09 Februar 2011, 17:22
'Welt' wirft Kardinal Marx Vertuschung vor - Erzbistum droht mit Klage
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Erzbistum München'
Schwerer Vorwurf: Kardinal Marx soll Missbrauchsverdacht vertuscht haben, um diesen "politisch" zu nutzen - Erzbistum München kündigt rechtliche Schritte an

München (kath.net)
"Kardinal Marx vertuschte Missbrauchsverdacht". Mit dieser Schlagzeile hat am Mittwoch am späten Nachmittag die Tageszeitung "Die Welt" für Aufregung im Erzbistum München gesorgt. "Nach außen hin gab Marx sich als Aufklärer. Doch er hielt Informationen über einen Missbrauchsverdacht zurück, um sie später politisch zu nutzen.", schreibt die Zeitung. Behauptet wird im Bericht, dass der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx nach Informationen von "Welt Online" angeblich einen Verdacht auf sexuellen Missbrauch drei Monate lang vertuscht habe und dass dadurch ein möglicherweise pädophiler Mann unbehelligt als Erzieher im Kloster Ettal weiterarbeiten konnte.

Werbung
christenverfolgungmai


Laut der "Welt" soll es um einen Fall gehen, bei dem ein Opfer des Erziehers dies am 5. April 2010 erstmals schriftlich an den damaligen Missbrauchsbeauftragten des Erzbistums München mitgeteilt hatte. Angeblich wurde dies aber erst drei Monate später an die Staatsanwaltschaft München übermittelt. Die Klosterleitung in Ettal, wo der Erzieher tätig war, soll erst am Tag darauf informiert worden sein.

Nach Informationen von "Welt Online" soll Erzbischof Marx persönlich frühzeitig von den Vorwürfen gegen den Ettaler Erzieher gewusst haben. Gemäß der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz für den Umgang mit sexuellem Missbrauch musste ihn sein Missbrauchsbeauftragter „unverzüglich“ darüber informieren. Außerdem hat das mutmaßliche Opfer laut der "Welt" später ausgesagt, persönlich mit Marx gesprochen zu haben.

Laut der Zeitung geht es im Hintergrund auch um einen Streit zwischen dem Erzbistum München und dem Kloster Ettal. Im Februar 2010 hatte Erzbischof Marx den damaligen Abt und den Schulleiter des Ettaler Internats zum Rücktritt gedrängt, später wurden beide aber vom Papst rehabilitiert. Das Erzbistum leitete laut der "Welt" den Verdacht gegen den Ettaler Erzieher nach monatelanger Untätigkeit ausgerechnet in derselben Woche weiter, in der die Rehabilitierung des Ettaler Abtes öffentlich wurde. "Möglicherweise sollte die neue schlechte Nachricht das positive Medienecho für Ettal trüben und wurde deshalb so lange zurückgehalten", schreibt die Welt dazu

Die Erzdiözese München und Freising hat den Bericht der „Welt“ als unwahr zurück gewiesen. "Die „Welt“ ist zu Widerruf, Unterlassung der unwahren und ehrenrührigen Falschbehauptung aufgefordert. Wir haben gerichtliche Schritte angekündigt, um Widerruf und Unterlassung gegebenenfalls zu erzwingen.", heißt es in einer Aussendung.







kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.


Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

'Amoris Laetitia bekräftigt eindeutig die klassische kirchliche Lehre' (42)

Papstgesandter: Medjugorje wird wahrscheinlich anerkannt! (32)

Down Syndrom in Island: 100%ige Tötungsrate (24)

Van Rompuy: Die Zeiten von Roma locuta, causa finita sind lang vorbei (24)

Theologe: 'Amoris laetitia' ist 'äußerst schwerwiegende' Situation (22)

'Die Brutalität der Anschläge entsetzt mich' (22)

13 Tote bei Unglück in Madeira (22)

Maria, die Mittlerin der Gnaden (18)

Die Kirchensteuer ist unzeitgemäß und ungerecht (17)

Vatikanist Tosatti: ‚Die Rückkehr der Berufungskrise’ (13)

'Maria bat in Fatima, die Welt ihrem unbefleckten Herzen zu weihen' (13)

P. Wallner: Christen müssen Minderwertigkeitskomplexe ablegen (13)

'Was im Namen des Islam an Hass und Terror und Angst verbreitet wird' (12)

Kanzlerin Merkel will meine Stimme, aber mich für dumm verkaufen (12)

Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) kritisiert Van Rompuy! (10)