position nicht überein" - Präsident Biden zur Lehre der Kirche über IVF
  5. Biden macht falsche Angaben zum Embryo-Urteil von Alabama
  6. Polen: Präsident Duda stimmt Gesetz zur Förderung der künstlichen Befruchtung zu
  7. Ethikerin: Künstliche Befruchtung für Mütter keineswegs harmlos
  8. 40 Jahre IVF: Mehr Kontrolle bei Fortpflanzungsmedizin gefordert
  9. Ethikerin: Nachteile der künstlichen Befruchtung nicht ausblenden
  10. Kinder - egal wie?!






Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  8. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  9. Die große Täuschung
  10. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  11. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  12. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  13. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  14. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  15. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz