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Seelsorge-Kongress in Marburg: Veranstalter befürchten Störungen

15. Mai 2009 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Akademie für Psychotherapie und Seelsorge: Überrascht vom Hass der Gegner - Linksradikale rufen zur Demo


Marburg (kath.net/idea)
Die Veranstalter des 6. Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge vom 20. bis 24. Mai in Marburg rechnen mit Störungen, hoffen aber auf einen friedlichen Verlauf der Proteste gegen das Treffen. Man sei überrascht und erschrocken über den Hass der Gegner und die maßlosen Diffamierungen, erklärten der Vorsitzende der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS), Martin Grabe, und Vorstandsmitglied Dietmar Seehuber am 14. Mai auf einer Pressekonferenz in Marburg.

Beide sind Chefärzte an der Fachklinik Hohe Mark in Oberursel bei Frankfurt am Main. Nach ihren Worten ist die Gegnerschaft zu dem Kongress in einen allgemeinen Hass auf Christen übergegangen. Der Kongress ist seit Wochen Angriffen von Homosexuellen-Verbänden und linksradikalen Gruppen ausgesetzt, die behaupten, die Veranstaltung biete eine Forum für „Homosexuellen-Heiler“ bzw. „Homo-Umpoler“.

Am 21. Mai (Christi Himmelfahrt) ruft ein Bündnis von 56 meist linksradikalen Splittergruppen unter dem Namen „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ zu einer Demonstration auf und kündigt an, den Kongress verhindern zu wollen.


Sicherheit gewährleistet

Man müsse im Umfeld dieser Demo mit Vandalismus rechnen, wie er in Marburg bereits begonnen habe, sagte Grabe angesichts von Schmierereien an Gebäuden. Der Kongress biete aber keinerlei Anlass für eine Gegenkundgebung.

Mit der Polizei werde ein Sicherheitskonzept erarbeitet, um eine Gefährdung der Teilnehmer auszuschließen. Grabe und Seehuber bekräftigten erneut, dass Homosexualität auf dem Kongress keine Rolle spielen werde. Die angegriffenen Referenten Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft und Markus Hoffmann von der Lebensberatungsorganisation „Wüstenstrom“ hätten mit Homo-Umpolung und Diskriminierung von Homosexuellen nichts zu tun.

Daher gebe es keinen Grund, sie als Redner auszuladen. Auch müssten auf einem Fachkongress selbstverständlich unterschiedliche Meinungen zu Wort kommen. Grabe und Seehuber bedauerten, dass die Diskussionen um den Kongress die fachliche Ebene verlassen hätten und in eine politische Ebene hineingerutscht seien. Die Veranstalter beteiligten sich jedoch nicht an einer Politisierung der Debatte.

Auch wirke man daher nicht an dem Appell für „Freiheit und Selbstbestimmung“ mit, in dem sich über 600 Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Wissenschaft gegen die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch Gegner des Kongresses wenden. Vertreter kirchennaher

Homosexuellenverbände wie „Homosexuelle und Kirche“ (HuK) und „Zwischenraum“ haben nach Angaben der Kongressveranstalter bekundet, dass sie die Eskalation um das Marburger Treffen bedauerten. Durch die Polarisierung gebe es einen Dauerschaden für homosexuell empfindende Christen.

Kritiker zum Kongress eingeladen: keine Reaktion

Die Veranstalter haben bis zu zehn Vertretern der Marburger Studentenvertretung AStA, die zu den Kritikern gehört, und der Universität angeboten, kostenlos an allen Veranstaltungen des Kongresses teilzunehmen. Bisher habe niemand darauf reagiert. Auch habe der AStA die Einladung, an einem Gespräch der APS mit dem Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) teilzunehmen, nicht angenommen. Mit dem LSVD sei man sich einig, dass Homosexualität nicht als Krankheit anzusehen oder therapiebedürftig sei. Unterschiede gebe es zur Frage von Beratungsangeboten für Personen, deren sexuelle Identität noch nicht gefestigt sei oder die unter ihrer Homosexualität litten. Grabe und Seehuber verwiesen auf renommierte Hauptreferenten des Kongresses, darunter die Dresdner Philosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz, den Tübinger Theologieprofessor Hans-Joachim Eckstein und die Münchener Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler. Etwa ein Drittel der knapp 1.000 Teilnehmer seien Ärzte und Psychologen, ein Drittel Theologen und ein Drittel Berater aus Gemeinden.


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