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Pinkstinks

15. Dezember 2009 in Chronik, 10 Lesermeinungen
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Jeder Mensch kommt als Kind eines Vaters und einer Mutter zur Welt. Nichts sollte deshalb natürlicher sein als Vaterschaft und Muttersein. Doch der "Kampf gegen den Patriarchalismus" und der Feminismus haben beides ideologisch zersetzt - Von Stephan


Graz (kath..net/DieTagespost)
Noch ist es Zeit, das Kriegsspielzeug für den fünfjährigen Nachbarbuben, die Spielzeugautos für den Patensohn und die rosa gekleidete Puppe für die Enkeltochter umzutauschen. Schließlich soll Weihnachten ein Fest des Friedens sein, kein ideologisches Schlachtfeld im Schatten des Christbaums. Deshalb, liebe Psychologinnen und Psychologen, haben sich in Großbritannien jetzt die Zwillingsschwestern Emma und Abi Moore zu Wort gemeldet und vor rosafarbenen Weihnachtsgeschenken für Mädchen gewarnt. Die seien nämlich, so weiß die Initiative „Pinkstinks“ sexistisch und würden stereotype Rollenbilder festigen. Vielleicht denken Sie jetzt (bitte ganz leise): Na und, warum soll ein Mädchen nicht wie ein Mädchen denken und fühlen, nämlich weiblich? Warum soll eine Vierjährige nicht mit netten Puppen spielen und damit mütterliches Rollenverhalten adaptieren?

„Pinkstinks“ klärt uns auf: Rosa sei „passiv und nett, um angeschaut zu werden“, also karrierehemmend. Mit dem typischen Mädchenspielzeug würden Mädchen auf Ziele wie Prinzessin und Krankenschwester fixiert, während Buben (vor allem mit der „kraftvollen und herausfordernden“ Farbe Blau) die ganze Breite großer Karrieren offenstünde: Arzt, Polizist, Feuerwehrmann, Pirat, Autorennfahrer, Actionheld. Von solch schwergewichtigen Argumenten beeindruckt, warnte nun auch die britische Staatssekretärin im Justizministerium, Bridget Prentice, davor, Mädchen zu viel Rosafarbenes zu kaufen. Gleichzeitig schloss sie sich dem Boykottaufruf gegen einen großen britischen Spielzeughersteller an.

Der nächste Schritt dürfte sein, dass mit ein paar Millionen Pfund beziehungsweise Euro aus Steuergeldern Aufklärungskampagnen in Kindergärten, Schulen und Seniorenheimen (wegen der schenkenden Großeltern) durchgeführt werden. Und am Ende werden vermutlich Eltern, die bei der Geschenkwahl zwischen Buben- und Mädchenwünschen unterscheiden, zwangsweise psychiatriert.

Wer das für eine Satire hält, hat von „Gender Mainstreaming“ wenig verstanden. Hat der „Kampf gegen den Patriarchalismus“ die Vaterrolle gehörig demoliert, hat die feministische Bewegung die Frauen von ihrer Mutterrolle „emanzipiert“, so setzt „Pinkstinks“ – skurril genug, um keinen Widerstand zu provozieren – an der Wurzel an: bei den Kindern.

Wer je Kinder beim freien (nicht von „PädagogInnen“ geleiteten) Spiel beobachten konnte, wird festgestellt haben, dass es – große Überraschung! – fundamentale Unterschiede zwischen Mädchen und Buben gibt. Jeder Vierjährige versteht, dass ein Mann tapfer sein muss und deshalb auch für die Seinen kämpft. Jede Vierjährige versteht, dass eine Frau liebevoll sein muss und deshalb auch die Ihren umsorgt. Mit der größten Selbstverständlichkeit werden da „traditionelle“ Rollen gespielt und eingeübt. Wir hätten der Ödipus-These Sigmund Freuds nicht bedurft, um zu beobachten, dass Mädchen vor der Pubertät sich mit der Mutter identifizieren und „Papas Schatz“ sind, während Buben bis zur Pubertät sich mit dem Vater identifizieren. Christa Meves hat das treffend so auf den Punkt gebracht, dass es das beste und natürlichste sei, wenn Mädchen sagen: „Wenn ich groß bin, werde ich eine Frau wie Mama und heirate einen Mann wie Papa.“ Analog die Jungs.


Der Jugendkult macht die Kids zu Stars, der Feminismus die unabhängige Karrierefrau – wo bleibt da der Mann?

Doch genau das wird heute nicht nur marginal, sondern umfassend in Frage gestellt: Dem radikalen Feminismus und der „Gender Mainstreaming“-Ideologie geht es, wie Kardinal Paul Josef Cordes bei einem Vortrag in Wien jüngst erklärte, um einen totalen „Wandel der Geschlechterrollen“. Ohne einen massiven Eingriff des Staates in die Kleinkindbetreuung wäre das gar nicht zu schaffen, denn auch bei ideologisch verbildeten Männern und Frauen brechen angesichts des weinenden oder lachenden Babys auf dem Wickeltisch traditionelle Verhaltensmuster durch.

Wer also meint, dass Geschlechterrollen nicht „natürlich“ sind – also von Gott beziehungsweise der Natur vorgegeben und damit auch sinnvoll – sondern nur angelernt, muss hier eingreifen. Wenn junge Mütter und Väter erst einmal die Mutterliebe und die Vaterinstinkte packen, kann es für den hochideologischen Staat zu spät sein. Wie viele intelligente, gut ausgebildete Frauen haben da schon dem Mammon und der Karriere den Rücken gekehrt, um sich ihrer herzigen Kleinkinder zu widmen.

Die albern wirkende Bewegung „Pinkstinks“ gibt im Gegensatz zu unseren heuchlerischen Familienpolitikern wenigstens zu, dass es ihr um die Abschaffung stereotyper Rollenbilder geht, weil diese einer späteren Karriere im Wege stünden. Mit anderen Worten: Die Zukunft des Mädchens darf nicht die Mutterrolle sein, sondern die an männliche Muster angepasste Berufskarriere – deshalb zu Weihnachten keine Puppen, und schon gar nicht im rosa Gewand.

Die Entfremdung der Frauen und Männer in Europa von ihren „traditionellen“ – angeblich nicht natürlichen, sondern nur tradierten und damit überholten – Mutter- und Vaterrollen ist bereits weit fortgeschritten: Es gebe längst nicht nur einen Gebärstreik der Frauen, sondern auch einen Zeugungsstreik der Männer, resümierte Kardinal Cordes in Wien. Die von ihm beschriebene „Krise des männlichen, insbesondere des väterlichen Selbstverständnisses“ hat nicht nur psychologische Folgen, sondern auch unmittelbare und quantifizierbare Folgen für die Gesellschaft.

Im Beruf, da soll der Mann noch ein Mann sein, da zählen Leistung und Durchsetzungsvermögen, doch zu Hause ist seine Autorität verschwunden: Der gesellschaftliche und kommerzielle Jugendkult macht die Kids zu Stars, der Feminismus die unabhängige Karrierefrau – wo bleibt da der Mann? Und warum sollte er sich selbst angesichts dieser Perspektive für eine Familie und eine zwangsläufig zwergenhafte Vaterrolle entscheiden?

Wenn man angesichts verfügbarer Verhütungsmittel und, wie die Soziologen sagen, sich belebender Partnermärkte die sexuellen Grundbedürfnisse auch ohne Ehe befriedigen kann, wenn man als Single das Einkommen nicht (beziehungsweise nur mit dem Staat) teilen muss, wenn man sich so von vornherein Ehe- und Scheidungsdramen ersparen kann – wozu dann heiraten, Kinder in die Welt setzen und Vater spielen?

Eine kulturpessimistische Horrorvision? Keineswegs: Der Anteil der lebenslang Kinderlosen ist seit vier Jahrzehnten dramatisch gestiegen und macht in Deutschland etwa ein Drittel der Frauen aus. „Dramatisch“ ist dies deshalb, weil die in ganz Europa (mit Ausnahme von Albanien und Kosovo) seit Jahrzehnten niedrigen Geburtenraten zu einer Überalterung der Gesellschaft führen, die unsere Sozialsysteme unfinanzierbar macht.

Paradox aber wahr: Mit der Dekonstruktion der „traditionellen“ Familie verlassen sich alle auf „Vater Staat“, doch durch diese Dekonstruktion der Familie gerät der Staat in eine Lage, in der er seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann. Während wir mit Hilfe staatlicher Indoktrination noch immer manipuliert werden, die „traditionelle Familie“ für überholt und das homo- oder heterosexuelle Partnerwechseln sowie Patchwork-Chaos für modern zu halten, wachsen die Kosten der öffentlichen Hand für Pflege, Gesundheit und Pensionen ins Unermessliche. Und es sind viel zu wenige Kinder da, um dem riesigen Heer der Alten und Hochbetagten diese staatliche Fürsorge auch zu finanzieren.

Ein wenig Kulturpessimismus sei da doch gestattet: Die bei konstant niedriger Geburtenrate immer weniger werdenden Kinder werden die Transferleistungen für die immer stärker wachsende Generation der Pensionisten in Kürze nicht nur nicht bezahlen können. Sie werden es auch nicht wollen. Warum sollte ein junger Mann, der seine Eltern nur auf dem Karrieretrip erlebt hat, der ohne mütterliche Liebe und väterliche Fürsorge aufwuchs, sich plötzlich für „die Alten“ verantwortlich fühlen? Warum sollte eine junge Frau, die selbst auf Karriere getrimmt wurde und dank Radikal-Feminismus von allen Familiengefühlen emanzipiert ist, nun plötzlich ihr selbst verdientes Geld mit der Generation ihrer Eltern teilen wollen? „Tektonische Verschiebungen im Beziehungsfeld der Geschlechter“, nennt das Kardinal Cordes weise.

In der Familie erleben Kinder Frauen nicht nur in der Eindimensionalität unserer Werbung, sondern als Mutter, als Schwester, als Gattin, als Tochter
Um Missverständnisse zu vermeiden: Dies ist kein Plädoyer gegen die Berufstätigkeit von Frauen, erst Recht keine Werbung für einen Patriarchalismus, der das scheinbar unausrottbare Machogehabe rehabilitiert. Warum aber angesichts einer auf weit über acht Jahrzehnte angestiegenen Lebenserwartung der europäischen Frauen die Karrierekurven nicht so umorganisiert werden können, dass in der biologisch dafür möglichen Zeit auch eine längere Kinder- und Familienphase eingeplant werden kann, bleibt ein Geheimnis des niedergehenden Kapitalismus. Wenn bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 85 Jahren eine Frau ausgerechnet im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt Karriere machen muss, weil sie ab 50 definitiv zum alten Eisen gerechnet wird, dann ist das nicht nur kinder- und familienfeindlich, sondern frauenfeindlich und bringt letztlich auch den Sozialstaat ins Wanken.

Nicht eine Restauration des falsch verstandenen Patriarchalismus – dessen Spiegelbild übrigens in Europa weitgehend ein häusliches Matriarchat war – tut not, sondern eine Wiederentdeckung der Väterlichkeit. Kardinal Cordes erläutert, dass die fehlende Identifikation mit dem Vater zu einem Anwachsen von Machogehabe, Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft und Männerbündelei führe. Die Vaterbegleitung sei unersetzlich für die Identitätsfindung des Heranwachsenden, sagt Cordes wider alle Ideologen, die Patchwork-Familien optimal und schwules Adoptionsrecht natürlich finden. Cordes wörtlich: „Eine Familienpolitik, die mehr an den Interessen von Erwachsenen als an den Bedürfnissen der Kinder orientiert ist, segelt unter falscher Flagge.“

Ja, hier spätestens offenbart Politik ihr Menschenbild: Da sind einerseits die Gender-Ideologen des spätkapitalistischen Individualismus. Sie sehen den Menschen als vom allmächtigen Staat beliebig gestalt- und formbaren Vereinzelten, dem man „traditionelle“ Rollenmuster auch aberziehen kann. Da sind auf der anderen Seite jene, die an einen Sinn des Seins glauben, an die Weisheit eines Schöpfers, der den Menschen in zwei verschiedenen Ausgaben erfand: „Als Mann und Frau schuf er sie.“ Wenn die Unterschiedlichkeit der Geschlechter und ihre Bezogenheit aufeinander aber nicht traditionelle Konstruktion ist, sondern Geschenk Gottes, dann ist sie auch sinnvoll – voll Sinn. Dann gilt es hier Sinn zu entdecken, zu erspüren und zu erleben.

Am besten eingewoben in eine Kette von Generationen: Hier erleben Kinder Frauen nicht nur in der Eindimensionalität unserer Fernsehwerbung, sondern als Mutter, als Schwester, als Gattin, als Tochter. Hier erleben Kinder auch Väterlichkeit, die wieder Mut machen kann, diese Rolle selbst zu wagen und zu verantworten. Und im gelungenen Fall wird damit auch der Weg zu geistlicher Vaterschaft eröffnet, letztlich zu einem hoffenden Blick auf jene Autorität, die das Urbild allen Vaterseins ist und zu der wir, ermächtigt durch den Sohn, sagen dürfen: „Vater unser“.

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Lesermeinungen

 DerRabe 21. Dezember 2009 
 

Gender Mainstreaming

@ Der Epikuräer:
Unter Gender Mainstreaming versteht man in den Sozialwissenschaften eine Strömung des Ausgleichs zwischen geschlechtsspezifischen (Be)Handlung.

2 Beispiele:
Der Studiengang Verfahrenstechnik hatte eine Frauenquote von >5%, konstant über mehrere Jahre. Ohne inhaltlich etwas zu ändern wurde der Studiengang vor etwa 2 Jahren in Bioverfahrenstechnik umbenannt. Jetzt liegt die Frauenquote bei ~30% und sie studieren, wie zu erwarten, nicht schlechter als Männer.

Negativbeispiel: Deine Tocher rauft sich im Kindergarten mit einem Jungen. Der Junge wird angepflaumt und es heißt \"Jungs sind eben Jungs\", aber deineTochter soll wegen auffälligem Verhalten zum Psychotherapeuten. Weil \"normal\" Mädchen sowas nicht machen.

Das aber nur als reine Begriffserklärung.


0
 
  15. Dezember 2009 
 

@loyalbushie

(1) Ich kann mich mit der von Ihnen in sarkastischer Weise skizzierten Ausprägung von Feminismus nicht identifizieren.
(2) Die Form des Feminismus, die ich lebe, beruht nicht auf realitätsfernen Gedankenspielen im Elfenbeinturm, sondern äußert sich primär in meinen konkreten Handlungen.
(3) Ich halte mich nicht für klüger als die Menschen vergangener Zeiten. Ich lebe einfach in einer anderen Zeit.
(4) Ich verdiene meinen Lebensunterhalt selbst.
(5) Wenn ich etwas hinterfrage, dann in allererster Linie mich selbst und mein eigenes Weltbild. Und zwar mit jedem Atemzug.
(6) Ich bin seit geraumer Zeit auf diesem Kurs unterwegs, erhalte von Jahr zu Jahr positiveres Feedback von meinen Mitmenschen und werde auch selbst immer glücklicher.
(7) Solange sich diese Tendenz fortsetzt, habe ich nicht vor, irgendetwas an meiner Lebensweise zu ändern.


0
 
  15. Dezember 2009 
 

Das Abendland geht mal wieder unter....

Wenn ich durch ein Spielwarengeschäft gehe, sehe ich pink leuchtende Mädchen-Abteilungen und mit Technik- und Kriegsspielzug vollgestopfte Jungs-Abteilungen. \"Gender-Mainstreaming\", was bitte soll das sein? Dass Mädchen und Buben unterschiedlich sind, weiß doch jedes Kind.

Nein, das Problem ist ein anderes: Manche Menschen brauchen eine tiefe Lebensangst wie die Luft zum Atmen. Wenn es aber keine Bedrohungen mehr gibt, dann müssen wir uns welche einreden - und wenn es nur ein mit Autos spielendes Mädchen ist.

Wenn wir keine anderen Sorgen haben, gehts uns doch saugut...


0
 
 Spectator 15. Dezember 2009 
 

Die Sinnhaftigkeit ...

... von \"Fragen\" zum natürlichen Geschlecht des Menschen, sollten durchaus in irgendeiner Weise sinnvoll sein und der Witz an der Gender-Ideologie, ist ja, dass sie die Antworten zu ihren Fragen immer bereits mitliefert. Die Absurdität einer, die bösen, bösen Hierarchien ablehnenden Ideologie, die sich massiv vom Staat fördern und ihre Ziele einfach so in diversen hochprioritären Papieren niederlegen lässt, spricht ohnehin Bände.
Abgesehen davon, dass das \"Soziologenchinesisch\" der Gender-Propagandisten zusätzlich zum Himmel stinkt, denn kein Mensch spielt bzgl. seiner biolog. Gegebenheiten in irgendeiner Weise ein \"Rolle\", die man \'mal eben austauschen könnte (das Einzige, was möglich wäre, ist eben, bereits Kleinkinder zu pervertieren und sie mit ihrem natürlichen Geschlecht zu entzweien, weswegen ja gerade besonders, durch spezielle Einrichtungen, die, wenn sie nicht ausreichend besucht, schnell zu Zwangseinrichtungen werden, die viel gescholltene Macht [die ja übrigens nur schlecht ist, wenn die anderen über sie verfügen] bereits über Kleinkinder ausgeübt werden soll), sondern im Gegenteil: Das ist das Sein schlechthin, im Gegensatz zum Haben von irgendetwas (wie \"Rollen\" - der Begriff, der jenseits eines soziologischen Forschungsrahmens und vlt. noch der Theaterwissenschaft, ohnehin komplett sinnlos ist). Dass die Natur besser ist, als menschliche Pervertierung, hat man schon in den 60er und 70er Jahren gesehen - bloß, das wird von den Gender-Ideologen natürlich bis auf den heutigen Tag geleugnet.


2
 
  15. Dezember 2009 
 

Farbhistorie

Eine kleine Geschichte der Farben. Vor 1920 waren rosa Töne Männerfarben, blau war weiblich. Blau ist auch die Farbe Marias. Kleine Prinzen wuden auf Gemälden mit rosa Schleife dargestellt, Prinzessinnen mit blauer Schleife an den Taufkleidchen. Erst ab 1920 hat sich dies aus verschiedene Gründen gewandelt. Zum einen, weil die Entchristlichung der Gesellschaft weiter fortschritt, aber auch aus anderen Gründen, modischen, z.B. Arbeiter trugen nun Blaumänner, für kleine Jungen wurde dann die Farbe übernommen. Somit setzte eine Farbumkehr ein, die heute nicht mehr erkannt wird. Der Papst hat jetzt in seinem Potifikat bei einer Einweihung einer Kirche in Italien auch rosa getragen. Bertone habe ich auch letztens damit gesehen. Eine Umkehrung der Farbsymbolik wäre also aus christlicher Sicht wünschenswert, wenn auch hier in diesem Zusammenhang völlig andere Wertvorstellungen damit verbunden sind.

www.kath.net/detail.php?id=24919


0
 
 loyalbushie 15. Dezember 2009 

@

@ Kroubat

Dass die Gender-Ideologie antikapitalistisch ist, zweifelt ja auch niemand an, wissen wir doch alle, dass die traditionellen Rollenverständnisse seit dem Sündenfall in Form der Abschaffung des Matriarchats und der Erfindung des Privateigentums nur ein Blendwerk der herrschenden Klasse ist, um die Menschen an der Entwicklung des richtigen Bewusstseins zu hindern und damit an der Hinterfragung der spätkapitalistischen Produktionsverhältnisse.

Auf dem bluthilde-Blog wird das Thema regelmäßig aufgegriffen. Zu behaupten, es gäbe Jungs und Mädchen ist selbstverständlich ein Akt finsterster kapitalistisch-faschistischer Bigotterie. Dass mensch mit äußerlich \"weiblichen\" oder \"männlichen\" Geschlechtsmerkmalen geboren wird, ist ja purer Zufall und damit hat es keine weitere Bewandtnis. Nur das Patriarchat hat mithilfe des unwissenschaftlichen Aberglaubens Systeme geschaffen, um das Klasseninteresse der Herrschenden durch unterschiedliche Erziehung zu verteidigen.

Marx/Freud/Reich sei Dank ist vor 40 Jahren eine Generation auf den Plan getreten, die als erste Dinge begriffen hat, für die zig Generationen zuvor zu doof, äääh sorry, \"intellektuell herausgefordert\" waren.

Es ist gut, dass diese begonnen hat, alles zu hinterfragen außer sich selbst und alles zu bestreiten außer ihrem eigenen Lebensunterhalt.

@ justinus

Ich dachte eher, der Kulturpessimismus eines Oswald Spengler wäre eine konservative Angelegenheit.

Aber ich bin meinen Urahnen dankbar, dass sie nicht auf den Gedanken kamen, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen, als die Pferdekutschen durch die Dampflokomotiven ersetzt wurden, nur weil sich viele Kutscher dadurch beruflich umorientieren mussten.

Mit ein Bisschen Gottvertrauen geht sehr viel... und Gott hat uns ja Verstand gegeben. Vielleicht nicht unbedingt, um bewährte Dinge zu \"hinterfragen\", sondern vielleicht eher, um sich Gedanken zu machen über Innovationen, mit denen sich die Arbeit der Zukunft gestalten lässt.

bluthilde.wordpress.com


2
 
 justinusfbronius 15. Dezember 2009 
 

Ach, so ist das...

Schön, daß wir hier jetzt auch darüber belehrt werden, daß Kriegsspielzeug für Kinder unbedingt notwendig ist, damit sie sich richtig entwickeln können (\"Noch ist es Zeit, das Kriegsspielzeug für den fünfjährigen Nachbarbuben...\").
Also bitte: Wenn man schon (zu Recht) gegen den Schwachsinn des Gender-Mainstreaming anschreibt, dann wäre ein bißchen Überlegung doch angebracht. Zudem finde ich die Begründung, man solle unbedingt mehr Kinder in die Welt setzen, damit sie die Rente/Pflege bezahlen können, mehr als \"reizend\". Dann wird also die Mutter bald zu Ihrem Baby sagen: \"Na, Du mein kleiner Liebling und Beitragszahler...\". Schön, wenn das der einzige Grund ist, sich Kinder zu wünschen!
Im Übrigen vermisse ich die Lösung des Autors für die Frage, wie denn diese vielen Kinder ihr Geld für die Rentenkasse verdienen sollen? Angesichts der Tatsache, daß heute in Folge von zunehmender Technisierung viele (insbesondere wenig ausgebildete) Arbeitskräfte einfach nicht mehr benötigt werden (Beispiel: Wo früher 10 Arbeiter benötigt wurden, um eine Baugrube von Hand auszuheben, ist es heute ein Baggerfahrer alleine), wird man sich fragen müssen, was aus diesen vielen Kindern werden soll (und der Verzicht der Mütter auf Berufstätigkeit alleine löst dieses Problem nicht, wenn man die Rechnung ernst nimmt: Eine nicht arbeitende Mutter, aber vier Kinder die arbeiten wollen...).
Und zudem sollte man dann fairerweise auch dafür eintreten, daß ein Arbeiter auch seine Familie ernähren kann.
Merkwürdigerweise wird dieses Problem nämlich von christlich-konservativer Seite nur allzu gerne vernachlässigt. Anstatt dafür einzutreten, daß man sich auch sicher sein kann, seinen Arbeitsplatz zu behalten, wird lieber auf die bösen, bösen Homos geschimpft (was zahlenmäßig nicht so viele sind, wie Menschen die aufgrund ihrer unsicheren Lebenssituation auf Kinder verzichten, ganz abgesehen davon, daß Homosexualität nicht \"selbst ausgesucht\" wird, aber das ist ein anderes Thema).
Insofern: Bitte weiterhin die berechtigte Kristik äußern, aber doch etwas differenzierter!


0
 
  15. Dezember 2009 
 

Richtigstellung

Bei allem Verständnis für die Kritik an der absurden und lächerlichen \"Pinkstinks\"-Kampagne möchte ich, als jemand, der sich eingehend mit dem Thema befasst hat, gerne ein paar Dinge korrigieren, die im Artikel SACHLICH FALSCH sind.

(1) Feminismus und \"Gender-Ideologien\" waren und sind in ihrer Reinform IMMER anti-kapitalistisch und werden das auch immer bleiben. Dass der Kapitalismus diese Strömungen für seine Zwecke missbraucht, kann man nicht dem Feminismus selbst vorwerfen.

(2) Ebensowenig begrüßt der Feminismus einen \"allmächtigen Staat\", der seine Bürger nach Belieben \"formt\" und \"gestaltet\". Ziel ist hingegen, jegliche Form der Hierarchie immer wieder kritisch zu hinterfragen, um so allmählich zu einem friedlichen Miteinander zu finden, in dem JEDE Stimme gehört werden kann.

(3) Es geht bei Gender-Mainstreaming NICHT um die \"Aberziehung von traditionellen Rollenmustern\", sondern darum, deren Sinnhaftigkeit zu HINTERFRAGEN. (FRAGEN wird man ja wohl noch dürfen!) Erstrebenswert wäre dabei, jedem Menschen die MÖGLICHKEIT zugeben, sich diese Frage für sein EIGENES Leben zu stellen und zu einem INDIVIDUELL passenden Lebensentwurf zu gelangen. Wer sich die Frage nicht stellen MÖCHTE oder aber zu einer \"traditionellen\" Antwort findet, hat NATÜRLICH ebenso die völlige Freiheit, so zu leben, wie es ihr oder ihm gefällt.

(4) Bei der Kindererziehung strebt der Feminismus eine Linie an, die dem einzelnen Kind FREIstellt, wie es sich entwickeln möchte. Wenn ein Mädchen mit rosa Puppen spielen WILL, dann soll es das tun. Wenn es sich jedoch SELBST lieber mit Autos beschäftigt, ist das auch in Ordnung. Analog dazu sind auch Buben, die Puppen bevorzugen, keineswegs \"abnormal\". Dass Eltern als Vorbilder fungieren und ihre Kinder (unbewusst) beeinflussen, lässt sich dabei natürlich nicht vermeiden. Dass jedoch eine BEEINFLUSSUNG in Richtung eines klassischen Rollenverhaltens BESSER wäre als eine andere, kann NIEMAND beweisen.


2
 
 Airam 15. Dezember 2009 

Wie wahr -

- und treffend gut die Situation beschrieben ist. Dank an Stefan Baier.

Es bleibt die Hoffnung, dass die denkende Leserschaft der \"Tagespost\" und \"kath.net\" das bittere Ernstmachen des Gesagten durch die dem Genderismus Verfallenen erkennen und nicht als \"das kann doch nicht wahr sein\" abtuen.
Drei Dinge wären notwendig:
a) Abschaffung des Genderbüros (AGG-Stelle) bei der Bundesregierung
b) Stärkung der natürlichen Entwicklungsempfindung der Kinder in (kath.) Kindergarteneinrichtungen und
c) Stärkung elterlicher Erziehungskompetenz durch die Kirche, bspw. in Familienbildungsstätten und in der Verkündigung.

Dann, ja dann könnten auch die Regierungen wieder eine Familienpolitik gestalten, die diesen Namen verdient bzw. sind Familien resistenter gegen den unheiligen Individualismus, der uns einzureden versucht, wenn es jedem gut geht, geht es allen gut.


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 loyalbushie 15. Dezember 2009 

Feminismus ist Beschissmus

Wenn mit \"Pink stinks\" der gleichnamige Popstar gemeint wäre, hätten die Initiatorinnen einen Treffer gelandet. So haben sie nur selber einen.

Die Sache ist aber ganz einfach: Setzen sich diese Leute durch, wird der feministische, \"fortschrittliche\" Gender-Albtraum in spätestens 30-40 Jahren vorüber sein. Denn diese Ideologie hat den positiven Nebeneffekt, dass sie sich eines Tages aus Gründen der Demografie selbst von der Bildfläche verabschieden muss.

Und schlechter als unter einer solchen Elite kann das Leben unter einer dann islamischen Mehrheit für Christen auch nicht sein. Wie Albanien und das Kosovo zeigen (bzw. die Geburtenentwicklung unter Einwanderern hier), scheint in jenem Kulturkreis so gar kein emanzipatorisches Bewusstsein Platz zu greifen... :)

bluthilde.wordpress.com


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