Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof Gänswein soll Nuntius in Litauen werden!
  2. Deutscher Geschlechter-Gesetz-Irrsinn - Alle 12 Monate ein 'anderes Geschlecht'
  3. Der Münchner Pro-Life-Marsch UND was die deutschen Medien verschweigen
  4. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  5. BRAVO! - 6000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben in München
  6. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  7. Waffen können Frieden schaffen und viele Menschenleben retten!
  8. 'Allahu akbar' - Angriff auf orthodoxen Bischof in Australien - Polizei: Es war ein Terrorakt!
  9. Ablehnung von Fiducia supplicans: Afrikas Bischöfe haben ‚für die ganze Kirche’ gesprochen
  10. Riccardo Wagner wurde katholisch: „Ich wollte nie Christ sein. Ich war Atheist“
  11. „Schwärzester Tag für die Frauen in der deutschen Nachkriegsgeschichte“
  12. Deutsche Bischofskonferenz nimmt Bericht zur reproduktiven Selbstbestimmung „mit großer Sorge“ wahr
  13. Eine kleine Nachbetrachtung zu einer Konferenz in Brüssel
  14. Meloni: Leihmutterschaft ist ,unmenschliche Praxis‘
  15. Polnische Bischofkonferenz ist der Schirmherr des Polnischen „Marsch für das Leben und die Familie“

40 Jahre IVF: Mehr Kontrolle bei Fortpflanzungsmedizin gefordert

13. Juli 2018 in Prolife, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Katholische Verbände: "Spendenkinder" haben Recht, biologische Eltern und Halbgeschwister kennen zu lernen - Aktion Leben: Schwere Verstöße gegen Werbe- und Vermittlungsverbot bei Eizellspende


Wien (kath.net/KAP) An die Geburt des ersten mittels In-Vitro-Fertilisation (IVF) gezeugten Babys, Louise Brown, vor 40 Jahren am 25. Juli 1978 hat der Generalsekretär der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), Josef Pumberger, bei einer Pressekonferenz am Montag in Wien erinnert. Man habe Louise mit Jesus verglichen und von der "am sehnlichsten erwarteten Geburt seit 2.000 Jahren" gesprochen. Inzwischen wurden sechs Millionen durch IVF gezeugte Kinder geboren und die Fortpflanzungsmedizin bewege sich in Richtung "Designerbaby" und Selektion. Es stellten sich viele ethischen und rechtlichen Fragen, der Gesetzgeber hinke diesen aber hinterher. Dringend bedürfe es daher der Einhaltung klarer Grenzen und des bislang mangelhaft umgesetzten Fortpflanzungsmedizin-Gesetzes.

Die Pressekonferenz am Montag wurde von KAÖ, Aktion Leben, Katholischem Familienverband (KFÖ) und der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände (AKV) veranstaltet. Die Organisationen hatten sich 2015 zur Plattform kinderbekommen.at zusammengeschlossen, um gegen die damals geplante Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes zu protestieren. Rund eine Million Protest-E-Mails wurden auf ihre Initiative hin an die Bundesregierung geschickt, das Gesetz fand - leicht modifiziert - dennoch eine Mehrheit im Parlament. Seit damals beobachtet die Plattform, wie das Fortpflanzungsmedizingesetz umgesetzt wird und wirbt für eine Auseinandersetzung mit den Folgen fortpflanzungsmedizinischer Techniken auf Kinder, Frauen und Gesellschaft.

KFÖ-Präsident Alfred Trend erinnerte an das fehlende zentrale Spendenregister bei Eizellen- und Samenspenden. Die Prüfung desselben sei in einem Entschließungsantrag zeitgleich mit der Verabschiedung des Fortpflanzungs­medizingesetzes versprochen worden. Gesundheitsministerium und Justizministerium hätten die Einrichtung des Registers befürwortet, passiert sei allerdings nichts.


Trendl forderte auch eine Reduzierung der Altersgrenze für auskunftsberechtigte Kinder und eine Aufklärungspflicht der Eltern: "Das Recht des Kindes, über seine Herkunft so früh wie möglich aufgeklärt zu werden, steht für uns an oberster Stelle."

Grobe Versäumnisse ortete Trendl außerdem bei der Qualitätskontrolle wie auch der Erfolgskontrolle fortpflanzungsmedizinischer Verfahren. "Wir brauchen klare Regelungen für eine genaue und korrekte Dokumentation aller Vorgänge der künstlichen Befruchtung und ihrer Komplikationen", betonte der KFÖ-Präsident. Der Gesetzgeber müsse hier seine Schutzfunktion "für alle, die von der künstlichen Befruchtung betroffen sind" wahrnehmen."

Eizellspende: Verstöße gegen Werbeverbot

"Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler wies auf das einträgliche Geschäft der Reproduktionslabore und -kliniken hin und ortete gravierende Verstöße gegen das Werbe- und Vermittlungsverbot bei Eizellspende. Es sei ein Skandal, dass durch oberflächliche Werbung junge Frauen verführt werden, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen. "Die geltenden Verbote müssen strikter geahndet werden, sonst werden sie nicht ernst genommen", so Kronthaler, die ihre Anklage mit einer in Grazer Cafes verteilten Eizellspende-Werbebroschüre für Studentinnen untermauerte.

"Es braucht viel mehr Information schon in der Schule, um junge Frauen vor Manipulation zu schützen. Wir müssen in Prävention investieren und in Beratung", alarmierte Kronthaler. Junge, gesunde Frauen sollten nicht zu Patientinnen gemacht werden; schließlich sei Eizellspende ein riskanter Vorgang für die Spenderin, die austragende Mutter und die Kinder.

Weltweites Verbot von Leihmutterschaft nötig

Auch hinsichtlich der Leihmutterschaft würden nationale Verbote umgangen, so die "Aktion Leben"-Generalsekretärin. Ausländische Institute werben in Österreich, und es gebe Paare, die Leihmutterschaft im Ausland in Anspruch nehmen. Leihmutterschaft sei "im Grunde Kinderhandel".

Kronthaler sprach sich im Namen von kinderbekommen.at für ein umfassendes, grenzüberschreitendes Verbot von Leihmutterschaft aus: "Paare mit Kinderwunsch haben ein Recht darauf zu wissen, was geht und was nicht. Fortpflanzungskliniken sind mit Wünschen konfrontiert, die sie vielleicht gar nicht erfüllen wollen. Auch sie brauchen Grenzen."

Kontrolle der PID hat ersagt

Am Beispiel der Cystischen Fibrose führte Behinderten-Experte Franz-Joseph Huainigg aus, dass bereits unmittelbar nach der Einführung von Präimplantationsdiagnostik (PID) die gesetzlichen Vorgaben in Österreich nicht eingehalten wurden. Cystische Fibrose sei eine Krankheit, die nicht den Voraussetzungen für eine Bewilligung entspreche.

Huainigg erinnerte einmal mehr daran, was PID ist: "PID ist ein Türöffner für eugenisches Denken und eugenische Praxis. Sie ist eine selektive Technik." Er forderte volle Transparenz statt einer Alibi-Statistik, die nichts über die Ergebnisse der PID wie Geburtenrate oder Kindeswohl aussage: "Wir haben eine strenge Kontrolle der PID-Praxis eingemahnt, auch um Paare vor unrealistischen Hoffnungen zu schützen. Sie ist unterblieben. Wir wissen nicht, ob die Ziele erreicht wurden, die mittels PID erreicht werden sollten."

Nicht nur die angebliche Steigerung der Geburtenrate durch PID, auch die Verhinderung von Spätabbrüchen durch PID sei nicht kontrollierbar. "Wir wissen nicht, wie die Schwangerschaften nach PID verlaufen sind, ob es dann auch Pränatal­diagnostik gab und Spätabbrüche."

Fragwürdige Bewilligungen und "Alibi-Statistiken"

AKV-Präsident Helmut Kukacka forderte wie Trendl ein zentrales Register für Eizellenspenderinnen und Samenspender. "Spendenkinder" hätten ein Recht, ihre biologischen Eltern und Halbgeschwister kennen zu lernen. Es brauche weiters eine umfassende Dokumentation und Begleitforschung. Nur wenn es diese gebe und diese auch finanziert werde, sei eine seriöse Evaluierung möglich. "Was in anderen Bereichen der Medizin üblich und selbstverständlich ist, muss auch für die Fortpflanzungsmedizin gelten", betonte Kukacka.

Auch die Einrichtung einer unabhängigen Beratung sowohl für Kinderwunschpaare wie auch für potenzielle Eizellspenderinnen wurde angemahnt, ebenso neben einem internationalem Verbot von Leihmutterschaft "ein eindeutiges Verbot von Leihmutterschaft in der österreichischen Verfassung". Geändert werden müsse auch die Bewilligungspraxis für Erbkrankheiten, die mittels PID gesucht werden dürfen, um weitere Dammbrüche zu verhindern, sowie die Art der Statistikführung, die jetzt oft Alibi sei. "Wir brauchen echte Qualitätskontrolle und Transparenz im Interesse der hilfesuchenden Paare", so Kukacka namens der Plattform.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

In-Vitro-Fertilisati

  1. US-amerikanische Bischofskonferenz lehnt In-vitro-Befruchtung komplett ab
  2. "Ich stimme mit dieser Position nicht überein" - Präsident Biden zur Lehre der Kirche über IVF
  3. Biden macht falsche Angaben zum Embryo-Urteil von Alabama
  4. Polen: Präsident Duda stimmt Gesetz zur Förderung der künstlichen Befruchtung zu
  5. Ethikerin: Künstliche Befruchtung für Mütter keineswegs harmlos
  6. Ethikerin: Nachteile der künstlichen Befruchtung nicht ausblenden
  7. Kinder - egal wie?!
  8. Mehr Fehlgeburten nach In-Vitro-Fertilisation
  9. 'Überflüssige' IVF-Embryonen in Schmuck verwandeln?
  10. Polen stellt Förderung künstlicher Befruchtung ein







Top-15

meist-gelesen

  1. Erzbischof Gänswein soll Nuntius in Litauen werden!
  2. Riccardo Wagner wurde katholisch: „Ich wollte nie Christ sein. Ich war Atheist“
  3. 'Allahu akbar' - Angriff auf orthodoxen Bischof in Australien - Polizei: Es war ein Terrorakt!
  4. BRAVO! - 6000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben in München
  5. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  6. 'Politische Einseitigkeit ist dem Gebetshaus fremd'
  7. Deutscher Geschlechter-Gesetz-Irrsinn - Alle 12 Monate ein 'anderes Geschlecht'
  8. Heiligenkreuz: Gänswein und Koch für Wiederentdeckung des Priestertums
  9. Der Münchner Pro-Life-Marsch UND was die deutschen Medien verschweigen
  10. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  11. „Schwärzester Tag für die Frauen in der deutschen Nachkriegsgeschichte“
  12. Der Teufel sitzt im Detail
  13. Ablehnung von Fiducia supplicans: Afrikas Bischöfe haben ‚für die ganze Kirche’ gesprochen
  14. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn Sie ,The Baxters‘ sehen‘
  15. Koch: Mit Glaube an ewiges Leben verdunstet auch Menschenwürde

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz