Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  12. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen
  15. Kein Franziskus-Effekt in Lateinamerika, nicht einmal in Argentinien

Die Tragödie der Lutheraner

3. Jänner 2011 in Aktuelles, 93 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein KATH.NET-KLARTEXT von Bischof Andreas Laun: Sie haben die Autorität des Papstes zurückgewiesen und abgeschüttelt und sie berufen sich auf die „Schrift allein“!


Salzburg (kath.net)
Vor kurzem erhielt ich folgendes Schreiben eines Freundes aus Norwegen: „Vorgestern rief mich ein Studienkamerad an, den ich seit 55 Jahren nicht mehr gesehen habe: Er ist eine kirchengeschichtliche Gestalt in Norwegen geworden, denn: Als lutherischer Pfarrer in der Staatskirche weigerte er sich vor 25 Jahren, das Gesetz zugunsten der Abtreibung anzuerkennen. Sämtliche Bischöfe gingen auf Distanz zu ihm und der Staat hat ihm sein Pfarrer-Status aberkannt. Seitdem sammelte er für dieses Nein Gleichgesinnte im ganzen Land, aber wie voraussehbar war: Man hat sich allmählich gefügt. Er aber nicht. Nun fand er mein Buch "Mein Weg zur katholischen Kirche" und er hat angefangen, es zu lesen. Der Anruf wurde ein ergreifendes Erlebnis für uns beide. So sehen wir, welch eine Gnade es ist, zur Römisch-Katholischen Kirche zu finden wie Erik Peterson oder Heinrich Schlier. Mein Freund glaubte, echter Luther-Nachfolger zu sein. Welch ein Irrtum! Lutheranhänger sind die, die alles tun, was man in der Gesellschaft und im Staat wünscht, bis zur Gleichgeschlechtlichkeit und all dem, was damit verbunden ist und unaufhaltsam weiterhin dieser Richtung. Aber auch das ist in Norwegen schon gesetzlich erreicht, in Staat und Kirche. Beten und hoffen. Beten und hoffen. Beten und Hoffen. Er will mich später anrufen, aber er sitzt ganz zitternd und allein da in der Einsamkeit, der Kämpfer. Und ich, ich verstehe Deutschland nicht mehr.“


Zu diesem ergreifenden Brief ist vor allem eine Anmerkung, so scheint mir, sinnvoll: Das Prinzip „Trennung von Religion und Staat“ wird von manchen derer, die es so gerne preisen, auf verschiedene Weise missachtet: Von Seiten der Religion in zweifacher Weise: Entweder die Religion strebt nach der politischen Macht, wie dies der Islam immer noch proklamiert, oder die Religion unterwirft sich dem Staat, wie das laut Brief in Norwegen die Lutheraner machen.

Der Staat missachtet die Freiheit der Religion ebenfalls auf zweifache Weise: Entweder, er will die Religion beherrschen und sie sich untertan machen als eine Kraft, die ihn ideologisch unterstützen muss, z.B. in der Frage Abtreibung oder Homosexualität. Oder, wenn die Religion standhaft bleibt, verfolgt der Staat die Religion, weil er keine, auch keine geistige Macht neben sich dulden will und weil die Vertreter des Staates die Würde des Menschen und damit die Begründung unantastbarer Rechte nicht begriffen haben. Darum wollen sie sie auch nicht beachten, möglicherweise gegen ihr Gewissen!

Die katholische Kirche wird aus diesem Grund in so vielen Ländern verfolgt und das wurde sie von Anfang an. Wer jemals die Geschichte der Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirche in den ersten Jahrhunderten zwischen Papst und römischen Kaiser gelesen hat (wie Hugo Rahner sie erzählt hat), weiß, wie sie war und wie unbeugsam und eindeutig die Päpste und manche Bischöfe sich verhielten.

Es gehört wohl zu den inneren Widersprüchen und der Tragödie der Lutheraner: Sie haben die Autorität des Papstes zurückgewiesen und abgeschüttelt und sie berufen sich auf die „Schrift allein“! Aber wie oft sind sie daraufhin zum Opfer der staatlichen Macht und von Ideologien geworden, die den Grundsatz „nur die heilige Schrift“ Lügen strafen.

Trotz aller Einbrüche und Vermischungen, die es auch bei den Katholiken gegeben hat: Wirklich bewahrt geblieben sind die Autorität der Heiligen Schrift und die Unterscheidung von Kirche und Staat letztlich doch nur in der Katholischen Kirche. Das darf man sagen, auch wenn klar ist und bleibt: Die „heilige Kirche“ ist und bleibt eine „semper reformanda“ und das weiß hoffentlich wirklich jeder Katholik – zumindest, wenn er sich im Spiegel anschaut!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  3. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  4. Zwischen Wölfen und Brüdern
  5. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  6. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  7. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  8. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  9. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt
  10. Österreichs Integrationsministerin richtet „Dokumentationsstelle politischer Islam“ ein






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz