22 Juni 2011, 13:47
Junge Katholiken weniger gewaltbereit als nichtgläubige Gleichaltrige
 
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Studie des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsens: Wenn der Anteil der gläubigen Katholiken in einer Region über zwölf Prozent liegt, dann fällt insgesamt die Gewaltrate der Region sehr, sehr niedrig aus.

Köln (kath.net)
Ministranten und katholische Pfadfinder sind weniger gewaltbereit als nichtgläubige Gleichaltrige. Das ist das Ergebnis einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens für das Emsland. „Wir können belegen, wenn der Anteil der gläubigen Katholiken in einer Region über zwölf Prozent liegt, dann fällt insgesamt die Gewaltrate der Region sehr, sehr niedrig aus“. Dies sagte Institutsdirektor Christian Pfeiffer im Interview mit dem Kölner Domradio. Pfeiffer hatte in der Studie herausgefunden, dass gerade dort, wo der Anteil der jungen Katholiken in einer Region, in einem Landkreis, einer Stadt besonders hoch ist, Jugendgewalt besonders niedrig. Dieser Zusammenhang sei "nicht zufällig".

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"Wir können belegen, wenn der Anteil der gläubigen Katholiken in einer Region über zwölf Prozent liegt, dann fällt insgesamt die Gewaltrate der Region sehr, sehr niedrig aus. Wenn dagegen der Anteil der gläubigen Katholiken unter fünf Prozent liegt, dann sind Katholiken nicht anders als Protestanten oder konfessionslose Jugendliche und verhalten sich auch gewalttätig."

Für den Institutsleiter ist allerdings klar, dass nicht der Glaube alleine sondern erst die Einbettung in ein soziales Netzwerk notwendig ist, dass Menschen friedlicher werden. "Wer dann bei den katholischen Pfadfindern aktiv ist, wer Ministrant in der Kirche ist, der schämt sich, wenn er etwas Verbotenes tun würde und dann lässt er es besser. Er ist gestützt und gestärkt durch die Freunde, die er in seinem Netzwerk hat. Was wir klar belegen können, ist, der Glaube in Verbindung mit einer Gemeinschaft, in der diese Normen und Werte hochgehalten werden. Das schafft tatsächlich präventive Wirkung. Aber in Ostdeutschland beispielsweise sind gläubige junge Katholiken um keinen Deut weniger kriminell als Nichtgläubige.", betont Pfeiffer. Dort gäbe keine Netzwerke, die Katholiken sind völlig isoliert.

In Emsland sind laut Pfeiffer von hundert katholischen Kindern 70 Prozent richtig gläubig. Dies beten und gehen regelmäßig zur Kirche. Bei den Protestanten seien dies aber nur 39 von 100. Die katholische Kirche erreiche damit die Kinder viel besser. "Wir vermuten - wir sind alle keine Katholiken, die diese Forschung gemacht haben - wir vermuten, dass die Kommunion eine große Rolle spielen könnte. Denn das ist ja etwas ganz besonderes, wo man als Neunjähriger herausgehoben wird, sehr viel Anerkennung dafür bekommt, dass man jetzt ein katholischer Christ wird, der auch zur Beichte gehen kann.", erklärt Pfeiffer.

Für den den Institutsleiter steht daher fest, dass die jungen Jahre sehr prägend sind. Das Alter von neun bis zwölf Jahren sei eine "entscheidende Zeit", in der "Religiösität entstehe". Für Pfeiffer werde dort der Keim gelegt, in der Pubertät distanziert sich aber ganz viele. In der Risikogruppe der männlichen Nichtgymnasiasten erreicht aber die katholische Kirche im Emsland dreimal so viel wie die evangelische Kirche. Abschließend sagte Pfeiffer gegenüber dem "Domradio": "Ich glaube, dass in katholischen Regionen mehr gefeiert wird, Volksfeste, der Karneval ist doch viel ausgelassener in Köln als irgendwo im langweiligen Niedersachsen in dieser Hinsicht. Ich denke, die katholische Kirche zeichnet sich dadurch aus, dass sie in ihren Gebieten es wunderbar versteht, ein Nebeneinander zu organisieren von Kirche und Volksfesten und Faschingsfeiern und mehr."









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