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Heftige Kritik an Kinderkrippen

22. September 2010 in Deutschland, 28 Lesermeinungen
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Eva Herman: Kinder häufig vernachlässigt – Politik-Forum der AUF-Partei


Berlin (kath.net/idea)
Scharfe Kritik an der Glorifizierung von Kinderkrippen durch Politik und Medien hat die Publizistin Eva Herman (Hamburg) geübt. Diese Einrichtungen würden als Allheilmittel zur Förderung von Kleinkindern gepriesen. Sie dienten aber in erster Linie dazu, den Nachwuchs abzuschieben, damit Mütter erwerbstätig sein könnten, sagte die frühere Tagesschau-Sprecherin auf dem ersten „Christlichen Politik-Forum“ der AUF-Partei (Arbeit, Umwelt, Familie), das am 18. und 19. September in Berlin stattfand.


Angesichts des schlechten Betreuungsschlüssels in den Krippen – mancherorts kämen auf eine Erzieherin 20 Kinder – gehe es bestenfalls um Aufbewahrung. Häufig würden die Kleinen jedoch vernachlässigt. Da individuelle Zuwendung in den ersten Lebensjahren für die positive Entwicklung entscheidend sei, hätten fremdbetreute Kinder im späteren Leben ein deutlich höheres Risiko, etwa an alkoholsucht und Depressionen zu erkranken. „Kinder in den ersten drei Lebensjahren brauchen vor allem Bindung und Herzensbildung“, sagte Herman.

Siggelkow: Tischgemeinschaft pflegen

Der Gründer und Leiter des Kinderhilfswerks „Die Arche“, Bernd Siggelkow (Berlin), beklagte, dass das Kulturgut der Tischgemeinschaft beim Essen in den Familien immer mehr verlorengehe: „Viele Kinder kennen diesen Tisch gar nicht mehr.“ Die Kommunikation in Familien vollziehe sich zunehmend über das Internet. Er kenne Kinder, die von ihrem Zimmer aus mit der Mutter im Wohnzimmer chatten, so Siggelkow.

Der Pastor mahnte die Politik, Maßnahmen gegen die Kinderarmut zu ergreifen. In Berlin seien davon 40 Prozent der Heranwachsenden betroffen. Siggelkow: „Wenn Kinder ein unkalkulierbares Armutsrisiko sind, dann müssen wir uns nicht wundern, dass immer weniger Kinder in der Wohlstandsgesellschaft geboren werden.“


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