Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  2. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  3. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  4. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  5. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  6. Erzbistum Paderborn: Hunderte Protest-E-Mails gegen ‚Harry Potter Gottesdienst‘
  7. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  8. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  9. Der Tod der Theologie in Deutschland
  10. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  13. Warum Hausfrauen leicht heilig werden können
  14. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  15. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!

Ich tötete für Arafat

20. September 2008 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein ehemaliger Islam-Kämpfer will heute die Versöhnung von Israelis und Palästinensern. Von Matthias Pankau/idea.


Berlin (www.kath.net/idea)
Er hat die sprichwörtlich gewordene Wandlung vom Saulus zum Paulus erfahren: Tass Saada. Früher kämpfte er Seite an Seite mit dem späteren Palästinenser-Präsidenten Jasir Arafat gegen Israel. Sein Motto: Nur ein toter Jude ist ein guter Jude. Dann wurde er Christ. Heute engagiert er sich für die Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern.

Deckname: „Der Schlachter“

Tass Saada wird 1951 im Gazastreifen geboren. Kurz danach wandert die Familie nach Saudi-Arabien aus. Doch dort beschimpft man sie als Asylanten. „Sie sagten uns: Erst lasst ihr euch euer Land von den Juden wegnehmen, und jetzt wollt ihr unseres haben“, erinnert sich Saada. Er beginnt, die Juden zu hassen. Nach der Niederlage im Sechs-Tage-Krieg von 1967 will er selbst kämpfen und bittet seinen Vater um Erlaubnis.

Doch der antwortet: „Wir geben genug Geld für den Kampf der Palästinensischen Befreiungsfront (PLO). Du bleibst hier und gehst zur Schule.“ Der 16-Jährige widersetzt sich und haut heimlich von zu Hause ab. Zunächst kommt er für sechs Monate nach Syrien in ein Trainingslager der Fatah – eine palästinensische Kampforganisation, die später zur größten politischen Partei in den Autonomiegebieten wurde.


Dort bekommt er den Decknamen „butcher“ (Schlachter). Seine Aufgabe als Scharfschütze: Gezieltes Töten. „Wir konnten uns tagelang nur von Pflanzen, Wasser und Insekten ernähren“, erinnert er sich. „So lange bis das Zielobjekt irgendwann vor uns stand und wir es ausschalteten.“ Wie viele Menschen er getötet hat, weiß er nicht. „Zu viele“, sagt er heute.

Ein Wink Gottes

Nach dreieinhalb Jahren findet ihn schließlich sein Vater und holt ihn unter dem Vorwand, seine Mutter liege im Sterben, nach Hause. „Einen Tag später wurde unser Lager von der israelischen Luftwaffe bombardiert. Alle meine Kameraden verbrannten.“ Dass er nicht dabei war, darin sieht Saada heute Gott selbst am Werk.

Damals freilich nicht. Zurück in der Schule macht er nur Probleme, schießt unter anderem aus nächster Nähe auf einen seiner Lehrer. Sein Vater sieht keine andere Möglichkeit, als ihn ins Ausland zu schicken. So geht Saada 1974 in die USA. Als er im gleichen Jahr eine Amerikanerin heiratet, streicht ihm seine Familie die finanzielle Unterstützung. Der 23-Jährige findet eine Stelle in einem vornehmen Restaurant.

Woher kam diese Güte?

Dort hat er wenig später ein Schlüsselerlebnis. Als er bei einem wohlhabenden Gast mit zitternden Händen das Geschirr abträgt, bedankt sich dieser freundlich bei ihm. „Das hat mich tief beeindruckt“, erinnert sich Saada. „Wir Araber bedanken uns nicht bei Dienern.“ Es entwickelt sich eine persönliche Freundschaft zwischen den beiden.

Doch erst Jahre später erzählt Charly – so der Name des Gastes – Saada von seinem Glauben an Jesus Christus. „In seiner Güte und Zuwendung hatte mir Charly schon jahrelang das Wesen Jesu vorgelebt“, sagt Saada heute. „Und ich wollte immer wissen, woher er diesen Frieden und diese Güte bekommt.“ 1993 schließlich bittet Saada Jesus auf Knien, in sein Leben zu kommen.

Fortan möchte er, dass auch andere Menschen Jesus kennen lernen – auch der Mann, dem er früher absolut gehorsam war. Im Mai 2004 besucht Saada Palästinenserpräsident Arafat in seinem Regierungssitz in Ramallah im Westjordanland.

Habe Arafat von Jesus erzählt

Die beiden sprechen über vergangene Zeiten. Doch Saada erzählt Arafat auch von seinem Glauben an Jesus Christus. „Ich hoffe, dass er sich letztlich doch für Jesus entschieden hat und dass ich ihn in der Ewigkeit wiedersehen werde.“ Vor zwei Jahren zog er mit seiner Frau aus den USA zurück in den Gazastreifen, wo er geboren wurde. Mit Vorträgen und Jugendcamps will er zur Versöhnung zwischen Juden und Paläs¬tinensern beitragen. „Will der Rest der Welt in Frieden leben, ist ein Frieden im Nahen Osten der Schlüssel dazu“, sagt er. „Aber wirklichen Frieden kann nur Jesus bringen – auch hier!“

Foto: © www.kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Konversion

  1. Großbritannien: Das „Oxford Oratory“ meldet spürbares Wachstum der Konvertitenzahlen
  2. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  3. Eintritte Erwachsener in die katholische Kirche steigen in den Niederlanden um fast 40 Prozent!
  4. „Wir führen Einzelgespräche mit Muslimen im persönlichen Kontakt“
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Seit 1992 sind hunderte Geistliche der anglikanischen Kirche katholisch geworden
  7. „Mir wurde klar, dass mir der Glaube nur Gutes bringt, jetzt möchte ich getauft werden“
  8. New York: Messbesucherzahlen und Konversionen gehen rasant in die Höhe
  9. Benjamin Leven: „Was läuft schief in einer Kirche, die sich vor Zulauf fürchtet?“
  10. Pakistan: Der Imam der Christ wurde







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Piusbrüder und Vatikan suchen Weg zur Einheit
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  6. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  7. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  8. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  9. THESE: Korrekturen vom 2. Vatikanum sind unerlässlich
  10. 'Selig sind, die Schwangerschaften beenden' - US-Pastorin sorgt für Eklat
  11. Der Tod der Theologie in Deutschland
  12. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  13. 'Ich bin der Liebe Gottes würdig, einfach weil ich existiere.'
  14. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  15. 10 Jahre Haft für eine biologische Wahrheit in Brasilien!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz