22 April 2010, 12:00
Bistum bestätigt: Mixa bietet Papst den Rücktritt an!
 
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"Ich tue diesen Schritt in unerschütterlichem Vertrauen auf die Gnade Gottes" - Goppel (CSU) übt Kritik an Medien - - SPD-Bayern wünscht sich "liberalen Bischof" wie Erzbischof Marx - Diskussion + Umfrage

Augsburg (kath.net) Das Sekretariat des Bischofs von Augsburg hat am Donnerstag am Morgen gegenüber kath.net bestätigt, dass der Bischof von Augsburg Walter Mixa gestern in einem Brief an den Heiligen Vater seinen Rücktritt angeboten hat. Als Bischof, so Walter Mixa, habe das Wohl der Diözese Augsburg für ihn immer höchste Priorität gehabt. Die anhaltende öffentliche Diskussion um seine Person habe in den vergangenen Wochen die Priester und Gläubigen im Bistum schwer belastet. Mit seinem Rücktritt wolle er dafür Sorge tragen, weiteren Schaden von der Kirche abzuwenden und einen Neuanfang zu ermöglichen.

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Wörtlich sagte der Bischof: „In fast 40 Jahren als Priester und 14 Jahren im bischöflichen Dienst ging es mir immer darum, Zeuge des Evangeliums zu sein und als Seelsorger den mir anvertrauten Menschen zu dienen. Meiner eigenen Schwächen war und bin ich mir dabei wohl bewußt. Alle, zu denen ich ungerecht gewesen sein mag, und alle, denen ich Kummer bereitet habe, bitte ich heute noch einmal um Verzeihung. Ich tue diesen Schritt in unerschütterlichem Vertrauen auf die Gnade Gottes und hoffe zuversichtlich, daß der Vater im Himmel die Kirche von Augsburg in eine gute Zukunft führen wird. Meinen Mitbrüdern im priesterlichen Dienst und allen Gläubigen danke ich für ihre Treue und Verbundenheit und wünsche allen Gottes Segen.“ An einer weiteren lückenlosen Aufklärung aller gegen ihn erhobenen Vorwürfe wolle er auch in Zukunft weiter aktiv mitwirken.

Thomas Goppel, Sprecher der ChristSozialen Katholiken in der CSU, zollte laut deutschen Medienberichten im ZDF-„Morgenmagazin“ Mixa Respekt. „Der Bischof hat eine Entscheidung getroffen – spät, aber nicht zu spät“, sagte Goppel. Der CSU-Politiker kritisiert auch die einseitige Berichterstattung „über Gegebenheiten von vor 30 Jahren“, durch die der Eindruck entstanden sei, „da ist jemand prügelnd unterwegs“. Mixa habe einen Fehler gemacht, als er die Vorwürfe vor drei Wochen zurückgewiesen habe, sagte Goppel. „Aber dass man deswegen einen Skandal daraus konstruiert, in dem die ganze Kirche untergehen könnte, das geht nicht.“

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, setzt inzwischen Papst Benedikt bezüglich dem Rücktrittsangebot unter Druck. Im Bayerischen Rundfunk sagte Glück, dass er davon ausgehe, dass der Papst das Rücktrittsgesuch annehme: "Alles andere wäre unvorstellbar". Glück bezeichnete das Ansuchen von Mixa dann als "eine Erleichterung für die katholische Kirche in Deutschland". Mixa sei doch "eine schwere Last" geworden“, erklärte Glück.

Bayerns SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher führ das Rücktrittsangebot Mixas allein auf den stetig gewachsenen öffentlichen Druck zurück. "Von sich allein wäre er nie zu diesem Schritt bereit gewesen", sagte er. Rinderspacher hofft nun laut deutschen Medienberichten auch auf eine kluge Neubesetzung des Augsburger Bischofsstuhls durch den Papst. "Ich würde mir natürlich einen liberalen Bischof, wie der Münchner Erzbischof Marx einer ist, wünschen."

Auch aus Berlin gibt es bereits erste Reaktionen auf Mixas Rücktrittsangebot: Bundesfamilienministerin Kristina Köhler begrüßte den Schritt des Bischofs. Die CDU-Politikerin sagte im ZDF, sie könne die gegen den Bischof erhobene Kritik nachvollziehen und habe Respekt vor seinem Schritt.

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